Zana Ramadani

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Zana Ramadani, 2015
Zana Ramadani, 2015

Zana Ramadani (* 10. Januar 1984 in Skopje, Jugoslawien, heute Mazedonien) ist eine deutsche Autorin und ehemalige Aktivistin bei Femen. Sie war Vorsitzende und Mitbegründerin des Vereins Femen Germany e. V.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Siebenjährige zog Ramadani mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie im Siegerland aufwuchs. In ihrer – nach eigenen Aussagen liberal-muslimischen – Familie erlebte sie Gewalt und Unterdrückung, die von ihrer konservativen Mutter ausgingen. Ramadanis Vater war gebildet. Mit 18 Jahren floh sie in ein Frauenhaus.[1] 2009 heiratete sie ihren Mann, von dem sie sich 2014 nach zwölf gemeinsamen Jahren trennte.[2] Im gleichen Jahr zog die gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte berufsbedingt von Wilnsdorf-Wilden nach Berlin.[2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Später schloss sie sich Femen an; sie kritisiert die patriarchalen Strukturen im Islam.[3] Sie nahm an Podiumsdiskussionen des Zentralrats der Ex-Muslime teil.[4] Ramadani ist CDU-Mitglied und war Vorsitzende der Jungen Union in Wilnsdorf.[5] Ihr Engagement bei Femen sorgte dort für Diskussionen.[6] Inzwischen ist sie nicht mehr in der Jungen Union. Im Januar 2015 verließ sie Femen. Als Grund nannte sie eine Aktion des ehemaligen Femen-Mitglieds Mercedes Reichstein, in dessen Rahmen Reichstein ein Foto zu den Luftangriffen auf Dresden gepostet hatte, worauf auf ihren nackten Brüsten der Slogan „Bomber Harris, do it again“ stand.[7] Als weiteren Grund nannte sie „Gender-Feministinnen“, die als Protest gegen die Fifa eine Deutschlandfahne auf dem Holocaust-Mahnmal verbrennen wollten.[8]

Ihr Buch Die verschleierte Gefahr wurde 2017 im Münchener Europa Verlag veröffentlicht und landete direkt in der Spiegel-Bestsellerliste.[9]

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. November 2012 nahm sie an einer Protestaktion gegen Prostitution und Menschenhandel in Deutschland vor dem Kölner Bordell Pascha teil;[10] am 25. Januar 2013 an einem Protest gegen das deutsche Prostitutionsgesetz und die Sexindustrie auf der Herbertstraße in Hamburg;[11] am 4. April 2013 an einem Protest vor der Wilmersdorfer Moschee als Solidaritätsaktion mit Amina Tyler.[12]

Am 30. Mai 2013 stürmte Zana Ramadani zusammen mit Hellen Langhorst die Finalshow von Germany’s Next Topmodel, die in der SAP Arena in Mannheim stattfand; ihr Oberkörper war mit dem Slogan „SADISTIC SHOW“ beschriftet.[13]

Am 20. März 2014 nahm sie an einer Protestaktion während einer Podiumsdiskussion auf der Berliner Islamwoche im Roten Rathaus teil. Die Aktion richtete sich unter anderem gegen den Diskussionsteilnehmer Mustafa Yoldas.[14]

Am 1. Februar 2016 positionierte sie sich in einem Interview zu den Vorgängen in der Silvesternacht 2015/2016. Sie forderte verpflichtende Sprachkurse und Kurse in Bürgerkunde für Flüchtlinge. Sie sagte ferner: „Die Angst vor dem Rassismus-Vorwurf, der selbstverständlich jedes Mal erhoben wird, überwiegt die Angst vor der zukünftigen Entwicklung.“[15]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. Europa Verlag, München 2017, ISBN 978-3-95890-077-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zana Ramadani bei Markus Lanz am 20.01.2016. Interview auf YouTube, etwa ab Minute 2:20
  2. a b Joachim Karpa: Ex-Femen-Aktivistin Ramadani kritisiert muslimische Mütter. In: Westfalenpost. Abgerufen am 29. September 2016.
  3. FEMEN-Frau Zana Ramadani über Nackt-Protest
  4. http://www.ex-muslime.de/indexAktuell.html
  5. Junge Union Siegen-Wittgenstein
  6. Kreis-CDU stützt Ramadani - FEMEN-Aktivistin protestiert oben ohne auf der Reeperbahn
  7. FEMEN-Zoff: Nackte wünscht Dresden neue Bombardierung
  8. http://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/dny/muslimische-muetter-erziehen-ihre-soehne-zu-versagern/story/16550895
  9. Die verschleierte Gefahr, Eintrag auf buchreport.de, abgerufen am 20. April 2017.
  10. FEMEN protestieren vor dem Kölner "Pascha"
  11. FEMEN in der Herbertstraße, Nackt-Protest und Fackelzug gegen Prostitution
  12. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-97012808.html
  13. Zana Ramadani über Nacktprotest bei GNTM, Heidi Klum war schockiert
  14. „Jetzt erst recht“—Femen verteidigen ihre Aktion bei der Islamwoche, VICE.
  15. Interview Ramadani 2/2016