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Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung

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Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung Dezember 2022
Sitz Bochum[1]
Leitung Pamela Krosta-Hartl, Leonhard Kugler
Branche Informationstechnik
Website www.zendis.de
Stand: 2025

Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) ist ein öffentliches Unternehmen zur Beratung der deutschen öffentlichen Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen in digitaler Souveränität,[2] vor allem durch die Förderung von Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen. Dazu betreibt das ZenDiS die kollaborative Entwicklungsplattform opencode und die Online-Office-Suite openDesk.

Das ZenDiS liegt unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT). Alleiniger Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland (BRD).[3] Die Beteiligung der Bundesländer ist geplant,[4] bislang (Stand Anfang 2025) aber noch nicht umgesetzt.[5]

Die Einrichtung geht auf länger geführte Diskussionen um die Digitale Souveränität und einen Beschluss des IT-Planungsrats aus dem Jahr 2021 zurück.[6] Im Dezember 2022 wurde das Zentrum für Digitale Souveränität am BMI gegründet. Interims-Geschäftsführer wurde der Beamte Andreas Reckert-Lodde,[7] seit Ende 2023 zusammen mit Ralf Kleindiek.[8]

Im Jahr 2024 übernahm das ZenDiS die Trägerschaft für die Projekte openCoDE und openDesk vom BMI.[6] Ab Oktober 2024 bildeten Jutta Horstmann als CTO und Alexander Pockrandt als CFO die Geschäftsführung.[9] Horstmann wurde im April 2025 überraschend vom BMI abberufen.[10] Im November 2025 folgte ihr Pamela Krosta-Hartl.[11] Leonhard Kugler übernahm dann im April die Co-Geschäftsführung von Pockrandt, zudem kündigte das Bundesdigitalministerium eine strategische Neuaufstellung an, das Zendis will sich aus der Rolle als IT-Dienstleister zurückziehen.[12]

Logo von openCode

openCode ist eine Softwareentwicklungsplattform für den Austausch von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung.[13] Wesentlicher Teil des Angebots ist eine öffentliche GitLab-Instanz für den Austausch von Quellcode.[14]

openCode wird unter anderem durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI),[15] Gremien des IT-Planungsrats,[16] die Föderale IT-Kooperation (FITKO),[17] den DigitalService des Bundes,[18] die BWI GmbH,[19] das Robert Koch-Institut[20] und den Freistaat Thüringen[21] für Veröffentlichungen genutzt.

Neben dem als primärer Verwendungszweck vorgesehenen Austausch von Quellcode wird das openCode-GitLab von verschiedenen öffentlichen Stellen auch für rein redaktionelle Zwecke genutzt. Beispiele sind die Veröffentlichung von technischen Konzepten[22][23][24] und Dokumentationen[25] sowie Kommentierung von Inhalten durch Dritte.

Die Plattform openCode wurde im Kontext der Deutschen Verwaltungscloudstrategie durch ein Projekt des Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie der Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entwickelt.[26]

Logo von openDesk

OpenDesk (Eigenschreibweise: openDesk) ist eine Groupware- bzw. Kollaborationssoftware,[27] die verschiedene Open-Source-Komponenten bündelt.[28] Damit kann die öffentliche Verwaltung in Deutschland freier zwischen IT-Lösungen, IT-Komponenten und Anbietern wählen.[29] OpenDesk positioniert sich als digital-souveräne Alternative zu Microsoft 365.[30] openDesk umfasst folgende Komponenten:

OpenDesk ist als On-Premises- oder als SaaS-Angebot erhältlich[31] und läuft ausschließlich auf Kubernetes.[32] Das ZenDiS vergibt die Weiterentwicklung von openDesk als Rahmenvertrag an Dienstleister.[33] openDesk als Cloud-Angebot ist seit Ende September 2024 für öffentliche Einrichtungen verfügbar[34][35] und genießt mittlerweile breite Anerkennung auch über Deutschland hinaus.[36]

Nutzer sind unter anderem die BWI GmbH für die Bundeswehr und der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD).[37][38]

Nachdem der Internationale Strafgerichtshof zum Ziel US-amerikanischer Sanktionen geworden war, wird dort die Einführung von openDesk als Ersatz für von Microsoft bereitgestellte IT-Infrastruktur geplant.[39]

Bis 2027 soll dazu in Lübbenau ein 200-MW-Großrechner von der Schwarz-Gruppe aufgebaut werden.[40]

Auch in der Schweiz beginnt im Jahr 2026 ein Pilotprojekt, die öffentliche Verwaltung so schnell wie möglich auf OpenDesk umzustellen.[41]

In Kooperation mit der französischen Interministeriellen Behörde für Digitales entwickelt das ZenDiS Docs, eine Anwendung für Kollaboratives Schreiben in Echtzeit.[42]

