Zeitlofs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Zeitlofs
Zeitlofs
Deutschlandkarte, Position des Marktes Zeitlofs hervorgehoben
Koordinaten: 50° 16′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 242 m ü. NHN
Fläche: 40,92 km2
Einwohner: 2074 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97799
Vorwahlen: 09746, 09744Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KG, BRK, HAB
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 166
Marktgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Baumallee 12
97799 Zeitlofs
Webpräsenz: www.markt-zeitlofs.de
Bürgermeister: Wilhelm Friedrich (CSU)
Lage des Marktes Zeitlofs im Landkreis Bad Kissingen
Dreistelzer Forst Forst Detter-Süd Geiersnest-Ost Geiersnest-West Waldfensterer Forst Kälberberg (Unterfranken) Mottener Forst-Süd Neuwirtshauser Forst Omerz und Roter Berg Römershager Forst-Nord Römershager Forst-Ost Roßbacher Forst Waldfensterer Forst Großer Auersberg Münnerstadt Thundorf in Unterfranken Maßbach Rannungen Nüdlingen Oerlenbach Bad Kissingen Aura an der Saale Bad Bocklet Euerdorf Sulzthal Ramsthal Elfershausen Fuchsstadt Hammelburg Elfershausen Wartmannsroth Oberthulba Oberthulba Oberthulba Burkardroth Burkardroth Zeitlofs Zeitlofs Bad Brückenau Bad Brückenau Oberleichtersbach Geroda (Unterfranken) Schondra Schondra Schondra Riedenberg Motten (Bayern) Wildflecken Hessen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Main-Spessart Landkreis Schweinfurt Landkreis Haßberge Landkreis Haßberge SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Zeitlofs ist ein Markt im nordwestlichen Teil des Landkreises Bad Kissingen (Unterfranken).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitlofs liegt in der Region Main-Rhön etwa 40 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Bad Kissingen. Das Gemeindegebiet ist Teil der Hügellandschaft der südlichen Rhön mit einer Höhe von 242 bis 477 Metern über NN. Die nördliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Durch Zeitlofs fließt der kleine Fluss Sinn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwölf Ortsteile sind[2]:

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Namen Zeitlofs liegt der Genitiv des Personennamens Citolf zugrunde, bei dem das Grundwort, etwa mittelhochdeutsch hof, ausgefallen ist.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1167 „Citolves“
  • 1323 „Cytolfs“
  • 1355 „Zitolfs“
  • 1396 „Zeytolfs“
  • 1423 „Zitolffs“
  • 1466 „Zeitloffs“
  • 1529 „Zeitloß“
  • 1535 „Zeitloffs“
  • 1674 „Zeitlofs“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitlofs wurde erstmals im Jahr 1167 mit dem Namen Citolves urkundlich erwähnt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Gotteshäuser gibt es in Detter, Eckarts, Rossbach, Weißenbach und Zeitlofs.

Eine nennenswerte Anzahl Katholiken kamen in die Gemeinde, als für den Truppenübungsplatz Wildflecken 1937 viele Bewohner abgesiedelt und in Weißenbach und Rossbach neuangesiedelt wurden, sowie durch Flüchtlinge und Vertriebene, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der Großgemeinde niederließen. In Weißenbach wurde 1950 eine kleine katholische Kirche als Filiale der Pfarrei Oberleichtersbach erbaut.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung der jüdischen Gemeinde geht in das 16./17. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1840 hatte die jüdische Gemeinde mit 110 Mitgliedern ihre höchste Anzahl erreicht. Die jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge (Neubau 1885), eine Religionsschule und eine Mikwe (1925 neu errichtet). Ihre Toten wurden auf dem Jüdischen Friedhof in Altengronau bestattet.

Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts in der Zeit des Nationalsozialismus verließen bis Juli 1938 alle jüdischen Bewohner den Ort.[4] Das Gedenkbuch des Bundesarchivs verzeichnet 31 in Zeitlofs geborene jüdische Bürger, die dem Völkermord des nationalsozialistischen Regimes zum Opfer fielen.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurden am 1. Mai 1978 der Markt Detter und die Gemeinden Eckarts-Rupboden, Roßbach und Weißenbach in den Markt Zeitlofs eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2.151 Einwohner[6]
  • 1970: 2.259 Einwohner[6]
  • 1987: 2.114 Einwohner
  • 1991: 2.269 Einwohner
  • 1995: 2.295 Einwohner
  • 2005: 2.233 Einwohner
  • 2010: 2.135 Einwohner
  • 2015: 2.074 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat mit 14 Sitzen:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Erster Bürgermeister ist Wilhelm Friedrich. Seine Stellvertreter sind Roland Limpert (2. Bürgermeister) und Martin Stoeck (3. Bürgermeister).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein mit drei gewellten roten Pfählen belegter goldener Balken, in Rot ein halbmondförmiger silberner Buchenzweig mit sechs Blättern.“

Wappengeschichte: In dem Wappen ist das Familienwappen der Freiherren von Thüngen enthalten. Der durch die Gebietsreform am 1. Mai 1978 gebildete Markt Zeitlofs besteht aus einem großen Teil der inneren Thüngen’schen Cent. Seit etwa 1328 war diese Gegend ununterbrochen Thüngen’sches Herrschaftsgebiet. Weder der Fürstbischof von Würzburg noch der Fürstabt von Fulda haben hier je politischen Einfluss gewonnen. Durch die Schlussakte des Wiener Kongresses vom 9. Juni 1815 verlor die Thüngen’sche Cent ihre Selbständigkeit an das Königreich Bayern. Der Buchenzweig mit den sechs Blättern symbolisiert die sechs Ortsteile des Marktes Zeitlofs.

Das Wappen wurde von der Regierung von Unterfranken am 27. Mai 1980 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bedeutendsten Baudenkmäler der Gemeinde sind die Schlösser in Zeitlofs, Weißenbach und Roßbach sowie die evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Zeitlofs aus dem 18. Jahrhundert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Heilsbergeiche, eines der geschützten Naturdenkmäler des Landkreises Bad Kissingen. Mit einem Stammumfang von 6,15 Metern (gemessen auf ein Meter Höhe; Stand: 2009) gehört die Eiche zu den dicksten Bäumen der Rhön.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2007 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 21, im produzierenden Gewerbe 139 und im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr 64 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Im sonstigen Dienstleistungsbereich waren am Arbeitsort 61 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 776. Im Bauhauptgewerbe gab es 5 Betriebe mit 60 Beschäftigten.

Einige Generationen betrieben von ca. 1860 bis in die 1970er Jahre im Ortsteil Eckarts eine Pappenmühle. Otto und Minna Umsonst gestalteten und betrieben die Mühle 1928 nach den damaligen Standards. Ab den 1950er Jahren übernahm der Bruder der Witwe Minna Umsonst, Fritz Tempel, mit seiner Frau Käthe die Pappdeckel-Produktion, die im gesamten fränkischen und hessischen Raum Zulieferer für viele Industriezweige wie zum Beispiel die Spielwaren- und Schuhhersteller zwischen Coburg und Frankfurt war.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg durchquert u. a. im Verlauf der Sinntalbrücke Zeitlofs das Gemeindegebiet.

Die Sinntalbahn bediente bis zur Stilllegung der Strecke die Haltepunkte Zeitlofs, Rupboden und Eckarts auf dem Gemeindegebiet.

1937 war Baubeginn der Reichsautobahn Fulda – Würzburg, die auf dem Gebiet der heutigen Großgemeinde von Rossbach über Weißenbacher Gebiet nach Rupboden führen sollte. Erdwälle und Brückenbauten erinnern an das wegen des Zweiten Weltkriegs unvollendete Bauvorhaben.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es (Stand 2010):

  • je einen Kindergarten in Weißenbach und Zeitlofs
  • eine Grundschule in Zeitlofs

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Geuder (* 16. Mai 1861 in Gnodstadt; † 12. März 1935 in Marktbreit), bekannter Gartenschriftsteller, Dichter und Sprachpfleger, hatte nach seiner Ausbildung zum Lehrer 1879–1880 seine erste Lehrerstelle in Zeitlofs.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111113/013557&attr=OBJ&val=1585
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 252 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. http://www.alemannia-judaica.de/zeitlofs_synagoge.htm
  5. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945. Abgerufen am 22. November 2015.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 738.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zeitlofs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien