Zeitgeist (Film)

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Dieser Artikel behandelt den verschwörungstheoretischen Dokumentarfilm. Für das Filmmelodram aus dem Jahr 2014 siehe Zeitgeist (2014).
Filmdaten
Deutscher Titel Zeitgeist – Der Film
Originaltitel Zeitgeist the Movie
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 116 Minuten
Stab
Regie Peter Joseph
Produktion Peter Joseph

Zeitgeist ist ein von Peter Joseph produzierter Film, der mit den Mitteln eines Dokumentarfilms u.a. eine Reihe von Verschwörungstheorien rund um das Christentum, die Anschläge vom 11. September 2001 sowie die Verbindung zwischen Hochfinanz und Kriegswirtschaft aufgreift.[1]

In den Jahren 2008 und 2011 erschienen zwei Fortsetzungen des Filmes, die ebenfalls von Peter Joseph gedreht wurden: Zeitgeist: Addendum und Zeitgeist: Moving Forward.

Veröffentlichung und Reaktion[Bearbeiten]

Der Film war ursprünglich ein Teil einer künstlerischen musikalischen Live-Aufführung von Peter Joseph.[2] Der Film wurde im Juni 2007 über Google sowie auf DVD veröffentlicht. Mit 70.000 Downloads pro Tag ist Zeitgeist innerhalb kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Internet-Filme geworden.[3] Das Video wurde in viele Sprachen übersetzt und hat auf Videoplattformen, in Foren und Blogs für Diskussionsstoff und zur Erstellung von unabhängigen Editierungen und Videokommentaren geführt. Der Film Zeitgeist ist mit 300 Millionen Zuschauern der am häufigsten runtergeladene Film der Geschichte. [4][5]

Inhalt[Bearbeiten]

Intro[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit animierten abstrakten Darstellungen, der Nennung der Beteiligten, mit einem Cartoon sowie Audiozitaten. Dann redet Chögyam Trungpa Rinpoché über Spiritualität, gefolgt von einer Abfolge von musikalisch synchronisierten Darstellungen von Kriegsereignissen, Explosionen und den Terroranschlägen am 11. September 2001. Während der Titel des Films eingeblendet ist, wird Jordan Maxwell's „Inner World of the Occult“ zitiert. Dabei wird der Allgemeinnutzen der religiösen Institutionen, der Regierungen und der Bankenkartelle in Frage gestellt, vor dem Hintergrund eines Wahrheitsideals, das als ursprüngliche göttliche Größe zugrunde gelegt wird. Das Intro des Films endet mit einem von Cartoons untermalten Monolog des amerikanischen Late-Night-Komikers George Carlin über Religionen.[6]

Teil I[Bearbeiten]

Horus links und Jesus rechts werden im Film als Sonnengötter bezeichnet.

Der erste Teil, „Die größte Geschichte aller Zeiten“, betrachtet die Jesusgeschichte unter religionshistorischem Aspekt. Es werden Parallelen des Christentums und anderer Religionen zu vorangegangenen Glaubensrichtungen und Traditionen hergestellt und ihre Ursprünge auf altertümliche astronomische Beobachtungen und astrologische Mythen zurückgeführt. Jesus von Nazaret als historische Figur wird einem kritischen Blick unterzogen und es werden literarische und astrologische Parallelen und Vorläufer aufgezeigt. Es wird das strategische Aufgreifen und Propagieren der Jesusgeschichte durch die römische Kirche angeführt, welches im Ersten Konzil von Nicäa unter dem römischen Kaiser Konstantin I. vereinbart wurde.

Im Hinblick auf eine sachliche Herangehensweise an die Jesusgeschichte wird auf das vollkommene Fehlen historischer Erwähnungen der Person Jesu Christi aufmerksam gemacht, wodurch – angesichts der Jesus zugeschriebenen Wundertaten – die reale Existenz der Person unplausibel erscheine. Von sämtlichen Geschichtsschreibern, die zu Zeiten lebten, die sie zu Zeitgenossen Jesu machen hätten können, so der Film, erwähne keiner entsprechende Vorkommnisse oder Personen. Die dabei in Betracht gezogenen Geschichtsschreiber sind: Aulus Persius Flaccus, Lucius Iunius Moderatus Columella, Dion Chrysostomos, Justus von Tiberias, Titus Livius, Marcus Annaeus Lucanus, Lucius Flavius Arrianus, Titus Petronius, Phaedrus, Philo Judaeus, Phlegon von Tralleis, Plinius der Ältere, Plutarch, Pomponius Mela, Quintus Curtius Rufus (Historiker), Quintilian, Quintus Curtius Rufus (Suffektkonsul), Seneca, Silius Italicus, Statius, Theon von Smyrna, Gaius Valerius Flaccus, Valerius Maximus.

Die vier Autoren, die gerne als Jesusbelege angeführt werden, seien teils falsch, teils falsch interpretiert. Drei davon seien Plinius der Jüngere, Sueton und Tacitus, deren Nennungen des Wortes „Christus“ falsch interpretiert werden, wenn sie als Referenz auf die biblische Figur Jesus Christus verstanden werden, da das Wort „Christus“, zu deutsch „gesalbt“, „der Gesalbte“, ein Attribut ist, das vielfach verwendet wurde. Der vierte dieser Autoren ist Josephus, dessen angebliche Nennung eines Jesus Christus heute von Historikern gemeinhin als Fälschung angesehen werde.

Der Abschnitt stützt sich auf eine Reihe Autoren, Filmemacher und Forscher, wie den Dichter und Amateurägyptologen Gerald Massey aus dem 19. Jahrhundert und seine These von der Gleichsetzung von Horus und Ra, den Mithrasforscher David Ulansey mit seiner astronomischen Deutung der Legende der Tauroktonie, den Mythologen Joseph Campbell und D.M. Murdoch (Acharya S). Letzterer hat eine Untersuchung des 1. Teils des Films in englischer Sprache herausgegeben.[7]

Man zeigt eine Anzahl paralleler Merkmale von Horus, dem ägyptischen Himmelsgott, und anderen Gottheiten aus der ägyptischen und weiteren antiken und vorantiken Mythologien und Religionen, namentlich Attis, Dionysus, Mithra, Krishna und Jesus. Ihnen allen werden im Film Eigenheiten, wie die Geburt durch eine Jungfrau am 25. Dezember, zwölf Jünger, Tod und Wiederauferstehung nach drei Tagen sowie das Bewirken von Wundern zugesprochen. Sämtliche Behauptungen werden durch Verweise auf Publikationen der oben genannten Autoren zu belegen versucht.[8]

Weiterhin werden Parallelen mit biblischen Texten und der Astronomie herbeigezogen, wo Joseph das Phänomen der Präzession anschaulich erklärt. Was schon den alten Ägyptern und antiken Gesellschaften voll bewusst gewesen sein sollen, ist das sogenannte "Große Jahr". Etwa alle 2.150 Jahre ereignet sich der Sonnenaufgang am Morgen der Frühjahrs - Tag und Nachtgleiche in einem anderen Tierkreiszeichen. Die Bibel gäbe eindeutig die symbolische Bewegung durch drei Ären wieder, während eine vierte angedeutet würde. Im alten Testament sei Moses auf dem Berg Sinai erzürnt darüber, dass sein Volk ein goldenes Kalb verehrt. Das goldene Kalb sei das Sternbild Stier. Und Moses repräsentiere die neue Ära von dem Sternbild Widder. Deshalb würden noch heute die Juden das Widderhorn Schofar blasen. Bei anderen Gottheiten seien diese Übergänge ebenfalls zu finden, wie etwa bei Mithras, der den Stier tötet (Tauroktonie), die Symbolik dabei sei dieselbe. Jesus, so Joseph, sei die Figur, die der Ära nach Widder zuzurechnen sei, der Ära der zwei Fische. Fisch-Symbolismus sei sehr häufig im neuen Testament anzutreffen. Jesus versorge 5.000 Menschen mit Brot und zwei Fischen. Als Jesus sein geistliches Amt beginnt, freundet er sich mit zwei Fischern an, die ihm daraufhin folgten. Der „Jesus Fisch“ am Heck von Autos sei ebenso ein Indiz für das Sonnenkönigreich in der Ära der Fische. Jesus vermeintlicher „Geburtstag“ sei in Wirklichkeit der Start dieser Ära. Außerdem wird behauptet, dass die Begebenheit, als im Lukas-Evangelium, Kapitel 22,10, Jesus von seinen Jüngern gefragt wird, wo das nächste Pessachfest stattfinden soll, wenn er weg ist, und Jesus antwortete:

"Siehe, wenn ihr hineinkommet in die Stadt wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folgt ihm in das Haus, in das er hinein geht!"

mit Abstand eine der deutlichsten aller Bezugnahmen auf die Astrologie in der Bibel sei. Alles, was Jesus damit sage, sei, dass nach der Ära der Fische die Ära des Wassermanns beginnen würde.

Im Anschluss werden Thesen für die Gründe der behaupteten übereinstimmenden Merkmale aufgestellt. Um die Gründe für eine Geburt am 25. Dezember zu nennen, wird zunächst erklärt, dass die Wintersonnenwende der kürzeste Tag im Jahr in der nördlichen Hemisphäre ist. Angeblich, so der Film, würden erst drei Tage nach der Wintersonnenwende die Tage wieder länger. Dieser Tag markiere die Geburt des Gottes des Lichts oder des Sonnengotts. Eine andere christlich-astrologische Leihgabe sind dem Film zufolge die drei Sterne im Oriongürtel (die „drei Könige“ genannt), welche sich mit Sirius, dem hellsten Stern im Himmel, in einer Linie zu dem Punkt aufreihen, an dem angeblich die Sonne am 25. Dezember am Horizont aufsteigt. Diesem Zeitpunkt wird die Geburt Christi zugeschrieben, bei der, so behauptet der Film, dem christlichen Mythos zufolge drei Könige dem Stern in Richtung Osten folgen, um den Platz von Jesu Geburt zu finden, der Geburt der Sonne.

Außerdem steige die Sonne am 25. Dezember in der Nähe des Sternbilds Jungfrau auf, womit Jesu Jungfrauengeburt und auch die der anderen Götter in Zusammenhang gebracht werden. Der Abgleich des Sonnenuntergangs in der Nähe von Crux, dem Kreuz des Südens, folgt einem ähnlichen Muster. Zusätzlich werden Wunder Jesu, wie der Gang übers Wasser (der alltägliche Lauf der Sonnenreflektion über die Wasserflächen), die Heilung der Blinden (ohne Sonne herrscht Dunkelheit, mit dem Morgengrauen kommt die Sicht), die Umwandlung von Wasser in Wein (Ertrag eines Weinberges nach einer sonnenreichen Saison), als metaphorische Wunder deklariert und mit dem Einfluss der Sonne auf das Leben der Menschen in Verbindung gebracht.

Das Christentum wird als gnostischer Mythos dargestellt, der vom römischen Reich im Ersten Konzil von Nicäa bestätigt und auf eine historische Basis gestellt worden sei. Die Inquisition und die Kreuzzüge seien Versuche des Vatikan, seine theologische Deutungshoheit und die politische Führerschaft mit Hilfe des Christentums in Europa zu wahren. Zusammenfassend wird gesagt, das Christentum begünstige zusammen mit anderen theistischen Glaubenssystemen diejenigen, die die „Wahrheit“ über die erfundene Religion kennen, da sie ihr Wissen zur Manipulation der Gesellschaft und deren Kontrolle einsetzen. Andere Menschen seien sich dabei keiner Verantwortung bewusst, denn Gott kontrolliere ja alles. Wer den christlichen Glauben ablehne, dem drohten schreckliche Strafen im Sinne einer ewigen Verfolgung, dem Fegefeuer. Somit sei der religiöse Mythos das mächtigste jemals erschaffene Werkzeug und diene als psychologischer Nährboden für die Annahme weiterer Mythen.

Teil II[Bearbeiten]

Teil II, „Die ganze Welt ist eine Bühne“, behauptet, die Angriffe des 11. Septembers 2001 seien von Teilen der US-Regierung entweder geplant oder aber durch Unterlassung ermöglicht worden. Ziel sei es dabei gewesen, durch das Schüren von allgemeiner Angst einen Krieg gegen den Terror einleiten und rechtfertigen zu können, einen Vorwand für das Beschneiden ziviler Freiheiten zu erhalten und wirtschaftliche Gewinne zu erhöhen.

Im Detail wird in Teil II behauptet, die US-Regierung habe über die Angriffe zuvor Bescheid gewusst, das Militär habe die Flugzeuge absichtlich ihre Ziele erreichen lassen und die World Trade Center-Gebäude 1, 2 und 7 seien durch kontrollierte Sprengung zerstört worden. Der Film behauptet weiterhin, dass sechs der genannten Entführer noch am Leben seien, dass Hani Hanjour den Flug 77 ins Pentagon aufgrund seiner Inkompetenz als Pilot nicht hätte steuern können, dass an zwei von drei Absturzorten keine wirklichen Spuren vom Flugzeugwrack zu finden gewesen seien, dass die Bush-Regierung in dem 9/11-Kommissionsbericht die Wahrheit verschleiert habe (zum Beispiel habe sie die Zahlung von 100.000 US-$ der Regierung an die Terroristen einen Tag vor dem Anschlag mit „von keiner praktischen Relevanz“ kommentiert). Außerdem hätten die Massenmedien es versäumt, wichtige Fragen zur offiziellen Meinung zu stellen.

Der Film beruft sich in diesem Teil auf Indizien, die in Deutschland unter anderem von den als Verschwörungstheoretikern bezeichneten Autoren Gerhard Wisnewski, Mathias Bröckers und Andreas von Bülow vertreten werden. Ähnlich wie diese Autoren geht auch der Film allerdings nicht auf die ihren Thesen widersprechenden Beweise und Fakten ein. Peter Joseph unterstützt weiterhin eine neue Untersuchung der Vorkommnisse vom 11. September 2001, trotz eines vorhergehenden Missverständnisses, er hätte seine Meinung geändert.[9]

Teil III[Bearbeiten]

Der Federal Reserve Bank wird vorgeworfen, die Regierung der USA in Kriege getrieben zu haben. Bild: Das Federal Reserve Headquarters in Washington, DC
Theoretische North American Union

In Teil III, „Achtet nicht auf die Männer hinter dem Vorhang“, wird behauptet, dass zumindest drei der Kriege der Vereinigten Staaten, Erster und Zweiter Weltkrieg sowie der Vietnam-Krieg, während des zwanzigsten Jahrhunderts vollständig zum Gewinn der im Film so genannten internationalen Banker geführt wurden. Verschiedene Ereignisse, so der Film, seien herbeigeführt oder absichtlich nicht verhindert worden, um sie als Begründung für einen Kriegseintritt nutzen zu können. Namentlich geht es dabei um die Versenkung der RMS Lusitania (Kriegseintrittsgrund im Ersten Weltkrieg 2 Jahre später), den Angriff auf Pearl Harbor (Überraschungsangriff der Japaner auf die USA im Zweiten Weltkrieg) und den Zwischenfall im Golf von Tonkin (welcher zum Vietnamkrieg führte).

Dem Film zufolge wurden die USA von der Federal Reserve Bank zur Einmischung in diese Kriege gezwungen, nicht mit dem Ziel, zu gewinnen, sondern um ihn länger anhalten zu lassen. Dies zwang die US-Regierung zur Annahme von Bankkrediten, was, so wird behauptet, den Profit der internationalen Banker erhöhte. Dann erzählt der Film die Geschichte der Federal Reserve Bank und unterstellt ihr, die Große Depression bewusst herbeigeführt zu haben, um die amerikanische Bevölkerung zu bestehlen. Außerdem soll sie die Ermordung von Louis McFadden veranlasst haben, eines Kongreßabgeordneten, der kurz davor stand, den Verwaltungsrat der Federal Reserve Bank des Amtes zu entheben. Schließlich behauptet der Film, dass die amerikanische Einkommensteuer illegal sei, da sie in manchen Staaten nicht die nötige Mehrheit erreicht hatte und gegen das amerikanische Grundgesetz verstoße.

Geschildert wird das Agieren zweier britischer Spezialkräfte, die, als Araber verkleidet, in Basra (Irak) auf Zivilisten schossen, von den irakischen Sicherheitskräften festgenommen wurden und schließlich von britischen Einsatzkräften wieder aus dem Gefängnis befreit wurden.[10][11] Es wird argumentiert, dass die USA kein Interesse an einem befriedeten Irak hätten. Nur während einer destabilisierten Lage wären die USA in der Lage, Öl zu sichern, enorme Profite für Waffenkonzerne zu erzielen und einen plausiblen Vorwand zu haben, permanente Militärbasen in der Region einzurichten, um weitere ölreiche Staaten wie den Iran und Syrien angreifen zu können.

Kritisiert werden die Allgegenwart von Massenmedien und Unterhaltungsangeboten. Auf Grundlage mehrerer eingeblendeter Berichte[12] über sinkende Lese- und Schreibfähigkeit von amerikanischen Studenten wird als Fazit unterstellt, dass die Regierung eine wenig gebildete und nicht kritisch denkende Bevölkerung gezielt anstrebt.

In diesem Teil des Films wird auch behauptet, dass es eine geheime Absprache gebe, die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko in eine „Nordamerikanische Union“ (North American Union, kurz NAU) zu verschmelzen und den kanadischen Dollar, den US-Dollar und den mexikanischen Peso mit einer neuen Währung, Amero genannt, zu ersetzen. Die Erschaffung der nordamerikanischen Union wird anschließend als erster Schritt hin zu einer Weltregierung gesehen, welche durch die Vereinigung der nordamerikanischen Union, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und einer hypothetischen asiatischen Union erfolgen würde. Der Film spekuliert weiter, dass unter einer solchen Regierung jeder Mensch einen RFID-Chip implantiert bekäme, der zur Überwachung von einzelnen Personen und zur Unterdrückung von Widerstand eingesetzt werden könnte, und zeigt Kommentare von einigen Menschen, die sich bereits einen ortbaren Datenchip implantiert haben lassen. Der Film endet mit Zitaten von Carl Sagan, Bill Hicks und anderen.

Überarbeitung des Films (2010)[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde der Film von Peter Joseph überarbeitet und neu veröffentlicht.[13] In der neuen Version wurde die Erzählung des ersten Teils stellenweise neu gestaltet und der zweite Teil des Films um neue Erkenntnisse erweitert. Der dritte Teil wurde gegenüber der ursprünglichen Version gekürzt. Zudem wurden Quellenangaben korrigiert und hinzugefügt.

Auszeichnungen und Medien[Bearbeiten]

Am 10. November 2007 wurde der Film im Egyptian Theater in Hollywood als Teil des 4th Annual Artivist Film Festival aufgeführt und mit dem Best feature Award für Spielfilme der Kategorie Artivist Spirit ausgezeichnet.[14][15] 2008 gewann die Fortsetzung „Zeitgeist Addendum“ ebenfalls in der Kategorie Artivist Spirit.[16]

Im September 2008 erhielt er eine spezielle Beachtungsauszeichnung beim Rutger Hauer's Film Festival in Mailand.[17]

Trotz dieser Auszeichnungen rief der Film auf Seiten der Medien nur geringes, negativ gefärbtes Interesse hervor.

Sichtungen auf Youtube[Bearbeiten]

Die größte Wirkung entfaltete der Film durch die Videoplattform Youtube. Dort wurde er am 16. Juni 2007 unter dem Titel Zeitgeist - The Movie: Federal Reserve in fünf Teilen veröffentlicht. Die meisten Sichtungen erhielt der erste Teil, die Zuschauerzahl der folgenden Teile war wesentlich niedriger. Diese Popularitäts-Konzentration verstärkte sich mit der Dauer der Veröffentlichung.

Youtube Interesse an Zeitgeist - The Movie (17. April 2011, 4. Oktober 2012)
Filmteil Sichtungen 17. Apr. 2011 Zuschaueranteil 2011 Sichtungen 4. Okt. 2012 Zuschaueranteil 2012 Länge (Minuten)
Teil 1 4.534.045 100,0 % 5.479.950 100,0 % 7:38
Teil 2 1.509.017 33,3 % 1.791.470 32,7 % 9:26
Teil 3 1.260.194 27,8 % 1.479.029 27,0 % 9:37
Teil 4 1.072.942 23,7 % 1.259.467 23,0 % 9:59
Teil 5 844.909 18,6 % 994.319 18,1 % 8:11

Kritik[Bearbeiten]

Darstellung in den Medien[Bearbeiten]

Der Film Zeitgeist wurde in klassischen Rezensionsmedien wie Fernsehen und Zeitungen kaum wahrgenommen, dafür aber in Internetforen, Radiosendern und Blogs vielfach diskutiert.[18][19] Die Reaktionen spalten sich in zwei Lager: Einerseits artikulieren viele Kommentare Betroffenheit über die im Film dargestellten Zusammenhänge; andererseits drücken viele Beiträge aufgrund der zahlreichen zweifelhaften Darstellungen und der verfälschten Beweise ihre Ablehnung aus.

Kommentare zu Zeitgeist in den Massenmedien sind selten und meistens negativ, da die unsaubere Argumentation auf Basis von verfälschten Tatsachen oder erfundenen Zusammenhängen offensichtlich sei. In einem Artikel der Irish Times hieß es, „Zeitgeist: the Nonsense“ sei eine surreale Perversion von echten Themen und Debatten. Der Film greife Glaubensfragen, die Bush-Regierung und die Globalisierung an, es gebe jedoch mehr als genug nachgewiesene Ungerechtigkeiten in dieser Welt, als dass man weitere hinzuerfinden müsse.[20]

Die New York Times berichtete als eine der wenigen großen Zeitungen über den Film.[21]

Als Reaktion auf die Kritik veröffentlichte Peter Joseph zusätzlich zum Transkript einen 220-Seiten langen Quellenführer zum Film (Zeitgeist: The Movie Companion Source Guide), in dem Belege für die Behauptungen genannt würden. Joseph gibt an, dass dieser Quellenführer bislang nicht von Kritikern angesprochen und bewertet wurde.[22]

Vorwurf: Struktureller Antisemitismus[Bearbeiten]

Wegen der Herstellung eines Zusammenhangs zwischen der Hochfinanz und der Initiation oder der Unterstützung von Kriegen und bewaffneten Konflikten sowie wegen seiner angegebenen Quellen, wie beispielsweise David Icke,[23] wird dem Film struktureller Antisemitismus vorgeworfen.

Fehler und Ungenauigkeiten des 1. Teils[Bearbeiten]

Besonders der erste Teil provozierte heftige Kritik, weil er Fehler und unbelegte Thesen enthält. Zu den Falschangaben gehören:

  • 12 statt 11 Brüder Josephs,
  • der 25. Dezember sei bereits im Urchristentum als Geburtstag Jesu Christi genannt,
  • zwischen dem 22. und 25. Dezember ändere sich der Sonnenstand nicht.

