Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau

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Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Bochum Dahlhausen - Vereinigte Dahlhauser Tiefbau 03 ies.jpg

Gedeckelter Schacht an der Lewackerstraße, 2010
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betriebsbeginn 1860
Betriebsende 1965
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 25′ 7,7″ N, 7° 9′ 6,6″ OKoordinaten: 51° 25′ 7,7″ N, 7° 9′ 6,6″ O
Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau (Regionalverband Ruhr)
Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau
Lage Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau
Standort Dahlhausen
Gemeinde Bochum
Kreisfreie Stadt (NUTS3) Bochum
Land Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Dahlhauser Tiefbau, 1962
Dahlhauser Tiefbau, 1965

Die Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau war ein Steinkohlen-Bergwerk direkt an der Ruhr im Bochumer Stadtteil Dahlhausen.

Die Zeche entstand durch die Konsolidation der Bergwerke Zeche Besserglück, Glücksonne und Dahlhausen. Ziel war der Tiefbau unterhalb der Stollensohlen. Durch den Einsatz von Dampfmaschinen war die Grubenwasserhebung aus großer Tiefe möglich geworden.

Bergwerksgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1858 wurde mit dem Abteufen von Schacht I begonnen. Doch bereits 1859 erkannte man anhand des starken Wasserzuflusses in 16,5 Metern Teufe, dass der Einbau stärkerer Pumpen erforderlich war. Als der Schacht 1860 die Stollensohle erreicht hatte und die Förderung aufgenommen wurde, musste der Betrieb kurze Zeit später wegen Geldmangels eingestellt werden. 1861 wurde die Förderung wieder aufgenommen. Schacht I wurde bis 1963 betrieben und dann verfüllt.

Von 1870 bis 1871 legte man im Nordfeld neben Schacht I einen tonnlägigen Wetterschacht mit 65 Metern Teufe an. Er wurde 1913 aufgegeben. Man betrieb ab 1881 die erste wirtschaftlich arbeitende Brikettfabrik im Ruhrrevier und lieferte schon 1885 bis nach Italien. 1872 ging die Anschlussbahn zur Strecke Dahlhausen – Hattingen (Ruhr) der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) in Betrieb[1].

Ein Brand am 9. Dezember 1895 zerstörte einige Anlagen über Tage und die Verzimmerung des Schachtes, der zudem wegen des Ausfalls der Pumpen absoff. Von 1897 bis 1898 legte man einen weiteren Wetterschacht an.

Im Jahre 1910 war der Teufbeginn von Schacht II, 180 Meter südlich von Schacht I, der 1912 ab der 6. Sohle in Betrieb war. Die 8. Sohle von Schacht II erreichte eine Teufe von 730 Meter. Das Grubenfeld der stillgelegten Zeche Altendorf Tiefbau wurde 1914 übernommen. Während des Zweiten Weltkriegs setzte man Zwangsarbeiter ein. Im Lager Horkenstein waren etwa 240 Zivilarbeiter untergebracht.

Im Jahre 1957 bis 1958 erfolgten Reparaturen am Schacht Altendorf II, der 1960 bis zur 7. Sohle in Betrieb war. Ab 1963 wurde der Schacht nur noch als Wetterschacht genutzt. An der Lewackerstraße entstand noch 1960 ein moderner Förderturm als Betonkonstruktion nach Entwurf des Essener Industriearchitekten Fritz Schupp.

Die Förderung wurde am 1. September 1965 aufgegeben, die Tagesanlagen bis 1972 abgerissen. Der Schacht Dahlhauser Tiefbau II und der Schacht Altendorf II mit einer Teufe von 760 Metern wurden noch von der Zeche Carl Funke übernommen. Beide wurden 1972 abgeworfen und verfüllt.

Heute erinnern an der Lewackerstraße nur noch ein kleiner Park auf einer Brachfläche und ein Stollenmundloch an den Bergbau. Die beiden Schachtdeckel der Schächte Dahlhauser Tiefbau 1 und 2 sind noch sichtbar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Brückner: Dahlhauser Tiefbau: eine Zeche im Wandel der Zeit. In: Walter E. Gantenberg, Stadt Bochum (Hrsg.): Über allem thronte der Horkenstein. Bochum 1996, S. 145–150.
  • Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen. Essen 1967.
  • Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997. Bochum 1998.
  • Wilhelm und Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. Vergangenheit und Zukunft einer Schlüsseltechnologie. Mit einem Katalog der „Lebensgeschichten“ von 477 Zechen. (= Die Blauen Bücher). 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage. Verlag Langewiesche, Königstein i. Ts. 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9 (nach der 5., völlig neu bearbeiteten und erweiterten Auflage 2003, Nachbearbeitung 2002: Christiane Syré, Endredaktion 2007 Hans-Curt Köster).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Knospe: Werkeisenbahnen im deutschen Steinkohlenbergbau und seine Dampflokomotiven, Teil 1 - Daten, Fakten, Quellen. 1. Auflage. Selbstverlag, Heiligenhaus 2018, ISBN 978-3-9819784-0-7, S. 450.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zeche Vereinigte Dahlhauser Tiefbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien