Zen (Mikroarchitektur)

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Zen microarchitecture.svg
Schema Zen-Mikroarchitektur
Produktion: seit 2. März 2017
Produzenten:
Befehlssatz: AMD64 (x86-64)
Mikroarchitektur: x86-Prozessor
Sockel:
Namen der Prozessorkerne:
  • Raven Ridge (APUs)
  • Summit Ridge (Desktop-CPUs)
  • Snowy Owl (Server-APUs)
  • Naples/Epyc (Server-CPUs)[2]

Zen ist eine Prozessor-Mikroarchitektur (x86-64) des Unternehmens AMD. Die Markteinführung der ersten Zen-basierten Prozessoren unter dem Markennamen Ryzen ['raɪzən:] (Codename: „Summit Ridge“) war am 2. März 2017.[3] Im Juni 2017 kam die Server-Baureihe Epyc, die ein Multi-Chip-Modul aus 4 Zen/Zeppelin- Einzelchips besteht, auf den Markt. Im Oktober 2017 folgten die Prozessoren mit Grafikprozessor (Accelerated Processing UnitAPU) für mobile Geräte (Codename: „Raven Ridge“). Die Prozessoren mit Grafikprozessor für Desktop-Computer kamen im Februar 2018 auf den Markt.[4]

Im April 2018 kam eine optimierte Ausgabe von Zen, genannt Zen+, auf den Markt. Zen+ wird im Gegensatz zu Zen in einem 12nm-LP-Prozess bei Globalfoundries hergestellt. Zusammen mit Cacheoptimierungen, höheren Basis- und Turbo-Taktfrequenzen und schnellerem DDR4-Arbeitsspeicher wird eine Steigerung der Leistung um ca. 10 % erreicht.[5]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut AMD war das vorrangige Ziel der Entwicklung die Verbesserung der Single-Core-Performance anstatt der Multithreading-Performance oder einer Erhöhung der Anzahl der CPU-Kerne.[6][7][8] Aussagen von AMD während der Entwicklung wiesen darauf hin, dass die Core-Multithreading-Architektur CMT zugunsten der Technik Simultaneous Multithreading (SMT) aufgegeben wurde.[9] Der Konkurrent Intel nutzt SMT in der heutigen Form seit Core i. Es wurde davon ausgegangen, dass die Umstellung eine starke Verbesserung der Effizienz zur Folge haben würde, möglicherweise zu Lasten einer Vergrößerung der Chipfläche.[8]

Die Zen-Prozessoren werden im 14-nm-FinFET-Prozess von Globalfoundries hergestellt.[10] Die vorige Prozessorgeneration AMD Fusion basierte noch auf den Strukturgrößen 32 nm und 28 nm.[11] Mit der Architektur „Zen“ sind sowohl reine CPUs („Summit Ridge“) als auch APUs mit integrierter Grafikprozessoreinheit („Raven Ridge“) verfügbar. Beide verwenden den erstmals für diese Prozessoren genutzten neuen Sockel AM4.[12] DDR4-Speicher wird unterstützt. Neben den Modellen für Desktop-Computer sind auch solche für den mobilen Betrieb verfügbar.

Blockschaltbild von Ryzen-CPUs: aufgebaut mit demselben Grundbaustein: einem 4-CPU-Complex

Ein Zen-Kern enthält vier Integer-ALUs, zwei als Lade-/Speicher-Einheiten ausgelegte AGUs sowie eine in vier Pipelines aufgeteilte Gleitkomma-Einheit. Die Gleitkommaeinheiten sind als 128-Bit-SIMD-Einheiten ausgelegt und unterstützen AVX-Instruktionen sowie FMA-Operationen. Die beiden AVX-Einheiten können zusammengeschaltet werden und führen dann eine 256-bittige AVX-2-Instruktion aus.

Der L1-Cache ist 32+64 kB (Data+Instructions) und der L2-Cache 512 kB groß; der L3-Cache ist bei den Vierkernern 8 oder 16 MB und bei den Sechs- und Achtkernern 16 MB groß.

Der grundlegende Baustein für alle bis Juni 2017 erschienenen „Summit Ridge“- und „Naples“-Chips ist ein Komplex (CCX: Core CompleX) aus 4 Kernen mit zugehörigen Cache-Bereichen. Zwei dieser Komplexe werden auf einem „Zeppelin“ genannten „Die“ integriert, die beiden Komplexe werden mit einem „Infinity Fabric“ genannten Bündel aus seriellen Verbindungen verschaltet. Mit derselben Verbindungstechnik werden mehrere "Dies" auf den Multi-Chip-Modulen für die Threadripper- und die Naples/Epyc-Baureihen sowie auch im Serverbereich die beiden „SP3-Socket“ genannten Fassungen verschaltet. Das Zwei-Chip-Modul der Threadripper-Baureihe nutzt eine Abwandlung der Serverfassung SP3 (genannt „TR4“), ein Land Grid Array mit 4097 Kontakten, auch als „Socket 4094“ oder „LGA 4094“ bezeichnet. Die hohe Anzahl von Kontakten wird benötigt, um insgesamt 8 DDR4-Speicherkanäle, bis zu 128 PCIe-3.0-Lanes je Sockel und die Infinity-Fabric-Leitungen nach außen führen zu können. Mit einem Chip und zwei Fassungen (AM4 und SP3) können somit Systeme von 4 bis 32 Kernen realisiert werden.

Auf der Computex 2017 stellte AMD ein Multi-Chip-Modul aus zwei 8-Kern-Zeppelin-Dies für Hochleistungs-Desktops mit dem Markennamen Threadripper vor. [13][14]

Im Serverbereich werden vier Zeppelin-Dies zu einer 32-Kern-Naples-CPU vereint (als Multi-Chip-Modul). Der Codename Naples wurde durch den Markennamen Epyc ersetzt, der der Nachfolger der Opteron-Server CPU-Baureihe ist.

Ryzen profitiert besonders von schnellem Arbeitsspeicher, weil die Taktrate des „Infinity Fabric“ direkt vom Speichertakt abhängt. Schnellerer Arbeitsspeicher bedeutet dadurch auch schnelleren Datenaustausch zwischen zwei Core Complexes. Aktuelle AM4-Mainboards unterstützen hierfür maximal DDR4-3200.[15]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen für Zen begannen kurz nachdem der Chefentwickler Jim Keller 2012 erneut bei AMD eingestellt wurde.[16] Er hatte bereits von 1998 bis 1999 für AMD gearbeitet, war an der Entwicklung der K7-Architektur beteiligt und leitete die Entwicklung der K8-Architektur. Keller verließ AMD im September 2015 wieder.[17]

Ursprünglich sollte der auf der ARM64-Architektur basierende K12-Kern vor den Prozessoren mit Zen-Architektur erscheinen. Am Finanzanalystentag im Mai 2015 wurde jedoch bekanntgegeben, dass die K12-Architektur zugunsten der Zen-Architektur verschoben wird, um für Zen im Laufe des Jahres 2016 die Marktreife zu erreichen.[18]

Im November 2015 sagte ein ehemaliger Angestellter von AMD, die Zen-Technik habe bei Tests „alle Erwartungen erfüllt“ und es seien „keine signifikanten Flaschenhälse gefunden“ worden.[19][20]

Die Markteinführung der ersten Zen-Modelle mit 8 Kernen unter dem Namen „Ryzen 7“ erfolgte am 2. März 2017. Die kleineren Modelle mit der Bezeichnung „Ryzen 5“ (4 bis 6 Kerne) folgten im April 2017; die leistungsschwächeren und günstigeren Modelle „Ryzen 3“ (4 Kerne) erschienen dann im Juli 2017.

Markterfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Markteinführung der Ryzen-Modelle im Frühjahr 2017 verhalf AMD zu einer deutlichen Verbesserung seiner Wettbewerbsposition gegenüber Intel, dem einzigen Rivalen im Bereich der Desktop-Prozessoren: So gewann AMD laut einem Bericht von Extremetech.com ab März 2017 bei den Verkaufszahlen des großen deutschen Online-Händlers Mindfactory.de jeden Monat 5 bis 9 Prozentpunkte Anteil hinzu.[21] Im August 2017 übertraf AMD den Rivalen Intel dann sogar bei den Verkaufszahlen und verbuchte einen Anteil von rund 56 Prozent für sich (Intel: rund 44 Prozent).

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Modellbezeichnungen der neuen Ryzen-Prozessoren von AMD lehnen sich stark an die von Intel an. So sind die Ryzen-7-Modelle als äquivalent zu den Intel-Core-i7-CPUs zu sehen, die Ryzen 5 konkurrieren entsprechend mit Core i5 und die Ryzen-3-Modelle sind das Pendant zu Intels Core i3. Eine genauere Erklärung der Modellbezeichnungen zeigt dieses Bild.

Server ohne Grafikeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epyc 7000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blockschaltbild einer AMD-Epyc-CPU: aufgebaut aus 4 Zeppelin-Chips auf einem MultiChip-Modul

Am 20. Juni 2017 präsentiert AMD den Serverprozessor mit Codenamen „Naples“, welcher den Handelsnamen Epyc erhielt. Es handelt sich dabei um ein 4-Chip-Modul, welches aus Zeppelin-Einzelchips aufgebaut ist. Es werden Varianten für Ein- oder Zwei-Sockel-Systeme angeboten.

Die große Anzahl an I/O-Verbindungen bzw. PCIe-Lanes und die hohe Speicherbandbreite durch 8 Speicherkanäle übertreffen zu diesem Zeitpunkt das Konkurrenzprodukt Intel Xeon (Broadwell). Epyc ist damit im Servermarkt konkurrenzfähig, Motherboards mit PCI-Express-OcuLink-Verbindern, die jeweils 4 PCIe-Lanes zum Anschluss von schnellen NVMe-Solid-State-Drive-Massenspeichern nutzen, werden angeboten.[22]

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
TDP Anzahl
RAM-
Kanäle
Anzahl
Sockel
Epyc 7601 32 / 64 2,2 GHz (3,2 GHz) 155/180 W 008 002
Epyc 7551 2,0 GHz (3,0 GHz) 155/180 W 002
Epyc 7551P 2,0 GHz (3,0 GHz) 155/180 W 001
Epyc 7501 2,0 GHz (3,0 GHz) 155/170 W 002
Epyc 7451 24 / 48 2,3 GHz (3,2 GHz) 155/180 W 002
Epyc 7401 2,0 GHz (3,0 GHz) 155/170 W 002
Epyc 7401P 2,0 GHz (3,0 GHz) 155/170 W 001
Epyc 7351 16 / 32 2,4 GHz (2,9 GHz) 155/170 W 002
Epyc 7351P 2,4 GHz (2,9 GHz) 155/170 W 001
Epyc 7301 2,2 GHz (2,7 GHz) 155/170 W 002
Epyc 7281 2,2 GHz (2,7 GHz) 155/170 W 002
Epyc 7251 08 / 16 2,1 GHz (2,9 GHz) 155/120 W 002

Epyc 3000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2018 brachte AMD eine weitere Baureihe von Serverprozessoren unter dem Markennamen Epyc heraus, die mit den Xeon-D Prozessoren von Intel konkurrieren.[23][24] Sie bestehen aus einem oder zwei (auf einem Multi-Chip-Modul) Zeppelin-Chips, die in einem neuen BGA-Lötsockel integriert werden.[25] Es wird eine lange Verfügbarkeit von 10 Jahren versprochen, bis zu acht 10-Gbit-Ethernet-Kanäle sollen integriert sein. Die hohe Ein-/Ausgabe-Performance durch die 64 bzw. 32 PCIe-3.0-Lanes wird besonders beworben. Gedacht sind diese Prozessoren für sogenannte Edge Server oder Embedded Server, kleine Ein-Sockel-Systeme für IoT-Anwendungen.

Modell Kerne/
Threads
CPU-Takt (GHz) L3-
Cache
TDP Anzahl
RAM-
Kanäle
max.
RAM-
Takt
(MHz)
PCIe
3.0-
Lanes
Tj
Base AllCore
Boost
max.
Boost
Epyc 3451 16 / 32 2,15 2,45 3,00 32 MB 100 W 0004 2666 0× 64 095 °C
Epyc 3401 16 / 16 1,85 2,25 3,00 32 MB 085 W 2666 105 °C
Epyc 3351 12 / 24 1,90 2,75 3,00 32 MB 080 W 2666 095 °C
Epyc 3301 12 / 12 2,00 2,15 3,00 32 MB 065 W 2666 095 °C
Epyc 3251 08 / 16 2,50 3,10 16 MB 050 W 0002 2666 0× 32 105 °C
Epyc 3201 08 / 80 1,50 3,10 16 MB 030 W 2133 095 °C
Epyc 3151 04 / 80 2,70 2,90 16 MB 045 W 2666 095 °C
Epyc 3101 04 / 40 2,10 2,90 08 MB 035 W 2666 095 °C

Desktop ohne Grafikeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryzen Threadripper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blockschaltbild einer AMD Threadripper-CPU: aufgebaut aus 2 Zeppelin-Chips auf einem MultiChip-Modul

Am 10. August 2017 erschien die High-End-Desktop-Modellreihe Ryzen Threadripper im LGA-Package für den Sockel TR4. Dabei sind die Pins nicht mehr wie bei AMD-Prozessoren üblich am Prozessor, sondern auf dem zugehörigen Sockel zu finden. Vier Modelle kamen im August 2017 auf den Markt: Der Ryzen Threadripper 1950X mit 16 Kernen und 32 Threads kostete 999 US-Dollar, während der kleinere Prozessor Ryzen Threadripper 1920X mit 12 Kernen und 24 Threads 799 US-Dollar, jeweils vor Steuern, kostete. Der 1920X läuft mit 3,5 GHz Basistakt und 4,0 GHz Turbo-Takt. Die Basistaktfrequenz des 1950X liegt bei 3,4 GHz und damit 0,1 GHz niedriger, die Turbo-Taktfrequenz beträgt jedoch ebenfalls 4,0 GHz. Außerdem kamen noch die Modelle 1900X und 1920 auf den Markt. Das Modell 1900X hat 8 Kerne und 16 Threads sowie 16 MB L3-Cache. Das Modell 1920 hat 12 Kerne und 24 Threads mit 32 MB L3-Cache in einer wie vom Ryzen 5 und 7 bekannten Non-X-Variante mit niedrigerem Basistakt und eingeschränktem XFR.[26] Der Sockel TR4 ist mit dem Epyc/Naples-Sockel SP3r2 eng verwandt. Er verfügt über 64 PCIe-Lanes, 4 DDR4-Hauptspeicherkanäle und unterstützt bis zu 2 TB Arbeitsspeicher und wird den (mit dem X370-Chipsatz verwandten) X399-Chipsatz verwenden.

Zuvor war über acht verschiedene Modelle unter dem angenommenen Namen „Ryzen 9“ von 16- über 14- und 12- bis zu 10-Kern-CPUs spekuliert worden.[27][28] Jedoch basierten diese Spekulationen auf Falschmeldungen und erhärteten sich nicht. 10- oder 14-Kern-CPUs könnten demnach nicht produziert werden, da die Kerne auf den vier verwendeten CPU-Complexes (CCX) immer symmetrisch abgeschaltet werden müssten.[29]

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
XFR L3-
Cache
TDP
Ryzen Threadripper 1900X 08 / 16 3,8 GHz (4,0 GHz) 4,2 GHz 16 MB 180 W
Ryzen Threadripper 1920X 12 / 24 3,5 GHz (4,0 GHz) 4,2 GHz 32 MB 180 W
Ryzen Threadripper 1950X 16 / 32 3,4 GHz (4,0 GHz) 4,2 GHz 32 MB 180 W

Ryzen 7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryzen 1800X

Die ersten drei verfügbaren Prozessor-Modelle der Ryzen-Serie waren die Modelle Ryzen 7 1800X, Ryzen 7 1700X und Ryzen 7 1700.[30] Sie sind allesamt reine CPUs ohne zusätzliche Grafikeinheit und sind mit jeweils acht Rechenkernen ausgestattet, welche durch Simultaneous Multithreading (SMT) 16 Threads bieten. AMD gibt für die neuen Modelle lediglich einen garantierten Grundtakt an. Der angegebene Turbotakt wird nur bei Last auf maximal zwei Kernen angelegt, der Turbotakt für Last auf allen Kernen ist niedriger. Mittels XFR (Extended Frequency Range) kann der Prozessor bei ausreichender Kühlleistung und Last auf nur zwei Kernen den Takt in 25-MHz-Schritten sogar über den Turbotakt hinaus erhöhen[31].

Mit dem Erscheinen der 2. Generation (Zen+) und der einhergehenden Fertigungstechnologie im 12-nm-Prozess erfuhr die Architektur eine Verbesserung hinsichtlich der Taktbarkeit und der Leistungsaufnahme. Der Turbotakt wird im Zusammenspiel mit XFR2 nun nicht mehr nur auf zwei Kernen, sondern je nach Temperatur- und Leistungsbudget auf alle Kerne angewendet. Eine Angabe wie viel Mehrtakt möglich ist erfolgt nicht, es ist jedoch eine nahezu lineare Taktverteilung je nach Anzahl der ausgelasteten Kerne über den Basistakt festzustellen[32].

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
XFR L3-
Cache
TDP
Ryzen 7 1700 08 / 16 3,0 GHz (3,7 GHz) 3,75 GHz 16 MB 065 W
Ryzen 7 2700 08 / 16 3,2 GHz (4,1 GHz) XFR2 16 MB 065 W
Ryzen 7 1700X 08 / 16 3,4 GHz (3,8 GHz) 3,90 GHz 16 MB 095 W
Ryzen 7 1800X 08 / 16 3,6 GHz (4,0 GHz) 4,10 GHz 16 MB 095 W
Ryzen 7 2700X 08 / 16 3,7 GHz (4,3 GHz) XFR2 16 MB 105 W

Ryzen 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten vier verfügbaren Ryzen-5-Modelle kamen am 11. April 2017 zu Preisen zwischen 189 und 279 Euro auf den Markt.[33] Das Modell Ryzen 5 1600X verfügt über sechs Kerne und hat dieselben Taktfrequenzen wie das Modell Ryzen 7 1800X; das Modell Ryzen 5 1500X hat vier Kerne.[34]

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
XFR L3-
Cache
TDP
Ryzen 5 1400 04 / 8 3,2 GHz (3,4 GHz) 3,45 GHz 08 MB 065 W
Ryzen 5 1500X 04 / 8 3,5 GHz (3,7 GHz) 3,90 GHz 16 MB 065 W
Ryzen 5 1600 06 / 12 3,2 GHz (3,6 GHz) 3,70 GHz 16 MB 065 W
Ryzen 5 2600 06 / 12 3,4 GHz (3,9 GHz) XFR2 16 MB 065 W
Ryzen 5 1600X 06 / 12 3,6 GHz (4,0 GHz) 4,10 GHz 16 MB 095 W
Ryzen 5 2600X 06 / 12 3,6 GHz (4,2 GHz) XFR2 16 MB 095 W

Ryzen 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten beiden Modelle der Ryzen-3-Serie kamen am 27. Juli 2017 auf den Markt. Der Ryzen 3 1200 mit einem Basistakt von 3,1 GHz und einem Turbo-Takt von 3,4 GHz, sowie der Ryzen 3 1300X mit einem Basistakt von 3,5 GHz und einem Turbo-Takt von 3,7 GHz, beide ausgestattet mit vier Kernen und vier Threads. Ein Unterschied zwischen den beiden befindet sich also lediglich in ihren Taktfrequenzen und der XFR-Fähigkeit.

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
XFR L3-
Cache
TDP
Ryzen 3 1200 04 / 4 3,1 GHz (3,4 GHz) 3,45 GHz 08 MB 065 W
Ryzen 3 1300X 04 / 4 3,5 GHz (3,7 GHz) 3,90 GHz 08 MB 065 W

Desktop mit Grafikeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryzen 5 und 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryzen-Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit für den Desktop-Einsatz (APU; „Raven Ridge“) hatten ihre Markteinführung am 12. Februar 2018.[35] Für die beiden Prozessoren erschien jeweils eine GE-Version mit reduziertem Takt und niedrigerer TDP von 35 W am 10. Mai 2018.[36] Im Mai 2018 kam ebenfalls eine mit "Pro" bezeichnete Version sämtlicher Desktopprozessoren mit Grafikeinheit auf den Markt.[37]

Die Prozessoren 2200G und 2400G kamen im Februar 2018 zu Preisen von 99 US-Dollar (Ryzen 3 2200G), das waren rund 80 Euro, bzw. 149 US-Dollar (Ryzen 5 2400G), das waren rund 120 Euro, in den USA auf den Markt; angesichts ihres guten Preis-/Leistungsverhältnisses sprach die US-amerikanische Computerzeitschrift ZDNET davon, dass sie den Markt für günstige Personalcomputer insbesondere wegen ihrer guten Grafikleistung „durcheinanderwirbeln“ würden (“The price points at which AMD is selling these new chips makes them particularly disruptive”[38]).

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
XFR L3-
Cache
TDP GPU max.
GPU-Takt
Ryzen 5 2400G 04 / 8 3,6 GHz (3,9 GHz) 4,10 GHz 04 MB 065 W 11 Vega-CUs 1,25 GHz
Ryzen 5 2400GE 04 / 8 3,2 GHz (3,8 GHz) GHz 04 MB 035 W 11 Vega-CUs 1,25 GHz
Ryzen 3 2200G 04 / 4 3,5 GHz (3,7 GHz) 3,90 GHz 04 MB 065 W 08 Vega-CUs 1,10 GHz
Ryzen 3 2200GE 04 / 4 3,2 GHz (3,6 GHz) GHz 04 MB 035 W 08 Vega-CUs 1,10 GHz

Mobile Desktop mit Grafikeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2017 kamen die ersten Varianten der für mobile Rechner gedachten Ryzen-Prozessoren, Codename Raven Ridge, auf den Markt. Es handelt sich dabei um den bereits von den anderen Ryzen-Prozessoren bekannten Vierkern „Core Complex“ mit einer über „Infinity Fabric“ integrierten Grafikeinheit aus der Baureihe der Vega-Grafikkerne.[39] Da diese Prozessoren nur von Notebookherstellern verbaut werden, waren sie de facto nicht sofort verfügbar. Erste Notebooks mit diesen Prozessoren waren in Deutschland ab Januar 2018[40][41] verfügbar.

Die Prozessoren sind sowohl von der Prozessorleistung als auch von der Grafikleistung und dem Energieverbrauch konkurrenzfähig mit der gleichzeitig erschienenen neuen Intel-Generation „Coffee Lake“.

Am 8. Januar 2018 erschienen zwei weitere Prozessoren aus der Ryzen-3-Serie für eher günstige mobile Geräte: Die Ryzen-3-Modelle 2300U und 2200U.[42] Erste Notebooks mit dem mobilen Ryzen-3-Modell waren in Deutschland im März 2018[43] verfügbar. Beide Prozessoren können vier Threads gleichzeitig verarbeiten. Das Modell 2300U ist ein Vierkern ohne SMT und das Modell 2200U ist ein Doppelkern mit SMT. Die integrierten Grafikeinheiten sind auch in der Leistung reduziert: Der 2300U hat sechs Compute Units (CU), der 2200U nur drei CUs. Nach Angaben von AMD reicht dies aber noch aus, um das den vergleichbaren Intel-Prozessor Core i3-7100U bei der Grafikleistung zu übertrumpfen.[44]

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
L3-
Cache
TDP GPU max.
GPU-Takt
Ryzen 7 2700U 04 / 8 2,2 GHz (3,8 GHz) 04 MB 015 W 10 Vega-CUs 1,3 GHz
Ryzen 5 2500U 04 / 8 2,0 GHz (3,6 GHz) 04 MB 015 W 08 Vega-CUs 1,1 GHz
Ryzen 3 2300U 04 / 4 2,0 GHz (3,4 GHz) 04 MB 015 W 06 Vega-CUs 1,1 GHz
Ryzen 3 2200U 02 / 4 2,5 GHz (3,4 GHz) 04 MB 015 W 03 Vega-CUs 1,1 GHz

Embedded mit Grafikeinheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ryzen V1000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2018 bringt AMD neben den Epyc-3000-Embedded-Server-Prozessoren eine weitere Reihe von Embedded-Prozessoren heraus, die Ryzen-V1000-Varianten. Sie entsprechen im Wesentlichen (bis auf den BGA-Lötsockel) den Raven-Ridge-APUs. Sie sind gedacht für Embedded-Systeme, die Grafikanwendungen beinhalten, genannt werden als Beispiele Spielautomaten oder medizinische Visualisierungsanwendungen. Eine lange Verfügbarkeit wird versprochen, es gibt zum Erschienungstermin auch Motherboards für die Prozessoren, die CPU-Packung kommt mit einem FP4 BGA package genannten Lötsockel (37 mm × 29 mm, 0,8 mm pitch)[45][46].