Chris Forbes, Althistoriker mit dem Schwerpunkt Frühes Christentum an der Macquarie University, nennt weitere Fehler:

  • Ra, nicht Horus, war der ägyptische Sonnengott.
  • Isis, die Mutter des Horus in der ägyptischen Mythologie, war nach den Quellen keine Jungfrau.
  • Auch die Mütter von Krishna, Dionysus und Attis waren nach den Quellen keine Jungfrauen.
  • Anubis als „Täufer“ sei unbelegt.
  • Horus werde nicht gekreuzigt, ja nicht einmal getötet.
  • Alle Ereignisse der Isis-Osiris-Horus-Geschichten werden von den Quellen in der „Traumzeit“, also vorgeschichtlicher, mythologischer Zeit situiert.
  • Der 25. Dezember ist kein Datum des ägyptischen Kalenders und weder als Geburtstag Jesu Christi noch des Mithras noch des Dionysos überliefert.
  • Gerald Massey, auf den die Filmmacher sich für die behaupteten Parallelen stützten, war kein Ägyptologe, sondern Dichter und Literaturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Er spielt in der Ägyptologie keine Rolle.[24]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jonathan Brown: The Zeitgeist Heist. In: James Patrick Holding: Shattering the Christ Myth. Xulon Press, 2008, ISBN 1606472712, Kapitel 22 (S. 291-340)
  • Stephen J. Bedard: Exposing the Spirit of the Age: Responding to the Zeitgeist Movie. In: Stephen J. Bedard (Hrsg.): Hope's Reason: A Journal of Apologetics Vol. 1 No. 1. lulu.com, 2012, ISBN 1458381900

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Faherty: Gabrielle Giffords shooter suspect: Moments from a life in spiral. In: The Arizona Republic vom 16. Januar 2011 (online, Zugriff am 14. Oktober 2014); Christoph Cadenbach: Diener der Wahrheit. In: sz-magazin vom 6. Mai 2011 (online, Zugriff am 14. Oktober 2014).
  2. Videointerview mit Peter Joseph "Who is Peter Joseph"
  3. Zeitgeist – Der Film und der Z-Day, 28. Oktober 2009
  4. 5th-Annual-Artivist-Film-Festival-Awards-Announces-Opening-Night-Film-Overview-Official-904439.htm. Abgerufen am 26. November 2014.
  5. pressreleaseheadlines. Abgerufen am 26. November 2014.
  6. Zeitgeist: The Movie - Credit www.zeitgeistmovie.com
  7. Zeitgeist EBook/ Teil 1/ Horus/ Jesus Stellar House Publishing
  8. Transkript und Einzelnachweise zum Film http://www.zeitgeistmovie.com/transcript.htm
  9. Josephs Fürsprache für weitere Untersuchungen in der New York Times
  10. BBC: „Basra governor demands UK apology “ vom 22. September 2005, abgerufen am 8. April 2010
  11. BBC: „UK soldiers 'freed from militia'“ vom 20. September 2005, abgerufen am 8. April 2010
  12. Lois Romano: Literacy of College Graduates Is on Decline in Washington Post vom 25. Dezember 2005, abgerufen am 8. April 2010
  13. Zeitgeist Webseite - offizielle Q&A
  14. 4th Annual Artivist Film Festival and Artivist Awards Announce the Winning Films of “This Year's Festival”, 5. November 2007, press release, zugegriffen am 12. Juni 2009
  15. 4th Annual Artivist Film Festival and Artivist Awards: “Merging Art & Activism”. 31 Oktober 2007, press release, zugegriffen am 12. Juni 2009
  16. Artivist Film Festival (2008)
  17. Milan The 2008 Winners I've seen films International Film Festival
  18. http://www.antifaschismus2.de/index.php?option=com_content&view=article&id=157:zeitgeist-der-film-teil-2&catid=35:911&Itemid=55
  19. http://www.antifaschismus2.de/index.php?option=com_content&view=article&id=156:zeitgeist-der-film-teil-1&catid=51:kultur&Itemid=85
  20. Davin O'Dwyer: Zeitgeist: the nonsense in Irish Times vom 8. August 2007, abgerufen am 8. April 2010
  21. Alan Feuer: „They’ve Seen the Future and Dislike the Present“ in New York Times vom 16. März 2009, abgerufen am 8. April 2010
  22. Zeitgeist Webseite - offizielle Q&A
  23. http://www.h-ref.de/personen/icke-david/
  24. Center for Public Christianity (11. September 2008): John Dickson, Chris Forbes: Zeitgeist: time to discard the Christian story?