Centromer

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Chromosom in Metaphase (Schema):
1 Chromatid, 2 Centromer,
3 Kurzer Arm (p-Arm), 4 Langer Arm (q-Arm).
> Nicht markiert: vier Telomere

Als Centromer oder Zentromer (von altgriechisch κέντρον kéntron ‚Mittelpunkt‘ und μέρος méros ‚Teil‘) bezeichnet man den Bereich der primären Konstriktion (Einschnürungsstelle) eines Metaphase-Chromosoms. Hier hängen die beiden Chromatiden zusammen, bis sie während der Kernteilung (Mitose oder zweite meiotische Teilung) am Beginn der Anaphase getrennt werden: An den sich am Centromer ausbildenden Proteinkomplexen, den Kinetochoren, setzen die Fasern des Spindelapparates an, die die Schwesterchromatiden zu den entgegengesetzten Zellpolen ziehen. Das Centromer teilt jedes Chromatid in zwei Arme, deren Längen sich oft deutlich unterscheiden.

Ebenso wird im centromeren Bereich der Chromatiden-Chromosomen das Cohesin (das Protein, welches das Chromosom zusammenhält) bis zur Prophase der Mitose nie entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fachwort prägte 1903 der Anatom Wilhelm Waldeyer[1], der im Jahr 1888 den Terminus Chromosom erfunden hatte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruce Alberts, Alexander Johnson, Julian Lewis, Martin Raff, Keith Roberts, Peter Walter: Molecular Biology of the Cell, 5. Auflage, Garland Science, Taylor & Francis Group 2008, ISBN 978-0-815341062, Seiten 228–230.
  • Donald Voet, Judith G. Voet: Biochemistry. 4. Auflage, John Wiley & Sons, New York 2011, ISBN 978-1-11813992-9. S. 20, 24, 109, W53, W55, W66

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rigomar Rieger, Arnd Michaelis, Melvin M Green: A glossary of genetics and cytogenetics: Classical and molecular. Springer: Berlin, Heidelberg, New York 1968, dort S. 49.