Zell (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zell
Zell (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zell hervorgehoben
Koordinaten: 49° 9′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Verwaltungs­gemeinschaft: Wald
Höhe: 486 m ü. NHN
Fläche: 32,93 km2
Einwohner: 1831 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93199
Vorwahl: 09468
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 167
Gemeindegliederung: 51 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 22
93199 Zell
Webpräsenz: www.gemeinde-zell.de
Bürgermeister: Thomas Schwarzfischer (CSU)
Lage der Gemeinde Zell im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Zell ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham im Vorderen Bayerischen Wald und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wald.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell, Gemeinde im Landkreis Cham, liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald und ist ein zentraler Ort zwischen Regensburg, Schwandorf, Cham und Straubing. Die nächstgelegenen Städte sind Wörth an der Donau (23 Kilometer südwestlich) und Roding (13 Kilometer nordöstlich). Durch den Gemeindebereich fließt der Perlbach. In der Nähe befindet sich die Burgruine Lobenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell von der Burgruine Lobenstein aus

Der Name Zell leitet sich von einer klösterlichen Gründung ab. 1326 wurde der Pfarrort erstmals erwähnt. Bei der Teilung des Herzogtums Bayern in eine bayerische und ein pfälzische Linie wurde auch der Ort in ein bayerisches Unterzell und ein pfälzisches Oberzell geteilt. Die Bewohner von Oberzell nahmen während der Reformation den protestantischen Glauben an. Nach der Annexion der kurpfälzischen Besitzungen durch das Herzogtum Bayern mussten die Obernzeller zur römisch-katholischen Glaubenslehre zurückkehren.

Der Ortsteil Hetzenbach hat ebenfalls eine lange Geschichte. Im Jahr 1249 wurde der Ort Huzinbach erstmals im Kataster des Klosters Walderbach erwähnt. Wegen seiner Lage an der Grenze zwischen der Grafschaft Falkenstein und der oberen Pfalz, einem der wichtigsten Handelswege nach Regensburg, ist wahrscheinlich an diesem Ort ein Wirtshaus errichtet worden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberzell in die Gemeinde Unterzell eingegliedert. Außerdem kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Buchendorf hinzu. Am 1. Juli 1971 folgten Beucherling und Schillertswiesen.[2]

Namensänderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1983 heißt die Gemeinde offiziell nur noch Zell.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2011 waren 97,9 % der Bevölkerung Zells katholisch, 1,4 % evangelisch und 0,2 % gehörten anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[3]

Römisch-katholische Kirche
Die Katholiken gehören zur Pfarreiengemeinschaft Wald Zell an, die dem Bistum Regensburg zugeordnet ist. Neben der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Zell, gibt es noch die Filialkirchen St. Florian in Beucherling, St. Martin in Martinsneukirchen, sowie Filial- und Wallfahrtskirche St. Leonhard in Hetzenbach.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell hat 51 Ortsteile [4]:

Auf dem Gemeindegebiet existieren drei Gemarkungen: Beucherling, Schillertswiesen und Zell.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeller Gemeinderat besteht aus 16 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem hauptamtlichen Ersten Bürgermeister. Das Gemeindeparlament wird für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt.

Die Kommunalwahlen am 16. März 2014 brachten folgendes Ergebnis [5]:

Partei/Gruppierung Stimmenanteil Sitze
CSU 26.0 % 3
Christlich Freie Wählergemeinschaft 17.4 % 2
Freie Wähler 16.8 % 2
Bürgerliste 15.4 % 2
Schillertswiesener Unionsliste 11.6 % 1
Freie Wählergemeinschaft Gemeindewohl 8.1 % 1
Junge Liste 4.7 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierender Erster Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Thomas Schwarzfischer (CSU).

Zweiter und Dritter Bürgermeister

Zweiter Bürgermeister ist Thomas Piendl (CSU), Dritter Bürgermeister ist Gerhard Kerscher (Bürgerliste)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Zell (Oberpfalz).png

Blasonierung: „In Silber über grünem Dreiberg übereinander drei oben gezinnte Sparren.“ Die Gemeinde Zell liegt östlich von Regensburg in einem Kessel, den der Mantelberg, der Geißberg und der Zellmüller Berg umschließen. Als Hinweis auf diese charakteristische geografische Lage zeigt das Gemeindewappen einen Dreiberg. Im 14. Jahrhundert erbauten die Hofer von Lobenstein die Burg Lobenstein, die dann während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde und deren Ruine noch heute an die Bedeutung dieser Familie für die Entwicklung des Gemeindegebietes erinnert. Deshalb übernahm man in das Gemeindewappen die drei oben gezinnten roten Sparren aus dem Familienwappen der Hofer von Lobenstein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wohnturm trägt heute eine Aussichtsplattform

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zell befinden sich eine Vielzahl von Baudenkmälern.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Zell
  • Kirche St. Martin Martinsneukirchen
  • Kirche St. Florian Beucherling
  • Kirche St. Leonhardt Hetzenbach. Die Kirche in Hetzenbach wurde 1762 bis 1764 auf einem Granitfelsen im Rokokostil erbaut.

Burgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Lobenstein: Die Burg wurde um 1340 durch Eberhard den Hofer erbaut, dessen Adelsgeschlecht sich dann als Hofer von Lobenstein bezeichnete. 1629 wurde die Burg bayrisch besetzt, als die lutherischen Hofer nach der Rekatholisierung der Oberpfalz abziehen mussten. Sie wurde während des Dreißigjährigen Kriegs 1633 zerstört und ist seither Ruine. Die Burg bestand aus einem freistehenden Wohnturm, einem weiteren, heute abgegangenen Wohnbau und einer ebenfalls nicht erhaltenen Ringmauer.

In der näheren Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Wanderwege
Zell liegt am Goldsteig-Wanderweg.

Dieser verläuft von Zell über den Felsenpark bei Falkenstein und geht weiter zum Tannerl und dann über das Höllbachtal, Stallwang, Konzell bis Sankt Englmar.

Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist auch der Helferstein (Naturdenkmal), die Wallfahrtskirche St. Leonhard in Hetzenbach sowie die Barockkirche in Martinsneukirchen.

Geotope in der Nähe von Zell:

Sport und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es ein reiches Vereinsleben. Die Freiwillige Feuerwehr Zell sowie die Feuerwehren der Ortsteile sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell i. d. Opf.

Im Gemeindegebiet bestehen ausgewiesene Wander- und Radwege, im Winter gespurte Langlaufloipen, überdies werden Kutschfahrten angeboten. Es besteht die Möglichkeit zum Angeln, Baden, Beach-Volleyball sowie ein Angebot zum Sportschießen.

Radweg

Auf der 1984 stillgelegten Bahnlinie von Regensburg nach Falkenstein wurde ein Radweg von ca. 40 km Länge eingerichtet. Entlang der ehemaligen Bahnstrecke finden man „Radler-Cafes“. Es gibt Anschlüsse an überregionale Radwanderwege, die Wichtigsten: Regentalwanderweg, Donauradweg, Festspielradweg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell hat sich durch vielerorts ausgewiesene Baugebiete zu einer Wohngemeinde entwickelt. Es besteht für Betriebsansiedlungen ein neuangelegtes Gewerbegebiet zur Verfügung. In Zell gibt es eine gut ausgebaute Infrastruktur und zahlreiche Handwerks-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen.

Wichtige Ziele der Gemeinde liegen derzeit bei Investitionen in regenerative, umweltfreundliche Energie, energiesparende Technik, der Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie in der Breitbandversorgung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr zu Pfingsten findet in Hetzenbach das traditionelle Pfingstfest statt. Der Ursprung des Festes in seiner heutigen Form liegt in den Wallfahrten zur Kirche St. Leonhardt. Ein Standmarkt um die Kirche mit zahlreichen Schaustellern ist in der gesamten Region weithin bekannt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fremdenverkehr ist vor allem auf Urlaub auf dem Bauernhof ausgerichtet. Darüber hinaus gibt es ausreichend Gastronomie und Privatpensionen.

Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald

Am 8. Januar 2007 wurde die Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald, kurz «AG Vorwald» genannt[6], gegründet. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Region in touristischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht zu fördern und zu stärken. Mitglieder dieser Gemeinschaft sind die Gemeinden Altenthann, Bernhardswald, Brennberg, Falkenstein, Michelsneukirchen, Rettenbach, Wald, Wiesenfelden, Zell (Oberpfalz) und die Stadt Wörth an der Donau, überdies alle Heimat-, Tourismus- und Fremdenverkehrsvereine dieser Gemeinden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zell gibt es folgende kommunale Einrichtungen:

  • Kindergarten
  • Kinderkrippe
  • Gemeindebücherei

Bildung und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule
  • VHS-Kurse

Es besteht ein Schulverband mit der Gemeinde Wald.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde erscheint das Bayerwaldecho, eine Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Nepomuk von Fuchs, Chemiker und Mineraloge, ist am 15. Mai 1774 im Ortsteil Mattenzell geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 560.
  3. Bayerisches Landesamt für Statistik. Gemeinde Zell. Statistik kommunal 2015 PDF, München 2016, S. 6.
  4. Bayerische Landesbibliothek Online
  5. Kommunalwahl 2014: [1] Zell (Oberpfalz)
  6. Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald [2], abgerufen am 26. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zell (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien