Zentraler Omnibusbahnhof München

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Zentraler Omnibusbahnhof München
Zentraler Omnibusbahnhof München 2014.jpg
Der ZOB München von der Hackerbrücke aus gesehen
Daten
Bussteige 29
Eröffnung 11. September 2009
Webadresse https://www.muenchen-zob.de/de
Lage
Stadt München
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 8′ 33″ N, 11° 33′ 0″ OKoordinaten: 48° 8′ 33″ N, 11° 33′ 0″ O
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) München ist der größte Busbahnhof in München und einer der modernsten Busbahnhöfe Deutschlands. Neben seiner Rolle als zentraler Verkehrsknotenpunkt des nationalen- und internationalen Fernbusverkehres dient er als Einkaufszentrum.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZOB von Osten

Der Zentrale Omnibusbahnhof wurde am 11. September 2009 eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Hackerbrücke und unweit des Münchner Hauptbahnhofs. Die direkt nebenan gelegene Hackerbrücke ist über zwei Brückenstege mit dem Gebäude des Busbahnhofs verbunden. In direkter Nachbarschaft liegt der Arnulfpark, ein modernes Stadtquartier mit Wohn- und Bürogebäuden, Kultureinrichtungen und Gastronomie.

Der ZOB wurde als Multifunktions-Immobilie mit einer Grundfläche von rund 25.000 m², sieben Geschossen und unterschiedlichen Nutzungsebenen konzipiert. Der Busbahnhof, der sich unterhalb des Erdgeschosses befindet, ist über die Arnulfstraße zugänglich und verfügt über 29 Halteplätze, an denen nationaler und internationaler Linienbusfernverkehr sowie ein Großteil des Münchener Touristenbusverkehrs abgewickelt werden. Über Rolltreppen oder Aufzüge gelangen Reisende in das erste Obergeschoss, wo sich die Einkaufspassage mit Einzelhandels- und Gastronomieflächen befindet, die dem ZOB einen flughafenähnlichen Charakter verleihen.[1] Mieter des Obergeschosses sind beispielsweise Lidl, dm, McDonald’s, TUI und Vapiano. Auf drei weiteren Obergeschossen und etwa 10.300 m² Fläche finden sich Büroräumlichkeiten, ferner ein Parkdeck sowie im Untergeschoss eine Diskothek.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer öffentlichen Ausschreibung der Stadt München im Jahre 2002 wurde der Auftrag für den Entwurf an das Architekturbüro Auer+Weber+Assoziierte übergeben. Die futuristische Außenfassade ist der Form eines ICE-Triebkopfs nachempfunden, die zu einer damals diskutierten Neugestaltung des Münchner Hauptbahnhofes passen sollte. Für das in Deutschland einzigartige Aluminium-Röhren-Design wurden fast 31 km Röhren verbaut.

Betrieb des Busbahnhofs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wurde der ZOB von dem Münchner Emissionshaus WealthCap erworben[2], vorheriger Besitzer war der Projektentwickler Hochtief. Betrieben wird der Busbahnhof vom Bayerischen Roten Kreuz.[3]

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Busbahnhof wird hauptsächlich durch zahlreiche Fernbusanbieter, aber auch Reiseveranstalter genutzt. So fahren Busse von Unternehmen wie Flixbus oder IC Bus, die nationale und internationale Verbindungen anbieten, den ZOB regelmäßig an. Busse des Stadtverkehrs sind davon ausgenommen, da die öffentliche Anbindung über S-Bahn und Straßenbahn München erfolgt.

Gebühren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busse, die den ZOB anfahren, zahlten zur Eröffnung 6,00 Euro für eine halbe sowie 11,00 Euro für eine ganze Stunde Aufenthalt.[4] 2015 lagen die Preise bei 7,00 bzw. 10,00 Euro.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die über den Haltestellen befindlichen Räumlichkeiten standen aufgrund ihrer zunächst mangelnden Attraktivität für Mieter einige Jahre in der Kritik. Zur Eröffnung des Busbahnhofes konnten lediglich sechs der 17 Mietflächen vermietet werden.[4] Aufgrund der geringen Kundenfrequenz von nur 1.500 Personen pro Tag gegenüber den geplanten 8.000 bis 10.000 kürzten 2011 mehrere Mieter ihre Zahlungen an den Projektentwickler Hochtief, woraufhin Hochtief Klage einreichte. Das Landgericht München I entschied 2013 in einem ersten Fall zugunsten eines Mieters.[6]

Durch die Deregulierung des Fernbusmarktes in Deutschland stellte sich ab Anfang 2013 eine deutliche Besserung der Nutzung des ZOB ein.[7] So steigerten sich die durchschnittlichen An- und Abfahrten pro Tag von 80 Bussen pro Tag 2010[8] auf 135 pro Tag 2013. Zur Eröffnung des Busbahnhofs war mit 42.000 Bussen pro Jahr, also durchschnittlich 115 Bussen pro Tag, gerechnet worden.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zentraler Omnibusbahnhof München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Medienberichte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Busbahnhof mit Flughafencharakter. Augsburger Allgemeine Zeitung 18. September 2007.
  2. WealthCap komplettiert München-Portfolio, finanzwelt.de vom 4. August 2014, abgerufen am 11. November 2016.
  3. Stadt München: Zentraler Omnibusbahnhof München (ZOB). Abgerufen am 3. März 2015.
  4. a b Münchner Merkur: „Leere Schalter am neuen Busbahnhof“, 31. August 2009, abgerufen am 2. Mai 2013.
  5. Preisinformationen auf der offiziellen Website des ZOB München, abgerufen am 3. März 2015.
  6. Süddeutsche: „Fahrt ins Leere“, 24. Januar 2013, abgerufen am 2. Mai 2013.
  7. Abendzeitung: „Sparfüchse fahren jetzt Bus“, 19. April 2013, abgerufen am 2. Mai 2013.
  8. a b Münchner Merkur:„Busse meiden den Busbahnhof“, 8. September 2010, abgerufen am 2. Mai 2013.