Zenting

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zenting
Zenting
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zenting hervorgehoben
Koordinaten: 48° 48′ N, 13° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Verwaltungs­gemeinschaft: Thurmansbang
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 22,25 km2
Einwohner: 1178 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94579
Vorwahl: 09907
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 152
Gemeindegliederung: 27 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gründelln 3
94169 Thurmansbang
Webpräsenz: www.zenting.de
Bürgermeister: Leopold Ritzinger (Freie Wähler Zent. - Ranf. - Daxs.)
Lage der Gemeinde Zenting im Landkreis Freyung-Grafenau
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Über dieses Bild
Blick auf Zenting, im Hintergrund der Aschenstein (links) und der Geißlstein
Die Pfarrkirche von Zenting

Zenting ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Thurmansbang.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes. Das Dorf liegt eingebettet in einem sonnigen, nach Süden offenen Kessel, der im Norden von Brotjacklriegel (1016 m) und Aschenstein (945 m) überragt wird. Zenting befindet sich rund 35 km nordwestlich von Passau, 13 km von Tittling, 18 km südwestlich von Grafenau, 26 km nördlich von Vilshofen an der Donau und 15 km von der A 3 (Ausfahrt Iggensbach) entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 27 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Ranfels und Zenting.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Weg von der Donau in den einst so gefürchteten „Nordwald“ bot der Ort Rast und Versorgungsmöglichkeit für Kaufleute und Reisende. Erstmals ist Zenting in einer Urkunde aus dem Jahr 1151 als Besitz der Grafen von Formbach erwähnt, indem Graf Adalbert (Ekbert III.) das Kloster Osterhofen damit begabte. Die Geschicke des Ortes wurden von 1151 bis 1783 vom Kloster Osterhofen bestimmt. Dieses ließ 1176 eine Kirche erbauen, die 1178 vom Passauer Bischof Theobald geweiht wurde.

Das Kloster erhob Zenting (Centingen) zu einer Hofmark. Nach der Auflösung des Klosters 1783 gehörte die Hofmark dann 50 Jahre zur Herrschaft des Damenstifts St. Anna in München, ehe Zenting 1833 vom Staat erworben wurde. Die barocke Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere und St. Margarete wurde 1831 erweitert. Zenting, in kirchlicher Hinsicht ursprünglich Filiale von Schöllnach, wurde 1798 Expositur und 1895 Pfarrei.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bekanntheit erlangte die Gemeinde Zenting, weil es dort 1920 zu einem der reichsweit ersten Bürgerbegehren und -entscheide gekommen ist. So verlangten im Februar 1920 insgesamt 81 der 316 Wahlberechtigten, eine Abstimmung über die vorzeitige Neuwahl des Gemeinderats durchzuführen. Hintergrund war, dass bei der vorangegangenen Gemeinderatswahl nur eine Liste zur Wahl gestanden hatte. Da zwischen Einreichung des Bürgerbegehrens und Bürgerentscheid allerdings die Bürgermeisterwahl durch den seinerzeit zuständigen Gemeinderat vollzogen wurde, hatten die Wahlberechtigten am Bürgerentscheid selbst kein Interesse mehr. So machte bei der Abstimmung selbst nur ein einziger Bürger von seinem Stimmrecht Gebrauch[3].

Heute erfreut sich der Ort zunehmender Beliebtheit in der Tourismusbranche.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ranfels eingegliedert.[4] Zum 1. August 2013 kam ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Sonnenwald zum Gemeindegebiet dazu, das sich um 51,5 Hektar vergrößerte.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1038 Einwohner
  • 1970: 1064 Einwohner
  • 1987: 1170 Einwohner
  • 1991: 1219 Einwohner
  • 1995: 1252 Einwohner
  • 2000: 1190 Einwohner
  • 2005: 1162 Einwohner
  • 2010: 1157 Einwohner
  • 2015: 1178 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Leopold Ritzinger (Freie Wähler Zent.-Ranf.-Daxs.). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Franz Pfeffer (Freie Wählergemeinschaft).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Silber und Rot; vorne ein links gewendeter, widersehender, feuerspeiender, rot bewehrter grüner Drache mit Stachelschwanz, hinten ein schräglinker goldener Pilgerstab, beseitet oben und unten von je einer zugewendeten goldenen Muschel.

Der Drache als Attribut der heiligen Margarethe verweist auf die Patronin des Prämonstratenserstifts Osterhofen und die enge historische Verbindung Zentings dorthin. Zenting war bis zur Aufhebung des Stifts im Jahr 1784 Klosterhofmark und ging dann in den Besitz des Damenstifts St. Anna in München über. Pilgerstab und Pilgermuscheln sind Attribute des heiligen Jakob und beziehen sich auf das Patrozinium der schon im 12. Jahrhundert nachweisbaren Ortskirche von Zenting, die seit 1895 Pfarrkirche ist. In der Feldtingierung in Silber und Rot klingen die Farben des Bistums Passau an.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 155 und im Bereich Handel und Verkehr 55 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 379. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 65 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 719 ha, davon waren 594 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinie 6143 der Regionalbus Ostbayern GmbH bietet werktags eine Anbindung an den etwa 30 km westlich gelegenen Bahnhof Deggendorf an der Bahnstrecke Plattling–Bayerisch Eisenstein. Weitere Bahnhöfe in der Nähe sind Vilshofen an der Bahnstrecke Regensburg–Passau, 25 km südlich gelegen, und Grafenau als Endpunkt der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau, 18 km nordöstlich.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2009):

  • Kindergärten: 25 Kindergartenplätze mit 21 Kindern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111214/215318&attr=OBJ&val=671
  3. Christopher Schmidt: Unmittelbare Gemeindedemokratie im mittel- und süddeutschen Raum der Weimarer Republik. Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2607-6, S. 56 f.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 473
  5. www.regierung.niederbayern.bayern.de
  6. Eintrag zum Wappen von Zenting in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zenting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien