BSG Wismut Aue

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BSG Wismut Aue
Logo der BSG Wismut Aue
Name Betriebssportgemeinschaft
Wismut Aue
Vereinsfarben Lila-Weiß
Gegründet 24. September 1949
(als BSG Pneumatik Aue)
Gründungsort Aue
Auflösung 1990

Die BSG Wismut Aue war eine Betriebssportgemeinschaft aus Aue im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Die BSG Wismut Aue war auch unter den Namen BSG Pneumatik Aue und BSG Zentra Wismut Aue bekannt. Die beiden bekanntesten Abteilungen waren die Fußball- und Handballabteilung des Vereins.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht alle Sportvereine in der sowjetischen Besatzungszone aufgelöst. Um Sportlern die Möglichkeit zu geben, in engen regionalen Grenzen zugelassene Sportwettkämpfe durchführen zu können, wurde im Sommer 1945 die Sportgruppe Aue, kurz SG Aue, gegründet.[1] Die SG Aue geht auf die Fußballtradition des SV Aue zurück und beschäftigte sich zu Beginn im Wesentlichen mit Fußball. Ab dem 1. August 1948 war die Gründung von Vereinen und Sportgemeinschaften in der Ostzone erlaubt und die Auer Sportler gründeten am 3. August 1948 im Café Freundschaft die Sportgemeinschaft Aue.[1]

Logo der BSG Zentra Wismut Aue

Ab Ende 1948 durfte der Sportbetrieb in der sowjetischen Besatzungszone mittels Betriebssportgemeinschaften, kurz BSG, organisiert werden. Die Sportgemeinschaft Aue wurde von dem Pneumatikwerk Aue übernommen und am 24. September 1949 in die BSG Pneumatik Aue umgewandelt. Nach nur einen Jahr wechselte der Trägerbetrieb der Auer BSG und der Sportverein trug nun dem Namen BSG Zentra Wismut Aue. Bereits ein Jahr später wurde der Name in BSG Wismut Aue verkürzt.

Nach der politischen Wende in der DDR war das System der Betriebssportgemeinschaften aus ökonomischen Gründen nicht mehr tragbar und daraufhin wurden die Betriebssportgemeinschaft aufgelöst und durch die ehemaligen Mitglieder wurden neue Vereine gegründet.

Die meisten Abteilungen der BSG traten dem von der Fußballabteilung gegründeten Sportverein FC Wismut Aue bei. Im Jahr 1993 wurde der Verein in FC Erzgebirge Aue umbenannt. Einen anderen Weg gingen die Handballer der Betriebssportgemeinschaft und gründeten mit dem EHV Wismut Aue einen eigenen Verein. Auch aus diesen Vereinsnamen verschwand später der Zusatz Wismut und der Verein tritt nun unter dem Namen EHV Aue an.

Abteilung Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl bekannteste Abteilung der BSG Wismut Aue war die Fußballabteilung. Die Mannschaft des Vereins spielte zwischen 1951 und 1990 ununterbrochen in der DDR-Oberliga und war damit das längste Mitglied der DDR-Oberliga. Zwischen 1954 und 1963 gehörte die Fußballabteilung für 9 Jahre nicht der BSG Wismut Aue, sondern dem SC Wismut Karl-Marx-Stadt an.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich Aue im Niemandsland des deutschen Spitzenfußballs. Lediglich um die 1920er und 1930er Jahre tauchte ein VfB Aue-Zelle im drittklassigen Fußballgau Erzgebirge 1a auf, er stieg 1932 in die viertklassige Liga Erzgebirge 1b ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht in Ostdeutschland alle Sportvereine auf Dauer aufgelöst. Um die zunächst in engen regionalen Grenzen zugelassenen Sportwettkämpfe durchführen zu können, gründeten Sportler im Sommer 1945 die Sportgruppe Aue, kurz SG Aue, die sich auf die Fußballtradition des SV Aue stützte und sich im Wesentlichen mit Fußball beschäftigte. Zunächst fanden nur Freundschaftsspiele statt.

Die Fußballmannschaft der SG Aue konnte nach dem Zweiten Weltkrieg erst nur Freundschaftsspiele bestreiten.[2] Ab Sommer 1946 wurden wieder Ligaspiele ausgetragen, aber nur auf der Kreisebene. Auch in der Spielzeit 1947/48 wurde wie in ganz Sachsen nur auf Kreisebene gespielt. Allerdings wurde diese Saison wegen Terminmangel vorzeitig abgebrochen. Die auf den beiden ersten Plätzen liegenden Mannschaften von Lauter und Aue wurden als Aufsteiger in die Bezirksliga Westsachsen eingestuft.

Mit einen vierten Platz in der Bezirksliga Westsachsen schaffte die Auer Mannschaft unter dem Namen der Sportgemeinschaft Aue den Aufstieg in die Landesklasse West. Den Platz in der Landesklasse West nahm die neugegründeten BSG Pneumatik Aue wahr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949–1954: Der Weg in die DDR-Oberliga-Spitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Sportgemeinschaft Aue den Aufstieg in die Landesklasse West geschafft hatte, startete die BSG Pneumatik Aue in der Saison 1949/50 in der Landesklasse. Als Aufsteiger sicherte die BSG sich die Meisterschaft und qualifizierte sich für die neugegründete DDR-Liga. In der DDR-Liga trat sie in der Staffel Süd in der Saison 1950/51 unter dem Namen BSG Zentra Wismut Aue an und sicherte sich den ersten Platz in der Staffel. Damit qualifizierten sie sich für das Spiel um die Ligameisterschaft in der DDR-Liga sowie für die DDR-Oberliga. Im Spiel um die Ligameisterschaft trafen die Auer auf die BSG Anker Wismar, setzten sich mit einen klaren 3:0-Sieg durch und stiegen als DDR-Liga-Meister in die DDR-Oberliga auf. Mit Armin Günther stellte die BSG Zentra Wismut Aue den Toptorschützen in der Staffel Süd und mit Siegfried Wolf kam der viertbeste Torschütze auch aus der Auer Mannschaft.

Die erste DDR-Oberliga-Saison belegten die Auer als BSG Wismut Aue auf den siebten Platz. Im Gegensatz zu den beiden anderen Aufsteigern BSG Motor Wismar und SV Vorwärts HVA Leipzig hatten die Auer über die gesamte Saison nichts mit den Abstieg zu tun. Die Spielzeit 1952/53 beendete die BSG unter Trainer Karl Dittes punktgleich mit der SG Dynamo Dresden an der Tabellenspitze. Damit musste zum zweiten und letzten Mal ein Entscheidungsspiel über die Meisterschaft entscheiden. Das Entscheidungsspiel am 5. Juli 1953 im Walter-Ulbricht-Stadion in Ost-Berlin entschied Dynamo Dresden mit 3:2 nach Verlängerung für sich. Mit einen vierten Platz in der Saison 1953/54 konnte die Leistung aus den Vorjahr bestätigt werden. Zudem sicherte Heinz Satrapa sich mit 21 Treffern gemeinsam mit Siegfried Vollrath von der BSG Turbine Erfurt den ersten Platz in der Torjägerliste.

In der Saison 1952/53 trafen die Auer in der ersten Hauptrunde auf die BSG Einheit Spremberg. Nachdem das eigentliche Spiel am 7. Juni 1953 aufgrund des Volksaufstand des 17. Juni ausgefallen war, wurde es am 20. Dezember 1953 nachgeholt. Der Bezirksligist aus Spremberg setzte sich vor heimischer Kulisse gegen die BSG Wismut Aue überraschend mit 2:1 durch.

1954–1963: Delegierung nach Karl-Marx-Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: SC Wismut Karl-Marx-Stadt

Im DDR-Sportsystem unterstand die Auer Betriebssportgemeinschaft der zentralen Sportvereinigung Wismut. 1954 gründeten die großen Sportvereinigungen in den traditionellen Sportschwerpunkten Sportklubs und die Sportvereinigung Wismut verfolgte den Plan, ihren Sportklub in der Bezirkshauptstadt Karl-Marx-Stadt, Sitz der Zentrale des Wismutbetriebes, einzurichten. Wie auch bei den anderen DDR-Sportklubs sollte eine Fußballsektion Grundpfeiler sein, und so war geplant, die Sektion Fußball der BSG Wismut Aue als neue Sportklubsektion nach Karl-Marx-Stadt umzusiedeln. Die Auer Fußballspieler hatten sich inzwischen durch ihren Aufstieg in die höchste DDR-Fußballklasse, der Oberliga, viele Sympathien in der 40 km von Karl-Marx-Stadt gelegenen Bergarbeiterstadt erworben, und so brach ein Sturm der Entrüstung aus, als die Umzugspläne bekannt wurden. Daraufhin machten die Sportfunktionäre einen Rückzieher, riefen zwar am 13. November 1954 den SC Wismut Karl-Marx-Stadt ins Leben, ließen jedoch die Mannschaften der Sektion Fußball weiterhin in Aue spielen. Auch die Sportvereinigung Motor hatte mit dem SC Motor Karl-Marx-Stadt ihren Sportklub in Karl-Marx-Stadt angesiedelt.

Nach der Umbenennung in SC Wismut Karl-Marx-Stadt begann die erfolgreichste Zeit des Vereins. Nach einem 4. Platz in der Saison 1953/54, in der Heinz Satrapa Torschützenkönig wurde, erreichte Wismut 1954/55 erneut die Vizemeisterschaft, diesmal hinter Turbine Erfurt. Der Wismutstürmer Willy Tröger wurde in dieser Saison mit 22 Treffern Torschützenkönig. Als Ersatz für die entgangene Meisterschaft gewann der SC Wismut in diesem Jahr den FDGB-Pokal. Das Finale in Leipzig gewann die Mannschaft trotz den verletzungsbedingt fehlenden Spielern Tröger, Satrapa und Freitag mit 3:2 nach Verlängerung gegen Empor Rostock. Durch die Umstellung des Ligasystems auf das Kalenderjahr gab es 1955 eine Übergangsrunde, die Wismut Karl-Marx-Stadt gewann. Es wurde kein offizieller Meistertitel vergeben, doch bekam der Verein als Preis einen neuen Mannschaftsbus.

Nach dem Gewinn der Übergangsrunde 1955 errangen die Auer auch den Meistertitel 1956 und konnten ihn 1957 verteidigen. 1959 konnte der Verein zum dritten und letzten Mal die DDR-Meisterschaft gewinnen. Außerdem bestritt die Mannschaft zwischen 1957 und 1960 insgesamt 16 Europapokalspiele. 1957/58 gegen Gwardia Warschau und Ajax Amsterdam, 1958/59 gegen Petrolul Ploiești, IFK Göteborg und Young Boys Bern und 1960/61 nach dem Verzicht des Glenavon FC gegen Rapid Wien. Am weitesten kam der Verein im Europapokal der Landesmeister 1958/59, als erst im Viertelfinale gegen Young Boys Bern das Aus kam. Nach zwei Unentschieden (2:2 in Bern, 0:0 in Aue) wurde das Entscheidungsspiel in Amsterdam mit 1:2 verloren. Zuvor waren der rumänische Verein Petrolul Ploiești und der schwedische Verein IFK Göteborg bezwungen worden.

Am 1. Juli 1963 wurde der SC Wismut zu Gunsten des erwähnten SC Motor (nunmehr nur noch SC Karl-Marx-Stadt) aufgelöst. Die Auer Wismut-Fußballmannschaften traten wieder als BSG Wismut Aue an. Damit hatten die strukturellen Umbrüche ihr vorläufiges Ende gefunden; die BSG Wismut Aue hatte Bestand bis zum Ende des DDR-Sports.

1963–1981: Mittelfeldplatz und Abstiegskampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 1963/64 kehrte die Fußballabteilung wieder zurück in die BSG Wismut Aue und konnte mit den zehnten Platz den Abstieg in die DDR-Liga verhindern. Obwohl die BSG in der Saison 1964/65 erneut mit einen 9. Platz wieder in der unteren Tabellenhälfte die Saison beendete, konnte der SC Karl-Marx-Stadt in der Tabelle überflügeln werden. In der darauffolgenden Saison landeten die Auer erneut vor dem Rivalen aus Karl-Marx-Stadt, welcher die Saison unter dem Namen FC Karl-Marx-Stadt beendeten. Mit den sechsten Platz belegten die Auer einen Mittelfeldplatz.

Die Spielzeit 1966/67 beendeten die BSG Wismut Aue zwar auf den neunten Platz, aber der Abstand zum Tabellen dritten BSG Motor Zwickau betrug nur einen Punkt. Zudem belegte Ernst Einsiedel mit 14 Treffern gemeinsam mit Bernd Bauchspieß von der BSG Chemie Leipzig den zweiten Platz in der Torschützenliste. In der Saison 1967/68 musste die Auer Mannschaft bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Trotz einer 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Magdeburg im heimischen Stadion schafften die Auer mit den elften Platz den Klassenerhalt, da die direkten Konkurrenten auch keine Siege erzielen konnten. In der Saison 1968/69 sicherten sich die Auer mit den 9. Platz den Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag, aber waren am letzten Tag trotzdem im Abstiegskampf involviert. Am letzten Spieltag trafen die Auer auf die BSG Stahl Riesa und verloren das Spiel, wodurch Riesa die Klasse halten konnte.

Während in der Saison 1969/70 mit den siebten Platz ein Platz in der Tabellenmitte belegt wurde, mussten die Auer in der Spielzeit 1970/71 um den Abstieg fürchten. Dank eines relativ guten Torverhältnissen konnten die Auer trotz Punktgleichheit mit den Tabellenvorletzten die Klasse halten und beendeten die Saison sogar zwei Plätze vor einem Abstiegsplatz. Nach einen zwei zehnten und einem elften Platz zwischen 1971 und 1974 mussten die Auer in der Saison 1974/75 erneut bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen. Vor dem letzten Spieltag lagen die Auer hinter dem FC Hansa Rostock auf einen Abstiegsplatz. Während Rostock in Stralsund nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus kam, gewannen die Auer im Otto-Grotewohl-Stadion mit 2:1 gegen die Erfurter und sicherten sich damit den Klassenerhalt, währenddessen Rostock absteigen musste.

Nach dem Fastabstieg führte Trainer Manfred Fuchs die Mannschaft in der Spielzeit 1975/76. Zwischen 1976 und 1980 folgten Spielzeiten, in denen die BSG Wismut Aue die Saison zwischen dem 9. und 11. Platz beendete. In der Saison 1980/81 musste die Mannschaft von Manfred Fuchs erneut gegen den Abstieg kämpfen. Am letzten Spieltag waren die Auer trotz eines 2:1-Sieges gegen den Favoriten 1. FC Magdeburg auf Schützenhilfe vom Hallescher FC Chemie angewiesen, welche gegen die BSG Chemie Böhlen gewinnen musste. Dank des 1:0-Sieges von Halle hielt Aue erneut die Klasse.

1981–1985: Mit Thomale nach Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Saison 1980/81 wurde der Trainer Manfred Fuchs entlassen und der Hans-Ulrich Thomale, Nachwuchstrainer vom FC Carl Zeiss Jena, als neuer Trainer verpflichtet. In seiner ersten Saison als Trainer in der DDR-Oberliga sicherte Thomale mit der Auer Mannschaft frühzeitig den Klassenerhalt und belegte schlussendlich den zehnten Platz. Diesen zehnten Platz belegte die Mannschaft auch in der Saison 1982/83. In der Saison 1983/84 belegte die BSG Wismut Aue den achten Platz und zudem kassierten die Auer am neunten Spieltag mit der 6:0-Niederlage gegen die SG Dynamo Dresden die höchste Niederlage in dieser Saison. Thomale führte die Mannschaft in der Saison 1984/85 auf den vierten Platz. Dieser Platz war gleichbedeutend damit, dass die BSG Wismut Aue am UEFA-Pokal-Wettbewerb der nächsten Saison teilnehmen durfte.

1985–1990: Abstiegskampf und Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Saison 1984/85 wurde Hans-Ulrich Thomale zum 1. FC Lokomotive Leipzig delegiert und trat dort die Nachfolge von Harro Miller. Bei der BSG Wismut Aue trat Harald Fischer die Nachfolge von Thomale an. Im UEFA-Pokal trafen die Auer auf Dnepr Dnepropetrowsk aus der Sowjetunion. Die Auer verloren beide Spiele und schieden aus den Wettbewerb aus. In der Liga lief es in der Saison auch nicht besser und die Mannschaft beendete die Saison mit dem 11. Platz und die Auer tauschten insgesamt zweimal den Trainer in dieser Saison.

Mit Trainer Hans Speth erreichten die Auer in der Saison 1986/87 erneut den vierten Platz und qualifizierten sich damit wieder für den UEFA-Pokal. In der Saison 1987/88 trafen die Auer in der 1. Runde des UEFA-Pokals auf Valur Reykjavík aus Island. Durch ein torloses Unentschieden im Heimspiel und ein 1:1-Unentschieden im Rückspiel erreichte die BSG Wismut Aue aufgrund der Auswärtstorregel die nächste Runde. Gegen KS Flamurtari Vlora aus Albanien schieden die Auer nach einen 1:0-Sieg im Hinspiel durch eine 0:2-Niederlage im Rückspiel aus den Wettbewerb aus. In der Liga erreichte die Mannschaft den zehnten Platz.

Nachdem die Mannschaft in der Saison 1988/89 den siebten Platz erzielte, beendete sie die Saison 1989/90 auf dem vorletzten Platz und musste aus der DDR-Oberliga absteigen. Während der Saison musste die BSG mit Jens König, André Köhler und Thomas Weiß mehrere Spieler ziehen lassen. Insgesamt spielte der Verein 39 Jahre in der höchsten Spielklasse der DDR, so lange wie keine andere Mannschaft. Während der Saison wurde von BSG-Mitgliedern der Nachfolgeverein FC Wismut Aue am 14. Februar 1990 gegründet und die Fußballabteilung trat dem Verein bei, so dass die Mannschaft die Saison 1989/90 unter dem Namen FC Wismut Aue beendete.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Otto-Grotewohl-Stadion

Vor 1950 war das Städtisches Stadion in Aue die Heimstätte der Auer Fußballer. Das Stadion wurde am 27. Mai 1928 eröffnet und wegen des möglichen Aufstiegs in die DDR-Liga in der Saison 1949/50 durch ein neues Stadion an der gleichen Stelle ersetzt. Dieses Stadion wurde am 20. August 1950 im Beisein des namensgebenden DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl mit einen Freundschaftsspiel eröffnet. Die Begegnung zwischen der BSG Zentra Wismut Aue und der BSG Waggonbau Dessau endete mit einen 3:3-Unentschieden.

Am 10. Oktober 1984 diente das Stadion in Aue einmal als Spielort der DDR-Nationalmannschaft. In diesen Spiel trafen die Mannschaft von Nationaltrainer Bernd Stange zum dritten Mal auf Algerien und gewannen das Spiel mit 5:2. Ein weiteres Nationalspiel wurde im Otto-Grotewohl-Stadion nicht ausgetragen.

Nachfolgeverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: FC Erzgebirge Aue

Der FC Wismut Aue verpasste in der Saison 1990/91 aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga 1991/92 und musste in der Saison 1991/92 in der Oberliga Nordost antreten. In der Saison 1993/94 qualifizierte sich die Auer Mannschaft, welche nun den Namen FC Erzgebirge Aue trug, für die neugegründete Regionalliga Nordost. Den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte der FC Erzgebirge Aue in der Spielzeit 2002/03 als Meister der Regionalliga Nord. Naach den Absteigen in den Spielzeiten 2007/08 und 2014/15 stieg die Auer Mannschaft jeweils aus der 3. Liga in den Spielzeiten 2009/10 und 2015/16 wieder in die 2. Bundesliga auf.

Abteilung Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Fußball spielte in der BSG Wismut Aue der Handball eine große Rolle. Sowohl im Feldhandball als auch im Hallenhandball spielten die Auer in der DDR-Oberliga. Von 1960 an spielten die Handballmannschaft des BSG Wismut Aue bis zur Auflösung der Liga 1967 im Feldhandball in der DDR-Oberliga. Im Hallenhandball war die BSG Wismut Aue 1964 ein Gründungsmitglied der DDR-Oberliga und spielte dort zwischen 1964 und 1991 insgesamt 24 Spielzeiten. Anzumerken ist, dass die Handballmannschaft in der Saison 1990/91 schon als EHV Wismut Aue angetreten ist.

Abteilung Ringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte erfolgreiche Abteilung der BSG Wismut Aue war die Abteilung Ringen. Die Abteilung hat sich vor allem auf das Freistilringen spezialisiert. In dieser Disziplin konnte die BSG im Jahr 1969 den Mannschaftswettbewerb bei den DDR-Ringermeisterschaften gewinnen. Zudem konnte Auer Ringer vor allem in den 1960er Jahren mehrere Meistertitel bejubeln. Zum Beispiel konnte S. Epperlein insgesamt drei Meistertitel im Fliegengewicht gewinnen und H. Czech einen im Halbschwergewicht und zwei im Schwergewicht.

Nach der Wiedervereinigung schloss sich die Abteilung den FC Wismut Aue an, welcher seit 1993 unter den Namen FC Erzgebirge Aue antritt. Zur Saison 2015/16 steig die Ringermannschaft des Vereins erneut in die 1. Ringer-Bundesliga auf und startete dort in der Staffel Südost.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Sportecho, Jahrgänge 1949–1990.
  • Kjell Riedel: Die Macht aus dem Schacht: Der FC Erzgebirge Aue auf dem Weg nach oben. Chemnitzer Verlag, Chemnitz 2006, ISBN 3-937025-26-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kjell Riedel: FC Erzgebirge Aue: Suche fördert Gründungsdatum zutage. In: Freie Presse. 24. Februar 2016, abgerufen am 4. März 2016.
  2. Vor 70 Jahren: Erstes offizielles Spiel der Vereinsgeschichte. In: fc-erzgebirge.de. FC Erzgebirge Aue e. V., 20. August 2015, archiviert vom Original am 26. August 2013, abgerufen am 5. März 2016.