Modell Kerne/
Threads
Basis-/
(Turbotakt)
L2-
Cache
L3-
Cache
TDP
(CPU)
GPU Shader max.
GPU-Takt
Arbeits-
speicher
TDP
(GPU)
Ryzen V1807B 4 / 8 3,35 GHz (3,8 GHz) 2 MB 4 MB 35–54 W 11 Vega-CUs 704 1,3 GHz 2 × DDR4-3200 45 W
Ryzen V1756B 4 / 8 3,25 GHz (3,6 GHz) 2 MB 4 MB 35–54 W 08 Vega-CUs 512 1,3 GHz 2 × DDR4-3200 45 W
Ryzen V1605B 4 / 8 2,00 GHz (3,6 GHz) 2 MB 4 MB 15 W 08 Vega-CUs 512 1,1 GHz 2 × DDR4-2400 12–25 W
Ryzen V1202B 2 / 4 2,30 GHz (3,2 GHz) 1 MB 4 MB 15 W 03 Vega-CUs 192 1,0 GHz 2 × DDR4-2400 12–25 W

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Juyeop Han: Samsung Electronics Does Toll Manufacturing for AMD’s Next Chip. In: etnews. 22. Dezember 2015, abgerufen am 11. Dezember 2017.
  2. Jeff Kampman: AMD gives us our first real moment of Zen. Tech Report, 18. August 2016, abgerufen am 18. August 2016.
  3. Christian Hirsch: AMD Ryzen 7 1800X: High-End-Prozessor fürs halbe Geld. In: heise online. 2. März 2017, abgerufen am 3. März 2017.
  4. AMD Ryzen 3 2200G und Ryzen 5 2400G: Kombiprozessoren mit Vega-Grafik. heise online, abgerufen am 19. Februar 2018 (deutsch).
  5. Christof Windeck: AMD Ryzen 2000: Noch bessere Prozessoren. heise online, 19. April 2018, abgerufen am 18. Juni 2018.
  6. Weekend tech reading: AMD 'Zen' and their return to high-end CPUs, tracking Windows pirates. TechSpot. Abgerufen am 12. Mai 2015.
  7. AMD: Zen chips headed to desktops, servers in 2016. The Tech Report. Abgerufen am 12. Mai 2015.
  8. a b Anton Shilov: AMD: ‘Bulldozer’ was not a game-changer, but next-gen ‘Zen’ will be. In: KitGuru, 11. September 2014. Abgerufen am 1. Februar 2015. 
  9. AMD 2015 comeback attempt: reforming high-performance processor, abandon modular architecture.. Extreme Performance Review. Abgerufen am 10. Mai 2015.
  10. Peter Bright: AMD’s moment of Zen: Finally, an architecture that can compete. In: Ars Technica. 2. März 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  11. Sebastian Pop: 14nm AMD Zen CPU Will Have DDR4 and Simultaneous Multithreading. In: Softpedia News. 8. Januar 2015, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  12. AMD's next-gen Zen CPU due in 2016. PC Gamer. Abgerufen am 12. Mai 2015.
  13. Erste Benchmarks für AMD Ryzen Threadripper. Abgerufen am 31. Mai 2017.
  14. Erstes Mainboard für AMD Ryzen Threadripper. Abgerufen am 31. Mai 2017.
  15. Marc Sauter: RAM-Overclocking getestet: Ryzen profitiert von DDR4-3200 und Dual Rank. In: Golem. Abgerufen am 9. Dezember 2017.
  16. Jim Keller Talks About AMD's Upcoming Zen And K12 Cores auf YouTube
  17. Jim Keller Leaves AMD. anandtech.com. Abgerufen am 14. Oktober 2015.
  18. Ryan Smith: AMD’s 2016–2017 x86 Roadmap: Zen Is In, Skybridge Is Out. In: AnandTech. 6. Mai 2015, abgerufen am 11. Dezember 2017 (englisch).
  19. Mark Campbell: AMD Tests Zen CPUs, "Met All Expectation" with no "Significant Bottlenecks" found. In: Overclock3D. Time To Live Media, 6. November 2015, abgerufen am 9. Dezember 2017.
  20. Joel Hruska: GlobalFoundries announces 14 nm validation with AMD Zen silicon. In: ExtremeTech. 6. November 2015, abgerufen am 9. Dezember 2017.
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