Zenta Mauriņa

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Zenta Mauriņa, Foto, um 1930
Briefmarkenausgabe zu Ehren von Zenta Mauriņa (Lettland 1996)

Zenta Mauriņa [ˈzenta ˈmaʊ̯riɲa] (* 15. Dezember 1897 in Lejasciems bei Gulbene, Gouvernement Livland, Russisches Reich; † 25. April 1978 in Basel) war eine lettische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Vater Roberts Mauriņš war lettischer Kreisarzt, ihre Mutter Melanie Mauriņa (geb. Knappe) eine deutschstämmige Pianistin aus Sankt Petersburg. Zenta Mauriņa wuchs dreisprachig auf: Sie sprach deutsch, lettisch und russisch.

Bald nach ihrer Geburt zog die Familie nach Grobiņa östlich von Liepāja (Libau) um. Im Alter von fünf Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung und war fortan zur selbstständigen Fortbewegung auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Im Jahr 1915 legte sie am russischen Gymnasium in Liepāja ihr Abitur mit Auszeichnung ab. 1921 nahm sie ein Studium der Philosophie und baltischen Philologie an der Philosophisch-philologischen Fakultät der Universität Riga auf, studierte 1929 einige Zeit in Heidelberg und hielt 1936/37 Vorträge in Florenz, Rom und Paris. 1938 promovierte sie in Riga zur Dr. phil.

1944 floh sie vor den Sowjets nach Deutschland und lebte ab 1946 in Uppsala in Schweden, wo sie bis 1966 blieb. Anschließend verlegte sie ihren Wohnsitz nach Bad Krozingen (südlich von Freiburg im Breisgau), auf dessen Friedhof sie auch beigesetzt ist.[1] Zenta Mauriņa war mit dem Autor Konstantin Raudive verheiratet.[2]

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtmuseum von Bad Krozingen ist ein Raum ihrem Arbeitszimmer nachempfunden. Durch persönliche Exponate, Bücher und einer Hörstation kann man sich einen Eindruck von ihrem Leben und Werk verschaffen.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk ist gekennzeichnet durch ihre Dreisprachigkeit und die Schilderung des Schicksals Lettlands zwischen Freiheit und Unterdrückung im 20. Jahrhundert:

  • Die weite Fahrt (Autobiografie, ebenso die folgenden vier Titel)
  • Denn das Wagnis ist schön
  • Die eisernen Riegel zerbrechen
  • Mein Lied von der Erde
  • Nord- und südliches Gelände (Schwedische Tagebücher 1946–1951)
  • Jahre der Befreiung (Schwedische Tagebücher 1951–1958)
  • Briefe aus dem Exil
  • Jeden Abend glänzen goldne Sterne (Gedichte)
  • Im Zuge des Lebens (Roman)
  • Im Anfang war die Freude (Erzählungen)
  • Die Marmortreppe (Erzählungen)
  • Tod im Frühling (Erzählungen)
  • Mosaik des Herzens (Essays)
  • Geliebtes Leben – gelebtes Leben (Essays)
  • Auf der Schwelle zweier Welten (Essays)
  • Verfremdung und Freundschaft (Essays)
  • Gestalten und Schicksale (Essays)
  • Über Liebe und Tod (Essays)
  • Gestalten und Schicksale (Essays)
  • Welteinheit und die Aufgabe des Einzelnen (Essays)
  • Porträts russischer Schriftsteller (Essays)
  • Kleines Orchester der Hoffnung (Essays zur östlichen und westlichen Literatur)
  • Dostojewskij (Biografie)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Otto Schempp: Das Herz hat Flügel. Zenta Maurina – Leben und Werk. Maximilian Dietrich Verlag, Memmingen 1957.
  • Erik Thomson: Zum 70. Geburtstag von Dr. Zenta Maurina. In: Mare Balticum. Kultur, Geschichte, Gegenwart, Jg. 2 (1966/1967), S. 59–62.
  • Buch der Freundschaft. Zenta Maurina zum 70. Geburtstag. Maximilian Dietrich Verlag, Memmingen 1967. Im Anhang: Bibliographie der Werke / Vortragstätigkeit Zenta Maurinas.
  • Füllhorn der Blüten. Ein Geburtstagsgruß für Zenta Maurina. Herausgegeben von Margot Fethke, Zeichnungen von Hanna Nagel. Altkönig Verlag, Oberursel 1972.
  • Zenta Maurina, in: Internationales Biographisches Archiv 21/1978 vom 15. Mai 1978, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Carola L. Gottzmann, Petra Hörner: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburgs. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Bd. 2: H–M. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2007. ISBN 978-3-11-019338-1, S. 891–894.
  • Geert Franzenburg: Maurina, Zenta. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 31, Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8, Sp. 862–866.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was hat eine lettische Sonderbriefmarke mit Bad Krozingen zu tun? (badische-zeitung.de, 17. Dezember 2012, 27. Dezember 2012)
  2. Anita Rožkalne: Latviešu rakstniecība biogrāfijās. Zinātne, Riga 2003, ISBN 9984-698-48-3
  3. Bad Krozingen: Das Stadtmuseum im Litschgihaus. Abgerufen am 4. Mai 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zenta Mauriņa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien