Zandvoort

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Gemeinde Zandvoort
Flagge der Gemeinde Zandvoort
Flagge
Wappen der Gemeinde Zandvoort
Wappen
Provinz Nordholland Nordholland
Bürgermeister Niek Meijer (VVD)
Sitz der Gemeinde Zandvoort
Fläche
 – Land
 – Wasser
43,97 km2
32,11 km2
11,86 km2
CBS-Code 0473
Einwohner 16.954 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 386 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 22′ N, 4° 32′ OKoordinaten: 52° 22′ N, 4° 32′ O
Bedeutender Verkehrsweg N200 N201
Vorwahl 023
Postleitzahlen 2041–2042, 2116
Website Homepage von Zandvoort
LocatieZandvoort.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Blick auf Zandvoort
Blick auf ZandvoortVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1
Wasserturm von Zandvoort

Zandvoort (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i, Aussprache: [ˈzɑntfoːrt]) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordholland. Zandvoort lebt überwiegend vom Tourismus.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in einem weitläufigen Dünengebiet direkt an der niederländischen Westküste. Im Süden grenzen die Amsterdamse Waterleidingduinen an den Ort;[2] dort wird Trinkwasser für die Stadt Amsterdam gewonnen. Zugleich dient das Gebiet der Erholung. Im Norden erstreckt sich der Nationalpark Zuid Kennemerland bis IJmuiden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge als Fischerdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zandvoort war schon um 1100 bekannt und hieß damals noch Sandevoerde; der Name setzte sich aus Sand und Voorde (Furt) zusammen. Bis 1722 war das ganze Gebiet unter der Herrschaft der Heren van Brederode. Jahrhundertelang lebte das Dorf vom Fischfang. Die Boote landeten auf dem flachen Strand an und die Fische wurden von dort zum Haarlemer Markt gebracht, bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Hafen im benachbarten IJmuiden den Niedergang des Zandvoorter Fischfangs beschleunigte. Die Bewohner begannen, in den Dünen Kartoffeln anzubauen.

Entwicklung zum Seebad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur wichtigsten neuen Einnahmequelle wurde bald der Badetourismus. 1828 wurde das erste Badehaus eröffnet. In Großbritannien kam das Seebaden als Heil- und Erholungsmethode auf und der Zandvoorter Arzt Metzger führte dessen Gebrauch in Zandvoort ein. Mehrere Persönlichkeiten besuchten den Ort. So kam die Kaiserin Sisi von Österreich 1884 und 1885 zur Erholung hierher und ließ sich von Metzger physiotherapeutisch behandeln.[3] Maler wie der Realist Fritz von Uhde fanden ihre Motive in Zandvoort und hielten in ihren Bildern das Leben der einfachen Leute fest.

Der Tourismus entwickelte sich besonders, seit Zandvoort 1881 an das niederländische Schienennetz angebunden wurde und 1899 auch noch eine Straßenbahnverbindung mit Haarlem folgte. Prachtvolle Hotelbauten und Luxusvillen entstanden in dieser Zeit. Ab 1881 verband eine Einkaufspassage den Bahnhof mit einem Kurhaus am Strand.[4] 1912 wurde Zandvoort an das Wasserleitungsnetz angeschlossen und im Folgejahr ein erster Wasserturm errichtet.

Zandvoort im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der 1930er Jahre gab es in Zandvoort den landesweit höchsten Prozentsatz an Mitgliedern des NSB – der damaligen Niederländischen Nationalsozialistischen Bewegung. Der Zweite Weltkrieg richtete in Zandvoort viele Schäden an. Am 23. Mai 1942 wurde der Zugang zum Strand verboten und kurze Zeit später fast ganz Zandvoort geräumt. Badehäuser und Boulevards mussten dem deutschen Atlantikwall Platz machen. 1943 wurde der Wasserturm gesprengt. Der Ort wurde mit einem Betonwall umgeben und noch immer findet man um Zandvoort viele Bunker.

Entwicklung nach dem Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg wurden viele Wohnungen gebaut und der Tourismus nahm stark zu. 1948 wurde der Circuit Park Zandvoort – eine Motorsport-Rennstrecke – angelegt. 1952 wurde der heutige weithin sichtbare Wasserturm eingeweiht. 1957 wurde der Straßenbahnbetrieb nach Amsterdam (über Haarlem) eingestellt. Die vielen Hochhäuser, teilweise Plattenbauten, die für Touristen, aber auch für die Einwohner entstanden, haben den typisch niederländischen Baustil des Ortes weitgehend verdrängt. In einigen Nebenstraßen finden sich noch Reste des alten Fischerdorfes und an den Ausfallstraßen stehen einige prachtvolle Jugendstilvillen. Das Ortszentrum und der Strandboulevard werden heute von Gaststätten, kleinen Geschäften und einem Spielcasino geprägt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus hat vor allem in der Hauptsaison großen Einfluss auf die Wirtschaft der Gemeinde. Im Jahr 2003 hatte fast die Hälfte aller Arbeitsplätze in Zandvoort eine Verbindung zum Tourismus. Im ganzen Ort findet man Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte. Viele von ihnen entstanden während des Baubooms in den 1950er- und 60er-Jahren. Auch der Center Parc (früher Sunparks) ist ein großer Anziehungspunkt für den Tourismus.

