Zeittafel Schweiz im Zweiten Weltkrieg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Zeittafel Schweiz im Zweiten Weltkrieg ist eine Auslagerung aus dem Artikel «Schweiz im Zweiten Weltkrieg». Die Tafel trennt politische und militärische Ereignisse nicht.

Eckdaten des Zweiten Weltkrieges und wichtige politische Ereignisse in den direkten Nachbarländern der Schweiz kursiv.

Vorkriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1922[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 28. Oktober, «Marsch auf Rom», Machtergreifung der italienischen Faschisten

1932[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 30. Januar, Machtergreifung der NSDAP, Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler
  • 14. März, die Hakenkreuz-Fahne auf dem Badischen Bahnhof in Basel wird von schweizerischen Gewerkschaftern heruntergeholt, was offizielle Kontroversen mit NS-deutschen Instanzen auslöst.[2]
  • 15. März, «Selbstausschaltung des Parlamentes» in Österreich, Beginn des «Austrofaschismus»; abgesehen von Frankreich und Liechtenstein werden nun alle Nachbarländer von autoritären Regimes beherrscht.
  • 16. November, Beginn des Berner Prozesses gegen Schweizer Frontisten. Anklagepunkt ist ein Verstoss gegen das Berner «Gesetz über das Lichtspielwesen und Massnahmen gegen die Schundliteratur» durch die Verbreitung antisemitischer Propaganda (im Speziellen der «Protokolle der Weisen von Zion») anlässlich einer Propagandaveranstaltung der Frontisten.
  • Die faschistische Nationale Front erreicht bei den Ständerats-Wahlen im Kanton Schaffhausen 26 % der Stimmen. Bei den Wahlen für das Zürcher Stadtparlament erhält sie 10 von 120 Sitzen.

1934[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1935[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 16. März, Deutschland führt, entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages, die Wehrpflicht wieder ein.
  • 14. Mai, Urteil im Berner Prozess. Die «Protokolle der Weisen von Zion» sind Plagiat und Schundliteratur, deren Verbreitung im Kanton Bern strafbar ist.
  • 8. September, Die frontistische Volksinitiative zur Totalrevision der Bundesverfassung (sie erstrebt u. a. eine «Führer-Demokratie» und enthält antisemitische Forderungen) erreicht einen Ja-Stimmenanteil von 27,7 % bei einer Stimmbeteiligung von 60,9 %. In vier Kantonen (Freiburg, Wallis, Obwalden, Appenzell Ausserrhoden) stimmt eine Mehrheit zu.
  • Die Frontisten gewinnen in Zürich und die Union Nationale in Genf je einen Nationalratssitz
  • Neugründung des «Büro für Befestigungsbauten», Beginn des Baus neuer Befestigungsanlagen, vorerst in erster Linie an der Landesgrenze. Erste neugebaute Anlage ist die im gleichen Jahr errichtete Sperrstelle bei der Koblenzer Aarebrücke.[4]
  • Die Sozialdemokraten unterstützen mit ihrem vierten Parteiprogramm Demokratie und Landesverteidigung gegen die NS-Gefahr. Das Ziel, eine «Diktatur des Proletariats» zu errichten, wird gestrichen.

1936[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Wehrvorlage (Aufrüstung der Armee) wird vom Volk angenommen.
  • Beginn privater Geheimverhandlungen von Offizieren der Schweizer und der Französischen Armee welche 1939 zum «Plan H» führen.
  • 4. Februar, geglücktes Attentat auf Wilhelm Gustloff in Davos, Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP-Auslandsorganisation, durch den Juden David Frankfurter.
  • 7. März, Deutschland besetzt, entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages, die entmilitarisierte Zone im Rheinland.
  • 23. Mai, «Marsch auf Bern» der Frontisten mit anschliessender Demonstration von ca. 1000 Frontisten vor dem Bundeshaus.
  • 17. Juli, Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Über 800 Schweizer kämpfen auf republikanischer Seite, ca. 200 fallen.[5]

1937[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bundesrat stellt sich beim Spanischen Bürgerkrieg – vorab aufgrund der Beteiligung von stalinistischen Einheiten auf Seiten der Republikaner – auf die Seite der faschistischen Aufständischen. Dies ruft nicht nur linke Kritik hervor, sondern stösst auch neutralitätspolitisch auf Bedenken.[6]
  • Benito Mussolini wird, mit Einverständnis des Waadtländer Staatsrates, zum Ehrendoktor der Universität Lausanne ernannt.[7]
  • 19. Juli, Friedensabkommen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden der Metallindustrie.[8]
  • 1. November, Berner Prozess, Urteil im Berufungsverfahren. Das Berner Obergericht hebt das Urteil gegen die Verbreiter der «Protokolle der Weisen Zions» aus formaljuristischen Gründen auf. Die Beklagten haben aber mit der Begründung «Wer aber solche Hetzartikel gemeinster Sorte in Verkehr setzt, muss die ihm daraus entstehenden Kosten selber tragen.» die Prozesskosten selbst zu tragen.

1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pikettstellung der Schweizer Armee vor der Mobilmachung 1939
  • 15. März, Bruch des Münchner Abkommens und Einmarsch der Wehrmacht in die «Resttschechei» (Böhmen und Mähren).
  • 28. April, einseitige Aufkündigung des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes durch Deutschland
  • 24. August, Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes (auch bekannt als «Hitler-Stalin-Pakt»)
  • 25. August, verdeckte Generalmobilmachung der deutschen Wehrmacht
  • 29. August, Generalmobilmachung der polnischen Armee
  • 29. August, Mobilmachung der Grenztruppen
  • 30. August, Wahl des Oberstkorpskommandanten Henri Guisan zum General durch die vereinigte Bundesversammlung.
  • gleiches Datum: der Bundesbeschluss über Massnahmen zum Schutze des Landes und zur Aufrechterhaltung der Neutralität überträgt gleichzeitig dem Bundesrat ausserordentliche – normalerweise nur dem Parlament zustehende – Gesetzgebungsbefugnisse, bekannt als Vollmachtenregime.
  • 1. September, Kriegsbeginn in Europa (Einmarsch der Wehrmacht in Polen)
  • 2. September, Generalmobilmachung der Schweizer Armee, Operationsbefehl Nr 1
  • 4. Oktober, Operationsbefehl Nr. 2, «Aufmarsch Nord». Die Armee weicht von der «Rundumverteidigung» ab und stellt sich auf einen Angriff der Wehrmacht ein. Teile der Truppen an der Grenze zu Frankreich werden verschoben. Vorbereitungen für den «Plan H» (Besetzen der Lücke zwischen dem Gempenplateau und der Maginotlinie durch französische Truppen innerhalb weniger Stunden nach einem Einmarsch der Wehrmacht in die Schweiz).[10] Die Limmatstellung wird über den Winter 39/40 massiv ausgebaut.

1940[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 22. Januar, Operationsbefehl 4, «Aufmarsch Nord», Umgruppierungen von Einheiten und verstärkte Verteidigung des Alpenraums.
  • Februar, Einführung der Lohn- und Verdienstersatzordnung. Die Soldaten erhalten fortan zusätzlich zum Sold einen Erwerbsersatz ausbezahlt.
  • April, Das französische 7. Armeekorps steht für die Umsetzung des Plans H an der Schweizer Grenze bereit. Die Stellungen für die französische Artillerie auf dem Gempenplateau sind durch die Schweizer Armee (Baudetachement Renfer) vorbereitet.
  • 10. Mai, Beginn des Frankreichfeldzuges der Wehrmacht.
  • 11. Mai, zweite Generalmobilmachung
  • 14./15 Mai, Flucht von Teilen der Schweizer Zivilbevölkerung aus den Ballungsräumen in die Alpen.
  • 17. Mai, der Bundesrat verzichtet in einem Geheimbeschluss auf die 40 % Golddeckung des Schweizer Frankens. Die Nationalbank verschiebt in der Folge Gold im Wert von 50 Mio CHF in die USA.
  • Ende Mai, La Charité-sur-Loire, Akten zum Plan H werden von deutschen Truppen in Frankreich gefunden und beschlagnahmt.
  • 28. Mai, Verschärfung des Militärstrafrechts, die Todesstrafe für den Tatbestand des Landesverrates wird nicht mehr nur bei unmittelbar drohender Kriegsgefahr ausgesprochen.
  • 4. und 8. Juni, Luftkämpfe zwischen Flugzeugen der Schweizer und der deutschen Luftwaffe über der Ajoie. Abschuss von 3 schweizerischen und 11 deutschen Flugzeugen. In der Folge massiver diplomatischer Druck von Deutschland.[11]
  • 14. Juni, deutsche Truppen erobern Paris
  • 17. Juni, deutsche Panzer erreichen die Grenze bei Pontarlier
  • 19. Juni, deutsche diplomatische Drohnote wegen der Schweizer Angriffe auf luftraumverletzende deutsche Flieger («…werden wir mit anderen Mitteln…»)[12]
  • 20. Juni, Bundesrat Hermann_Obrecht tritt per 31. Juli 1940 zurück.
  • 20. Juni, Guisan verbietet Luftkämpfe bei Luftraumverletzungen.[11]
  • 22. Juni, Protokoll einer Generalstabs-Besprechung: «Der General ist überzeugt, dass die Deutschen nunmehr in erster Linie einen politischen und wirtschaftlichen Druck ausüben»
  • 22. bis 25. Juni, rund 850 Panzer des Korps Heinz Guderian bewegen sich in der Nähe der Schweizer Grenze.[13][11]
  • 23. Juni, Weisung Guisans: Barrikaden-Abbau in den Städten.[14]
  • Bis 25. Juni, die Schweiz interniert rund 29'000 franz. Armeeangehörige und 12'000 Polen des 45. franz. Armeekorps, welche die Grenze entlang des Jura überschreiten.
  • 25. Juni, Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich in Kraft
  • 25. Juni, «Der Zeitpunkt der inneren Wiedergeburt ist gekommen. Jeder von uns muss den alten Menschen ablegen»: Radioansprache des Bundespräsidenten Marcel Pilet-Golaz, in welcher er eine teilweise und stufenweise Demobilmachung der Armee ankündet.[15] Die Bevölkerung wertet die Ansprache als anpasserisch und defätistisch.
  • 26. Juni, in der Schweiz internierten deutschen Piloten wird (sofern reisefähig) die Ausreise erlaubt.[11]
  • Juli, die «Charité-Akten» zum Plan H sind im dt. Führer-Hauptquartier bekannt. Obwohl sie bestens als casus belli geeignet und auch propagandistisch von grossem Wert wären, bleiben sie geheim.
  • Ab 6. Juli, Demobilisierung der Armee um rund zwei Drittel des vorherigen Bestands.[13]
  • 17. Juli, Operationsbefehl 12, Reduitstrategie
  • 25. Juli, Rütlirapport des Generals
  • 9. August, die Schweiz sichert Deutschland in einem Handelsabkommen ein «absolutes Ausfuhrverbot von Kriegsgerät in Feindstaaten» zu, die Schweiz produziert jetzt im Export nur noch für die Achsenmächte.[16]
  • September, Bundespräsident Pilet-Golaz empfängt offiziell Vertreter der faschistischen Frontisten
  • September, Gründung der «Aktion nationaler Widerstand», einer Vereinigung demokratisch gesinnter Persönlichkeiten, z. B. Karl Barth, Walther Bringolf, Walter Allgöwer[17]
  • 7. November, die Verdunkelung von 22:00 – 06:00 wird angeordnet. In der Folge ist für die alliierten Flugzeuge die Landesgrenze nicht mehr erkennbar.
  • 8. November, Bundesrat Minger, Vorsteher des Militärdepartements, reicht seinen Rücktritt auf Ende Jahr ein.
  • 15. November, Die Eingabe der Zweihundert fordert «die Verschärfung der Pressekontrolle, die Ausschaltung von Redaktoren deutschland-kritischer deutschsprachiger Zeitungen und die Ausmerzung von Presseorganen».
  • 15. November, Plan Wahlen, Beginn der sog. Anbauschlacht
  • 19. November, Verbot der Frontistenorganisation Nationale Bewegung der Schweiz
  • 26. November, Verbot der Kommunistischen Partei
  • 16./17. Dezember, Angriff der Royal Air Force (RAF) auf Basel (Basel-Gundeldingen und Binningen), 1 Toter in Basel und 3 in Binningen
  • 23. Dezember, Angriff der RAF auf Zürich (Industriequartier, Höngg und Oerlikon), ein Toter.
  • 31. Dezember, Die zurückgetretenen Bundesräte Rudolf Minger (Militärdepartement) und Johannes Baumann (Justiz- und Polizeidepartement), werden durch Eduard von Steiger (Justiz- und Polizeidepartement) und Karl Kobelt (Militärdepartement) ersetzt.

1941[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Januar, der Schweizer Botschafter in Berlin, Hans Frölicher, zum deutschen Diplomaten von Weizsäcker: Die Schweizer Rüstungsexporte ins Reich seien «eine Investition in den deutschen Sieg»[18]
  • Januar, Repatriierung der 1940 internierten französischen Militärangehörigen. Gleichzeitig wird das bei der Internierung abgenommene Kriegsmaterial übergeben. Die Polen bleiben bis 1945 interniert.[19] Guisan führt Verhandlungen über deren allfällige Beteiligung am Abwehrkampf gegen einen Angreifer.[20]
  • 18. Mai, Maurice Bavaud wird wegen seines gescheiterten Attentats von 1938 in Deutschland hingerichtet.
  • 22. Mai, Michel Hollard vom französischen Agentennetzwerk «Agir» nimmt erstmals Kontakt mit der Britischen Botschaft in Bern auf.
  • Mai, die Zeitschrift «Neue Wege» des Theologen Leonhard Ragaz wird vom Bund zensiert, weil sie «zwischen Demokratie und Diktatur nicht neutral» sei.[21]
  • 22. Juni, Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion
  • 15. Oktober, Beginn der ersten «Schweizer Ärztemission» an die deutsche Ostfront unter Oberstdivisionär Eugen Bircher. Die Mission findet unter deutschem Kommando statt. Zitat aus dem Reglement für die Teilnahme: «Jegliche Kritik oder Diskussion politischer Natur ist strikte [sic] verboten. Taktvolles Benehmen gegenüber den deutschen vorgesetzten Stellen und der Bevölkerung ist Ehrensache.» Es war den Schweizern verboten, russische Verwundete zu behandeln und sie waren (obwohl Teil einer Mission des Schweizerischen Roten Kreuzes) dem deutschen Militärstrafrecht unterstellt.[22]
  • 15. November, Rede Guisans: «Wir wollen uns ans neue Europa anpassen, aber nach Schweizer Art»[17]

1942[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Januar, die im zivilen Strafrecht vorgesehene Todesstrafe wird abgeschafft (das Militärstrafrecht sieht sie bis zum 20. März 1992 weiterhin vor)
  • 20. Januar, Wannseekonferenz, Beschluss zur «Endlösung der Judenfrage»
  • 13. August, «Das Boot ist voll», Bundesrat Eduard von Steiger befiehlt die Schliessung der Grenze für jüdische Flüchtlinge; der Gesamtbundesrat bekräftigt dies später. Nach Schätzungen finden dadurch rund 25'000 jüdische Flüchtlinge den Tod, v. a. in deutschen KZ.[23]
  • 8. November, Allen Dulles trifft in der Schweiz ein und beginnt seine nachrichtendienstliche Tätigkeit für das OSS.
  • 8. November, Operation Torch. Alliierte Landung in Nordafrika.
  • 11. November, Unternehmen Anton, die Wehrmacht besetzt Südfrankreich. Die Schweiz ist vollständig von den Achsenmächten umschlossen. Allerdings gab es faktisch bereits seit 1940 eine vollständige faschistische Umschliessung, da die französ. Regierung Henri Philippe Pétain von Hitlers Gnaden abhing.
  • November, «Weisungen an die Bevölkerung für den Kriegsfall» (unterzeichnet von Bundesrat und General): «1. Die Schweiz verteidigt sich bis zum Letzten»; «2. Nachrichten, die den Widerstandswillen von Bundesrat oder Armeeleitung anzweifeln, sind falsch»; usw.[14]
  • 26. November, interne deutsche Note: «…wohl derzeit niemand daran denkt, das Problem Schweiz militärisch zu lösen, …und dies die für uns arbeitende Schweizer Industrie lange lahmlegen würde» (wegen der von der Schweiz an den Rüstungsfabriken vorbereiteten Sprengungen)[16]

1943[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • März, Wilhelm Canaris meldet über einen Nachrichtendienst-Kanal, Hitler wolle angreifen. Heutige Interpretation dieses «März-Alarms»: Die Abwehrbereitschaft der Schweiz sollte gestärkt werden, als Schutzwall gegen von Süden her anrückende alliierte Truppen.[16]
  • 18. Mai, die RAF bombardiert erneut Zürich-Oerlikon. Bundesrat Pilet-Golaz meint hierzu, dass die Schweizer Regierung den Bombenabwurf als nicht absichtlich betrachte. Absichtlich abgeworfene Bomben würden selbstverständlich für die Schweiz eine Kriegserklärung bedeuten.
  • 10. Juli, Operation Husky, Beginn des Italienfeldzuges der Alliierten mit der Invasion Siziliens
  • 25. Juli, Mussolini wird durch den Grossen Faschistischen Rat als Staatschef abgesetzt. Vittorio Emanuele III. besetzt diese Funktion neu mit Marschall Pietro Badoglio
  • Ab Juli, Internierung von ca. 20'000 italienischen Militärangehörigen, welche die Grenze im Tessin überschreiten.[19]
  • 6. August, Hans Sulzer, Präsident des Industrie-«Vororts», wünscht sich einen deutschen Kriegs-Sieg, da ein Sieg der demokratisch-kommunistischen Koalition dem Stalinismus den Weg ebne[24]
  • 19. August, Fritz Kolbe trifft sich in Bern erstmals mit Allan Dulles
  • 7. September, das Schiff Maloja der Schweizer Handelsflotte wird versehentlich vor Korsika von britischen Kampfflugzeugen versenkt.
  • 8. September, Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten. Deutsche Truppen besetzen den noch nicht von den Alliierten besetzten Teil Italiens und entwaffnen die italienischen Truppen (Fall Achse).
  • 9. September, Gründung der Italienischen Sozialrepublik (Republik von Salò) in Norditalien.
  • 13. Oktober, Italien erklärt Deutschland den Krieg.
  • Oktober, Ende des Verbots von Luftkämpfen
  • Dezember, die Schweizerische Nationalbank weiss mit Sicherheit, dass Deutschland auch jüdisches Opfergold im Umlauf hat. Dennoch findet keine Einschränkung des Goldhandels mit dem NS-Regime statt.[25]

1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. April, Bombardierung von Schaffhausen durch die USAAF (40 Tote)
  • 22. April, Bombardierung von Stein am Rhein (9 Tote)
  • 21. Mai, Neugründung der 1940 verbotenen Kommunistischen Partei als Partei der Arbeit der Schweiz
  • 6. Juni, Landung der Alliierten in der Normandie.
  • 15. Juni, erneute Mobilisierung grösserer Truppenteile.
  • 15. August, Landung der Alliierten in Südfrankreich.
  • September, Alliierte Truppen erreichen die Westgrenze der Schweiz.
  • 12. September, die Verdunkelung wird aufgehoben.
  • 18. Oktober, Gefecht bei den Bagni di Craveggia im Tessin.
  • 7. November, Bundesrat Pilet-Golaz erklärt seinen Rücktritt per 31. Dezember 1944.
  • 3. Dezember, Brief Winston Churchills an seinen Aussenminister Eden: "Die Schweiz hat den Deutschen viel zu viele Vorteile gewährt, aber es war zu ihrer Selbsterhaltung."[26]

1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 11. Januar, die Gotthardlinie wird bei Chiasso durch die Alliierten bombardiert. Ein Lokführer der SBB stirbt.
  • 9. Februar, der Bundesrat verbietet den Kohletransit von Deutschland nach Norditalien.
  • 27. Februar, jeglicher Transit zwischen Deutschland und Italien wird verboten.
  • Zwei Schweizer Bahnbeamte verhindern zusammen mit italienischen Partisanen die Sprengung des Simplontunnels
  • März, Currie-Abkommen mit den Alliierten. Die Schweiz stoppt alle Ausfuhren an Deutschland, teilweise Auslieferung deutscher Vermögenswerte.
  • 24. April, Marschall Pétain, der wenige Tage zuvor aus Sigmaringen in die Schweiz geflohen ist, wird bei Vallorbe nach Frankreich abgeschoben und dem französischen General Kœnig übergeben.
  • 26. April, Internierung von zehn deutschen Bodenseeschiffen in Romanshorn, Rorschach, Arbon und Staad SG.
  • 27. April, Dogno, Mussolini wird beim Versuch via Veltlin in die Schweiz zu fliehen von italienischen Partisanen gefangen genommen und am Folgetag erschossen.
  • Ab 29. April, Kapitulation einzelner deutscher Einheiten in Italien
  • 30. April, Berlin, Hitler begeht Selbstmord.
  • 1. Mai, Operation Sunrise, Schweizer Behördenvertreter (u. a. Max Waibel) vermitteln bei den Waffenstillstands-Verhandlungen zwischen Deutschland (Karl Wolff) und den Alliierten (Allen Dulles).[27]
  • 2. Mai, Kapitulation aller deutschen Einheiten in Italien.
  • 7. Mai, Auflösung der Landesgruppe Schweiz der NSDAP («fünfte Kolonne»).
  • 8. Mai, bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Kriegsende in Europa.
  • 17. Mai, die schweizerische Grenzwache übergibt die internierten deutschen Bodenseeschiffe einem französischen Marinekommando.
  • 1. Juni, der Gustloff-Attentäter David Frankfurter wird aufgrund eines Gnadengesuchs freigelassen und aus der Schweiz ausgewiesen.
  • 20. August, Ende des Aktivdienstes und Demobilisierung der Armee. Verabschiedung des Generals
  • 2. September, Bedingungslose Kapitulation Japans nach Atombomben-Abwürfen. Kriegsende in Asien.

Nachkriegsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abkommen von Washington, die Schweiz bezahlt 250 Mio CHF an die USA.
  • 19. November, eine US-Militärmaschine stürzt mit hochrangigen Offizieren der europäischen Besatzungstruppen auf den Gauligletscher ab. Eine grossangelegte Rettungsaktion und eine Zusammenarbeit verschiedener Truppen findet statt.

1948[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1957[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film Der 10. Mai thematisiert die Ereignisse in der Schweiz (insbesondere die Fluchtbewegung der Städter in die Berge) während des Frankreichfeldzugs der Wehrmacht.

1961[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Akten zum «Plan H» gelangen an die Öffentlichkeit.

1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Bonjour beginnt im Auftrag des Bundesrates seinen Bericht zur Neutralitätspolitik der Schweiz, welcher bis 1970 zu einem neunbändigen Werk anwächst.

1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bührle verkauft einen Restposten Waffen, vor 1945 für Deutschland produziert aber nicht mehr geliefert, nach Afrika. Sie werden im Biafra-Konflikt eingesetzt. Dieter Bührle wird in der Folge wegen Verletzung des Waffenembargos zu 20'000 Franken Geldbusse verurteilt.
  • Der Grosse Rat des Kantons Graubünden nimmt die im Zusammenhang mit dem Urteil 1936 gesprochene Landesverweisung für den Gustloff-Attentäter David Frankfurter zurück.

1976[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film Das Boot ist voll thematisiert die Schweizer Flüchtlingspolitik der Kriegszeit.

1987[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Universität Lausanne will Mussolini die Ehrendoktorwürde nicht aberkennen.

1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Veteranen der Grenzbesetzung 39–45 werden zur «Diamantfeier» zum 50. Jahrestag der Kriegsmobilmachung eingeladen.[28] Der Anlass wird als «Feier des Kriegsausbruchs-Jubiläums» kritisiert.
  • Der Bundesrat räumt ein, dass sich die schweizerischen Behörden 1938–1941 zu wenig für den Hitlerattentäter Maurice Bavaud eingesetzt haben.

1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rehabilitierung von Paul Grüninger durch das Parlament des Kantons St. Gallen. In der Folge Rehabilitierung von weiteren 50 Fluchthelfern durch Bundesbeschluss.
  • Im Zuge der Armeereform 95 werden viele der 1937–1945 erstellten Befestigungswerke deklassifiziert und zurückgebaut oder in Museen umgewandelt. Mit dem Ende der Geheimhaltung sind nun auch Publikationen über die Werke möglich.
  • 7. Mai, Bundesrat Villiger entschuldigt sich für die Rückweisung von Flüchtlingen an der Grenze.

1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Universität Lausanne will Mussolini die Ehrendoktorwürde nicht aberkennen.

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • November, National- und Ständerat debattieren über die Rehabilitierung der 1938 wegen «fremdem Kriegsdiensts» verurteilten Spanienkämpfer.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juli/August: Das Schweizer Fernsehen lässt als «Living History Projekt» in der Festung Fürigen und auf einem Bauernhof im Kanton Obwalden durch Freiwillige «Festungsalltag im Reduit» und Anbauschlacht nachspielen.
  • September: Bundesrat Ueli Maurer hält eine Rede vor Veteranen der Grenzbesetzung 39–45 zum 70. Jahrestag der Kriegsmobilmachung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Koller:«Die Ordnung ist wieder hergestellt.» – Das Massaker von Genf vor 75 Jahren. In: Rote Revue, Heft 4, 2007, S. 32–37. doi:10.5169/seals-342029
  2. a b K. Humbel: Nationalsozialistische Propaganda in der Schweiz, 1976.
  3. Adrian Sulc: Als Hitler den «Bund» verbieten liess. Der Bund, 30. September 2010, abgerufen am 14. September 2016.
  4. Militärische Denkmäler im Kanton Aargau. Inventar der Kampf- und Führungsbauten. Broschüre der Armasuisse.
  5. Heiner Spiess (Hrsg.): «…dass Friede und Glück Europas vom Sieg der spanischen Republik abhängt.» Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg. Limmat Verlag, Zürich 1986, ISBN 3-85791-107-7.
  6. Urs P. Engeler: Grosser Bruder Schweiz, 1990.
  7. Mauro Cerutti: Faschismus. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  8. http://www.geschichte-schweiz.ch/friedensabkommen.html
  9. Handbuch der Schweizer Geschichte, Band 2, 1977.
  10. Anne-Claire de Gayffier-Bonneville, Sécurité et coopération militaire en Europe, 1919–1955, L’Harmattan, Paris 2004, ISBN 2-7475-7436-9.
  11. a b c d Hans Senn: Das Schicksalsjahr 1940, Artikel in der NZZ vom 12. September 2000.
  12. Willi Gautschi: General Henri Guisan, 1989.
  13. a b Jakob Tanner: Reduit national und Aussenwirtschaft. In: Philipp Sarasin et al.: Raubgold – Reduit – Flüchtlinge. 1998.
  14. a b Edgar Bonjour: Geschichte der schweizerischen Neutralität, 1970.
  15. http://www.geocities.com/Athens/Delphi/8730/pilet1.html (Memento vom 14. Februar 2008 im Internet Archive) Text der Ansprache auf Französische und Deutsch.
  16. a b c Jürg Fink: Die Schweiz aus Sicht des Dritten Reiches, 1985.
  17. a b Jakob Tanner: «Die Ereignisse marschieren schnell». In: Andreas Suter et al.: Struktur und Ereignis, 2001.
  18. Robert Urs Vogler: Die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Deutschland und der Schweiz, 1940/41, 1983.
  19. a b Hervé de Weck: Internierungen. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  20. Abendland, September 2010.
  21. Markus Heiniger: Dreizehn Gründe, warum die Schweiz nicht erobert wurde. 1989.
  22. http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1134/pdf/Die_Kriegschirurgie_von_1939-1945.pdf S. 179 ff.
  23. Bundesarchiv (Hg.): Die Schweiz und die Flüchtlinge 1933–45, 1996.
  24. Markus Heiniger: Dreizehn Gründe, warum die Schweiz nicht erobert wurde, 1989.
  25. Barbara Bonhage et al. (Zürcher Lehrmittel-Verlag): Hinschauen und Nachfragen. 2006.
  26. Walther Hofer: Mächte und Kräfte im 20. Jahrhundert.
  27. http://www.acipss.org/intelligence/beitraege/die_schweiz_im_2wk/operation_sunrise.htm Österreichische Gesellschaft für Geheimdienst, Propaganda und Sicherheitsstudien, Sabine Kaspar.
  28. Georg Kreis: Gedenkfeiern. In: Historisches Lexikon der Schweiz