Zelanti

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Zelanti (im Singular Zelante, aus dem it. „eifrig“) ist seit dem 13. Jahrhundert eine Bezeichnung für konservative Angehörige des Klerus und ihre Laienhelfer. Seine konkrete Bedeutung wechselte mit jedem Wiederaufleben des Begriffs, bezeichnet aber immer jemanden, der Eifer zeigt.

In seiner ursprünglichen Bedeutung waren die Zelanti diejenigen Angehörigen des Franziskanerordens, die sich jeder Änderung und Lockerung der durch Franz von Assisi 1221 und 1223 formulierten Ordensregel widersetzten. Als Folge der strengen Anforderungen des heiligen Franziskus in Bezug auf die Praxis der Armut, teilten sich seine Anhänger in zwei Zweige, die Zelanti (oder Spiritualen) und die Relaxati (die später als Minoriten bekannt wurden). Der Ursprung der Fratizellen und der Grund für ihr Wachstum innerhalb und außerhalb des Franziskanerordens werden in der Geschichte der Zelanti gesehen.

Im 18. Jahrhundert waren die Zelanti die Unterstützer der Jesuiten im Zusammenhang mit der Aufhebung des Jesuitenordens 1767–1773. Im Konklave von 1774–1775 teilte sich das Kardinalskollegium in zwei Blöcke auf: pro-jesuitische Zelanti in der Kurie und anti-jesuitische Politicanti – unter den Zelanti waren jene Kurienkardinäle, die säkulare Einflüsse auf die Kirche bekämpften, die Politicanti schloss jene Kardinäle ein, die den europäischen Fürstenhöfen zugehörig waren. Die beiden Blöcke waren in keiner Weise homogen – auch die Zelanti unterschieden sich in moderat und radikal.

Während des Pontifikats von Pius VII. (1800–1823) waren die Zelanti reaktionärer als die Politicanti, strebten eine stark zentralisierte Kirche an in vehementer Ablehnung von säkularisierenden Reformen, wie sie in Frankreich durch die Französische Revolution ausgelöst worden waren und die nun auf den Kirchenstaat ausstrahlten. Die Politicanti, obwohl nicht liberal, waren viel gemäßigter und bevorzugten einen versöhnlichen Umgang mit den Problemen, die neue Ideologien und die beginnende Industrielle Revolution im frühen 19. Jahrhundert verursachten. Die Zelanti und die Gemäßigten waren im Konklave von 1823 und im Konklave von 1829 vertreten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trésor de la langue française (Druckversion) und Trésor de la langue française informatisé (TLFi), Onlineversion (CNRS und Université de Lorraine)
  • Hubert Wolf: Papst und Teufel. Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich. Beck, München 2008, S. 268 f.