Zabelstein (Adelsgeschlecht)

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Die Herren von Zabelstein waren ein fränkisches Adelsgeschlecht, welches sich zunächst von Püssensheim beziehungsweise von Prosselsheim nannte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mitglied der Familie welches sich urkundlich nachweisen lässt und sich nach der angeblich von ihnen erbauten Burg Zabelstein nannte, war ab 1152 „Jring de Zauelsten“.[1] (Iring von Zabelstein). Er war Ministerial des Bistums Würzburg und Sohn Irings von Püssensheim der wiederum urkundlich in der Zeit zwischen 1135 bis etwa 1149 nachweisbar ist. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1136 erfahren wir, dass er zwei Brüder namens Adelhalm und Conrad hatte.[2] Letzteren zieht Schäfer als den Stammvater der Herren von Homburg am Main in Betracht aus denen sich wiederum die Linien Neuenburg-Triefenstein, die Herren von Homburg-Reinstein und möglicherweise auch die Schenken von Schüpf ableiten.[3] Ihr Vater war Iring der urkundlich von ca. 1100 bis 1115 unter anderem in Urkunden der Grafen von Comburg zu finden ist. In einer Urkunde des Würzburger Bischofs Erlung wird dieser als Ministerial bezeichnet. In einer Urkunde aus dem Jahr 1113 hingegen finden wir ihn als Treuhänder des Grafen Heinrich von Comburg.[4] Es darf daher vermutet werden, dass Iring ursprünglich ein Ministerial der Gerafen von Comburg war, dann jedoch durch die Aufgabe der Grafschaft und die damit verbundene Schenkung ihres Besitzes zu Ministerialen des Bischofs von Würzburg wurden. Eine Abstammung der Herren von Zabelstein von den Herren von Freinberg kann Aufgrund des recht seltenen Vornamens Iring in Betracht gezogen werden. Dort tritt ein Irinch de friginperge um 1080 in Erscheinung. Dies würde die Theorie J.P.J. Gewins stützen, der die Herkunft des Reichsküchenmeisters Heinrich I. von Rothenburg von den Herren von Moosburg zu erkennen vermag.[5] Richtig, und auch urkundlich belegbar ist, dass Iring von Zabelstein und der erste Reichsküchenmeister Heinrich von Rothenburg Brüder waren.[6]

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Zabelstein ist dieses Geschlecht urkundlich lediglich bis 1298 nachweisbar, was aber nicht bedeutet, dass dadurch die Familie ausstarb. Vielmehr lässt sich eine Abwanderung in andere Gebiete Süddeutschlands nach dem Aussterben des letzten Zähringers Berthold V. erkennen, die dort unter anderen Namen fortbestanden. Zu den Zabelsteinern sind nach Schäfer zu zählen:[7]

  • Herren von Rothenburg
  • Herren von Krensheim (Grünsfeld?) (Erstnennung: 1176 „Heinrico Crehse“ Schreibweisen: Cresso, Creseno, Crassenus, Crase, Cressonis)
  • Herren von Biebelried
  • Herren von Randersacker (Erstnennung: „1209 Iringos de Randesaker et Heinricus filius eius“)
  • Herren von Prozelten (Erstnennung: „1214 Rude de Brätselden“)
  • Herren von Collenburg am Main (Erstnennung: 1131 „Colman“ / 1140 „prepositum Gotefridum de Culenberc“)
  • Herren von Clingenburg (Erstnennung 1100 „Heinrico de Clingenburg“ – 1184 Mundschenk Konrad von Klingenberg)
  • Herren von Königsheim (1149 tauschte König Konrad III. Güter unter anderen in Königsheim mit dem Kloster Ebrach. Ab 1209 finden sich dort der Zabelsteiner Cuonradus de Kennencheim; Ab 1220 erstmals im Breisgau – Diethericus de Kunigisheim, 1223 Dietrico de Chungesheim mit seinem Bruder Colarius)
  • Herren von Endingen (Erstnennung: 1223 Colarius, frater Dietrici sculteti de Endingen, et filius suus)
  • Herren von Collenberg-Endingen (in Urkunden meist als Koler oder Kolman bezeichnet. Erstnennung im Breisgau: 1223 Colarius, frater Dietrici sculteti de Endingen, et filius suus)
  • Herren von Stollburg (evtl. lediglich durch Heirat – daraus hervorgehend: Herren von Nordenberg & Herren von Seldeneck)
  • Herren von Rottendorf (Erstnennung: 1177 De Rotendorf: Billungus et fratres sui Dietricus et Herbordus.)
  • Herren von Homburg (Erstnennung: 1136 Cunrath de Hohenburg)
  • Herren von Neuenburg-Triefenstein (Erstnennung: 1155 Walther de Nuenburc)
  • Herren von Homburg-Reinstein
  • Herren von Scherenberg[8] (Erstnennung: 1215 Hartmodus de Scheremberch)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. 1. Auflage. Echter Verlag, Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03516-7, S. 244–245. (Digitalisat)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Zabelstein

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Karajan: Monumenta Boica, Band 37, 1763, Seite 68, Urkunde XCVII.
  2. Signatur: StAWü, Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden 12.
  3. Markus Schäfer: Fränkische und Schwäbische Geschlechter [1]
  4. Signatur: StAWü, Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden 1 / 56.
  5. J. P. J. Gewin: Blüte und Niedergang hochadeliger Geschlechter im Mittelalter. 1955.
  6. RI V,1,1 n. 56, in: Regesta Imperii Online.
  7. Markus Schäfer: Fränkische und Schwäbische Geschlechter [2]
  8. Bellbach 1826, bzw. Gropp Monum. sepulch. 81.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]