Am Strand laden Pavillons und Cafés die Badegäste ein. Im südlichen Strandbereich ist eine drei Kilometer lange FKK-Zone ausgewiesen. Viele niederländische Familien verbringen ihre Wochenenden und Urlaubstage in Strandbungalows, auch Beachhouses genannt, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Diese Häuser sind teilweise über Generationen in Familienbesitz. Die Saison beginnt Ostern und endet im Oktober. Dann werden die Häuser auf LKW verladen und im Bereich der Zandvoort-Rennstrecke wintersicher eingelagert, da die Stürme zu heftig für die Holzhäuser sind.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1895 bestand eine Straßenbahnverbindung nach Haarlem und Amsterdam. Diese wurde 1957 geschlossen. Der Endhaltepunkt war in der Ortsmitte.

Die seit 1881 verkehrende normalspurige Bahnstrecke führt bis auf 200 Meter an den Strand heran. Die Personenzüge verkehren über Haarlem nach Amsterdam.

Sehenswürdigkeiten, Freizeit und Unterhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Zandvoorts Museum zeigt die Entwicklung Zandvoorts vom Fischerdorf zum Badeort.[5]
  • Das Jutters Mu-ZEE-um beschäftigt sich mit dem Strandgut, das in den Jahren an den Strand von Zandvoort angespült wurde.[6]
  • Evangelische Kirche mit spätgotischem Turm aus dem 15. Jahrhundert.
  • Circus Zandvoort – Das bunte Gebäude wurde als Vergnügungspark 1986 inmitten des historischen Ortskerns von dem Architekten Sjoerd Soeters erbaut.[7]
  • Circuit Park Zandvoort – eine Rennstrecke, auf der zwischen 1952 und 1985 mit einigen Unterbrechungen die Formel 1 gastierte. Heute wird die Strecke für die DTM, das ADAC GT Masters und einige nationale Rennen genutzt.
  • Holland Casino – eine Spielbank am Strandboulevard

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[8]
 %
20
10
0
19,7
18,0
13,7
12,9
9,8
7,7
6,8
5,9
4,4
1,1
OPZ
GBZ
SZ
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,5
-0,6
-1,9
-1,4
+9,8
+7,7
-0,7
-4,7
-1,4
-0,3
OPZ
GBZ
SZ
Sonst.

Die Kommunalwahlen vom 21. März 2018 ergaben folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[9]
2006 2010 2014 2018
Ouderen Partij Zandvoort 4 3 5 4
VVD 5 5 3 3
D66 1 3 2
CDA 2 2 2 2
PVV 2
GroenLinks 1 1 1
PvdA 3 2 1 1
Gemeente Belangen Zandvoort 1 2 2 1
Sociaal Zandvoort 1 1 1
Amsterdam aan Zee 0
QUEER 0
Blanco Lijst 0
SP 1
Gesamt 17 17 17 17

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. August 2007 ist Niek Meijer (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.[10] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Gerard Kuipers (D66), Gert-Jan Bluijs (CDA), Gert Toonen (PvdA) sowie die Gemeindesekretärin Anky Griekspoor-Verdurmen.[11] Vom 2. Mai bis zum 1. Juli 2018 übernimmt der Modedesigner Mart Visser zeitweise das Amt des Bürgermeisters.[12]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zandvoort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Informationen zu den Amsterdamse Waterleidingduinen, abgerufen am 11. Mai 2012
  3. Kaiserin Sissi in Zandvoort
  4. Porträt Zandvoorts
  5. Zandvoorts Museum. In: Website der Touristeninformation von Zandvoort. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  6. Jutters Mu-ZEE-um. In: Website der Touristeninformation von Zandvoort. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  7. Informationen bei zandvoort-holland.com
  8. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 20. Mai 2018 (niederländisch)
  9. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 20. Mai 2018 (niederländisch)
  10. Nick Meijer burgemeester Zandvoort. In: NH Nieuws. 4. Juli 2007, abgerufen am 20. Mai 2018 (niederländisch).
  11. Samenstelling en portefeuilleverdeling Gemeente Zandvoort, abgerufen am 20. Mai 2018 (niederländisch)
  12. Modeontwerper Mart Visser wordt burgemeester van Zandvoort. In: Marie Claire. Hearst, 13. März 2018, abgerufen am 20. Mai 2018 (niederländisch).