Zaun-Blättling

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Zaun-Blättling
Gloeophyllum sepiarium qtl1.jpg

Zaun-Blättling (Gloeophyllum sepiarium)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Blättlingsartige (Gloeophyllales)
Familie: Blättlingsverwandte (Gloeophyllaceae)
Gattung: Blättlinge (Gloeophyllum)
Art: Zaun-Blättling
Wissenschaftlicher Name
Gloeophyllum sepiarium
(Wulfen : Fr.) P. Karst.

Der Zaun-Blättling (Gloeophyllum sepiarium, syn. Daedalea sepiaria, Lenzites crocata und L. sepiaria) ist eine Pilzart aus der Familie der Blättlingsverwandten (Gloeophyllaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Das Hymenophor auf der Hutunterseite des Zaun-Blättlings ist lamellenartig ausgebildet und teils querverbunden.
Überalterte, dunkelbraune Fruchtkörper des Zaun-Blättlings auf der Schnittfläche eines Fichtenstubben

Der Zaun-Blättling bildet sehr variable Fruchtkörper: Je nach Standort sind diese halbkreis- (auf Stockoberflächen), fächer-, muschel- oder konsolenförmig. An senkrechten Substraten sind die Fruchtkörper häufig bandartig in Reihen angeordnet. An der Unterseite des Substrats können sie auch völlig flach ("resupinat") anliegen. Die Hutoberseite ist anfangs striegelig-filzig beschaffen und verkahlt mit zunehmendem Alter. Die Fruchtkörper sind konzentrisch wellig gezont und gefurcht. In der Mitte sind sie meist leicht gebuckelt. Ihre Farbe reicht von tabakbraun bis rot- oder dunkelbraun, bei jungen Exemplaren hebt sich der Rand weißlich bis gelbbraun ab. Das Hymenophor auf der Unterseite erinnert an Lamellen, die oft quer miteinander verbunden sind.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum Tannen-Blättling, mit dem der Zaun-Blättling manchmal am gleichen Substrat wächst, besitzt er am Hutrand mehr Lamellen pro Zentimeter: 15-20, der Tannen-Blättling hat etwa 8-13 und eine etwas hellere Oberfläche. Doch diese Artabgrenzung ist umstritten. Der ebenfalls an ähnlichen Standorten, doch mehr auf Laubholz (zB Rosskastanie) vorkommende Balken-Blättling weist ein labyrinthisches Hymenophor auf. Die Fruchtkörper sind einjährig, können aber mehrere Jahre steril überdauern.

Ökologie[Bearbeiten]

Ein vom Zaun-Blättling befallenes Spielgerät für Kinder – der Pilz bevorzugt trockene und sonnige Standorte.
Illustration aus James Sowerbys „Coloured Figures of English Fungi or Mushrooms“

Der Zaun-Bättling ist ein holzbewohnender Saprobiont, der hauptsächlich Nadelholz – vor allem Fichte – besiedelt. Sehr selten wächst er auch an Laubholz. Das Myzel des Pilzes verursacht im befallenen Holz eine intensive würfelige Braunfäule. Das Myzel wuchert - geschützt und unsichtbar unter der durch Besonnung festen Decke - in abgestorbenem und entrindetem Holz, das besonders sonnen- und windexponiert ist und im Sommer stark erhitzt und ausgetrocknet wird. Auch verbautes Holz verschmäht die Art nicht: Befallen werden Zaunstangen, Geländer, Beet- oder Sandkasteneinfassungen, Spielgeräte, Bänke etc. In Druckkesseln mit Holzschutzmittel imprägniertes Nadelholz kann er offenbar nicht befallen.

Verbreitung[Bearbeiten]

In Deutschland kann der Zaun-Blättling an geeigneten Standorten fast überall gefunden werden, außerhalb Europas ist er in Nord- und Südamerika, Asien sowie Nord- und Südafrika verbreitet. Im Mittelmeergebiet kommt er seltener vor und fehlt anscheinend auf den Mittelmeerinseln, in Portugal und Ungarn.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Zaun-Blättling ist ein bedeutender Holzschädling. Durch seine Vorliebe für sonnenexponiertes, entrindetes Holz befällt er häufig verbautes Holz, welches dann durch die verursachte Braunfäule zerstört wird. Da der Pilz zuerst die inneren, feuchteren Bereiche besiedelt und relativ spät Fruchtkörper bildet, wird der Befall meist erst im weit fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Josef Breitenbach, Fred Kränzlin: Pilze der Schweiz. Heterobasidiomycetes, Aphyllophorales, Gasteromycetes. Bd. 2, Mykologia, Luzern (CH) 1986, ISBN 3-85604-020-X (415 Seiten; 528 Arten mit Beschreibungen, Standorts- und Fundangaben, Mikrozeichnungen und Farbbildern).
  •  Peter Schütt, Hans J. Schuck, Bernd Stimm: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baum- und Straucharten.. Nikol, Hamburg 2002 (581 Seiten;).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gloeophyllum sepiarium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien