Zentralamerika

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Karte der zentralamerikanischen Staaten

Zentralamerika bezeichnet im geographischen Sinn die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Es kann sowohl als eigenständige Landmasse als auch als südlichste Region des nordamerikanischen Kontinents angesehen werden. Zentralamerika bildet zusammen mit den Westindischen Inseln (bzw. der Karibik) die Region Mittelamerika.

Aufgrund der von europäischen Migranten mitgebrachten und inzwischen dominierenden Sprachen wird Zentralamerika als Teil von Iberoamerika bzw. Lateinamerika bezeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographisch beginnt Zentralamerika im Norden beim Isthmus von Tehuantepec in Mexiko, im Süden reicht es je nach Definition bis zum Isthmus von Darién in Südpanama bzw. zur Atratosenke in Kolumbien. Im Osten befindet sich das Karibische Meer, im Westen der Pazifische Ozean.

Je nachdem, ob die Gebiete in Mexiko mitgezählt werden, hat Zentralamerika zwischen 510.000 km² und 750.000 km².

Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberen sechs der in der Tabelle genannten sieben Staaten gehören geographisch vollständig zu Zentralamerika. Das Staatsgebiet Panamas gehört je nach geographischer Definition großenteils oder vollständig dazu. Mexiko wird in der Liste nicht genannt, weil nur ein geringer Teil des mexikanischen Staatsgebiets zu Zentralamerika gehört.

Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica waren politisch schon in der Vergangenheit eng verbunden und bildeten nach der spanischen Kolonialherrschaft die Zentralamerikanische Konföderation.

Staat Fläche
(km²)
Einwohner
(2016)
Einwohner
pro km²
BIP/Einwohner
(US-$, 2016)
Hauptstadt
BelizeBelize Belize 000000000022966.000000000022.966 000000000353858.0000000000353.858 000000000000015.000000000015 000000000004636.00000000004.636 Belmopan
Costa RicaCosta Rica Costa Rica 000000000051100.000000000051.100 000000004872543.00000000004.872.543 000000000000095.000000000095 000000000011835.000000000011.835 San José
El SalvadorEl Salvador El Salvador 000000000021041.000000000021.041 000000006156670.00000000006.156.670 000000000000293.0000000000293 000000000004343.00000000004.343 San Salvador
GuatemalaGuatemala Guatemala 000000000108889.0000000000108.889 000000015189958.000000000015.189.958 000000000000139.0000000000139 000000000004089.00000000004.089 Guatemala-Stadt
HondurasHonduras Honduras 000000000112090.0000000000112.090 000000008893259.00000000008.893.259 000000000000079.000000000079 000000000002609.00000000002.609 Tegucigalpa
NicaraguaNicaragua Nicaragua 000000000130370.0000000000130.370 000000005966798.00000000005.966.798 000000000000046.000000000046 000000000002120.00000000002.120 Managua
PanamaPanama Panama 000000000075420.000000000075.420 000000003705246.00000000003.705.246 000000000000049.000000000049 000000000013654.000000000013.654 Panama-Stadt
Total 000000000521876.0000000000521.876 000000045138332.000000000045.138.332 000000000000086.000000000086 000000000005411.00000000005.411

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch liegt Zentralamerika zum größten Teil auf der Karibischen Platte, zu einem geringen Teil auch auf der Nordamerikanischen Platte. Vor der Pazifikküste im Westen schiebt sich die Cocosplatte unter die Karibische Platte, wodurch Vulkanismus und zahlreiche, oft schwere Erdbeben ausgelöst werden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nachdem, ob die Gebiete in Mexiko mitgezählt werden, hat Zentralamerika zwischen 40 und 50 Mio. Einwohner. Die größte Stadt der Region ist Guatemala-Stadt mit knapp drei Millionen Einwohnern.

Entwicklung der Bevölkerung (in Millionen)[1]

Integration Zentralamerikas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Unabhängigkeit der Region von Spanien 1821 kam es zu mindestens 14 Integrationsversuchen.[2]

Zwischen 1823 und 1838 bestand die Zentralamerikanische Konföderation als Staatenbund zwischen den Einzelstaaten, deren kulturell integrativer Nachklang sich heute etwa in den einheitlich blau-weiß-blauen Nationalfarben der Nachfolgestaaten erkennen lässt.

Seit den 1950er Jahren forcierten die Staaten mit Blick auf die Europäische Integration und die internationalen Vorbilder an Freihandelszonen und Zollunionen einen weiteren Integrationsprozess, um durch einen gemeinsamen Handel Abhängigkeiten vom Weltmarkt zu relativieren.[2] Im Verlauf dieser Bemühungen wurde 1963 das Sekretariat für die wirtschaftliche Integration Zentralamerikas (Secretaría de la Integración Económica Centroamericana, SIECA) eingerichtet, das den Aufgabenbereich des im selben Jahr in Kraft tretenden Abkommens über die wirtschaftliche Integration (Tratado General de Integración Económica Centroamericana) abdecken sollte. Der Vertrag erschuf eine Freihandelszone für fast alle in dem Gebiet hergestellten Produkte. Das intraregionale Handelsvolumen wuchs von 6 Millionen US-Dollar 1963 auf 2,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 1999.[3]

Die Ende der 1970er Jahre auftretenden Revolutionen bzw. Bürgerkriege in Nicaragua, Guatemala und El Salvador brachten Rückschritte für die weitere Integration.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zentralamerika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. United Nations, Department of Economic and Social Affairs: World Population Prospects: The 2010 Revision, Daten online abrufbar
  2. a b Alvaro de la Ossa: Der zentralamerikanische Integrationsprozess. Ende einer Entwicklungsalternative, Ibero-Amerikanisches Institut, Preußischer Kulturbesitz Berlin (Hrsg.) (=  Ibero-Analysen), 1. Auflage, Band Vol. 6, Ibero-Amerikanisches Institut Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2000, ISBN 978-3-9803291-9-4. S. 2.
  3. Alvaro de la Ossa: Der zentralamerikanische Integrationsprozess. Ende einer Entwicklungsalternative. S. 7.