Einzelnachweise

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  1. ↑ www.zendis.de – Impressum
  2. ↑ cio.bund.de – Zentrum für Digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung
  3. ↑ Amtsgericht Bochum, HRB 21488, DK => Liste der Gesellschafter. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
  4. ↑ ZenDiS: Die Open-Source-Kompetenzstelle der öffentlichen Verwaltung. In: osb-alliance.de. 18. September 2023, abgerufen am 17. April 2024.
  5. ↑ Esther Menhard: Zentrum für digitale Souveränität: Bund legt offener Verwaltungssoftware Steine in den Weg. In: netzpolitik.org. 28. März 2025, abgerufen am 18. April 2025.
  6. 1 2 Susanne Ehneß: Ein Start-up im Staat. In: egovernment.de. 1. Februar 2024, abgerufen am 18. April 2025.
  7. ↑ Anna Ströbele: ZenDiS-Geschäftsführer Reckert-Lodde wechselt ins BSI. In: Behörden Spiegel. 20. August 2024, abgerufen am 18. April 2025.
  8. ↑ Susanne Ehneß: Ralf Kleindiek unterstützt ZenDiS-Aufbau. In: egovernment.de. 14. Dezember 2023, abgerufen am 18. April 2025.
  9. ↑ Christian Brecht: Neue ZenDiS-Geschäftsführung. In: Behörden Spiegel. 7. Oktober 2024, abgerufen am 18. April 2025.
  10. ↑ Anna Ströbele: ZenDiS-Chefin Jutta Horstmann abberufen. In: Behörden Spiegel. 11. April 2025, abgerufen am 18. April 2025.
  11. ↑ Das ZenDiS ist ab sofort wieder mit einer Doppelspitze unterwegs. 3. November 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  12. ↑ Oliver Voß: So will sich das Zendis künftig aufstellen. In: Tagesspiegel Background. 17. Juli 2024, abgerufen am 17. Juli 2026.
  13. ↑ ZenDiS | Vision und Mission | Führungsteam. Abgerufen am 5. März 2025.
  14. ↑ openCode GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  15. ↑ BMI · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  16. ↑ IT-Planungsrat · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  17. ↑ Föderale IT-Kooperation (FITKO) · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  18. ↑ DigitalService · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  19. ↑ BWI · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  20. ↑ Robert Koch-Institut · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  21. ↑ Freistaat Thüringen · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  22. ↑ IT-Planungsrat / Föderales IT-Architekturboard / Zielarchitektur Postfach- und Kommunikationslösungen · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  23. ↑ BMI / openDesk Architekturkonzept · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  24. ↑ BMI / EUdi-Wallet / eIDAS2 · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  25. ↑ NOOTS / Public / SAK APIs · GitLab. Abgerufen am 5. März 2025.
  26. ↑ Open CoDE - Open Source-Plattform der Öffentlichen Verwaltung. CIO Bund, abgerufen am 5. März 2025.
  27. ↑ Digitale Souveränität: Mit neun Beschäftigten zur neuen Behörden-Office-Suite?, Heise, am 13. März 2024 (und hier zuletzt abgerufen am 28. August 2025)
  28. ↑ openproject.org - Der Aufstieg des Souveränen Arbeitsplatzes: openDesk – Ihre Open Source Alternative zu Microsoft und Google
  29. ↑ cio.bund.de – Zentrum für Digitale Souveränität, abgerufen am 27. Juli 2024.
  30. ↑ heise.de - Drei Fragen und Antworten: Die Behördensoftware openDesk kommt
  31. ↑ https://opendesk.eu/produkt/
  32. ↑ docs.opendesk.eu - Requirements
  33. ↑ egovernment.de - ZenDiS vergibt Rahmenvertrag für openDesk
  34. ↑ Office und Collaboration Suite. In: OpenDesk.eu. Abgerufen am 30. September 2024.
  35. ↑ Das Bundes-Office kommt: openDesk Version 1.0 ab Mitte Oktober. In: heise online. 27. September 2024, abgerufen am 30. September 2024.
  36. ↑ golem.de: Deutschland und das Zendis werden im europäischen Ausland mittlerweile als Best Practice angesehen, abgerufen am 10. August 2024.
  37. ↑ Stefan Krempl: Rahmenvertrag: MS-365-Alternative OpenDesk soll die Bundeswehr erobern. In: heise.de. 24. August 2024, abgerufen am 7. April 2025.
  38. ↑ Diana Künstler: RKI und ZenDiS bauen digitale Kooperation aus. Abgerufen am 23. Juni 2025 (deutsch).
  39. ↑ Internationaler Strafgerichtshof: Wechsel zu deutschem Officepaket nach US-Sanktionen. In: Der Spiegel. 30. Oktober 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. Oktober 2025]).
  40. ↑ 5,6 Milliarden Euro: Lidl-Mutter plant Rechenzentrum mit 1 Gigawatt, so bei ComputerBase, am 27. August 2026
  41. ↑ Weg von Microsoft: Schweizer Regierung baut weiter ihre IT um im Der Standard vom 9. September 2026, abgerufen am 9. September 2026
  42. ↑ docs.numerique.gouv.fr