Zentralafrikanisches Kaiserreich

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Lage des Zentralafrikanischen Kaiserreiches in Afrika
Die Flagge des Zentralafrikanischen Kaiserreichs
Wappen des Zentralafrikanischen Kaiserreichs

Zentralafrikanisches Kaiserreich (amtliche französischsprachige Bezeichnung Empire centrafricain) war zwischen dem 4. Dezember 1976 und dem 20. September 1979 der offizielle Name der vorherigen und späteren Zentralafrikanischen Republik.

Entstehung[Bearbeiten]

Am 4. Dezember 1976 wurde das Kaiserreich durch Jean-Bédel Bokassa, den damaligen Staatspräsidenten der Zentralafrikanischen Republik, ausgerufen, der sich selbst zum „Kaiser Bokassa I.“ erklärte. Für seine Krönungszeremonie soll er umgerechnet mehr als 20 Millionen US-Dollar ausgegeben haben. Die Flagge des Staates wurde beibehalten, der Name „Zentralafrikanisches Kaiserreich“ wurde aber auf Briefmarken und Münzen verwendet. Bokassa, der sich 1966 selbst an die Macht geputscht hatte, entfaltete ein zügelloses Terrorregime, in dem Folter und Prügelstrafe an der Tagesordnung waren.

Beziehungen zu Frankreich[Bearbeiten]

Dennoch war die ehemalige Kolonialmacht Frankreich eine wichtige Stütze des Regimes und lieferte Waffen im Tausch gegen Uran für das französische Atomwaffenprogramm, das die Force de frappe aufbaute. Besonders enge Kontakte pflegte Bokassa mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing, den er verschiedentlich zu Jagdausflügen einlud und mit Diamanten beschenkte. Diese Diamantenaffäre kostete Giscard d’Estaing letztlich 1981 die Präsidentschaft.

Im Januar und April 1979 entluden sich heftige Schüler- und Studentenunruhen, die mit Hilfe von Truppen aus Zaire niedergeschlagen wurden. Es fanden Massaker an Zivilisten statt; vom 17. bis 19. April 1979 wurden zahlreiche Jugendliche inhaftiert, weil sie gegen das Tragen der staatlichen verordneten, teuren Schuluniformen protestiert hatten. In den Gefängnissen wurden über 100 Kinder gefoltert und ermordet. Bokassa soll bei verschiedentlichen Aktionen dieser Art persönlich Hand angelegt haben. Frankreich hatte sich zu diesem Zeitpunkt von seinem ehemaligen Schützling distanziert.

Ende des Reiches[Bearbeiten]

Der ehemalige Präsident David Dacko nutzte im September 1979 eine Reise Bokassas nach Libyen zu einem von Frankreich unterstützten, erfolgreichen Putsch (die sogenannte Opération Barracuda). Das Kaiserreich wurde abgeschafft und am 20. September 1979 die Republik wiederhergestellt. Als der Ex-Kaiser Bokassa am 23. Oktober 1986 aus dem Exil in die Zentralafrikanische Republik zurückkehrte, wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde 1988 in Zwangsarbeit umgewandelt. Bokassa starb am 3. November 1996 in der Hauptstadt Bangui.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]