Zerlach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f5f1Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Ehemalige Gemeinde

Zerlach (Ehemalige Gemeinde)
Katastralgemeinde Zerlach
Zerlach (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Südoststeiermark (SO), Steiermark
Gerichtsbezirk Feldbach
Koordinaten 46° 56′ 47″ N, 15° 39′ 2″ OKoordinaten: 46° 56′ 47″ N, 15° 39′ 2″ O
Höhe 337 m ü. A.
Einwohner d. stat. Einh. 1690 (1. Januar 2014)
Gebäudestand 137 (1. Januar 2014)
Fläche d. KG 23,78 km²
Postleitzahl 8082f1f0
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 62381
Katastralgemeinde-Nummer 62328
Zählsprengel/ -bezirk Zerlach (62381 002)
Eigenständige Gemeinde bis Ende 2014
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Zerlach ist eine ehemalige Gemeinde mit 1690 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2014) im Südosten der Steiermark im Bezirk Südoststeiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist die Gemeinde seit 2015 in der Gemeinde Kirchbach-Zerlach eingegliedert,[1] die neue Gemeinde führte 2015 den Namen Kirchbach in der Steiermark.

Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerlach liegt an der Schwarzau ca. 23 km süd-östlich von Graz und ca. 17 km westlich der Bezirkshauptstadt Feldbach im Oststeirischen Hügelland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasste folgende sechs Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015[3]):

  • Breitenbuch (406)
  • Dörfla (458)
  • Kittenbach (84)
  • Maxendorf (190)
  • Weißenbach (160)
  • Zerlach (375)

Die Gemeinde bestand aus der einzigen Katastralgemeinde Zerlach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerlach ist eine Agrargemeinde mit einem Flächenmaß von 2.377 ha. Bei der Volkszählung im Jahre 1981 wurden 1.584 Einwohner gezählt, diese ordnen sich wiederum in 370 Haushalte ein.

Der Name Zerlach früher „Zedlach“ wurde erstmals im Babenbergischen Urbar im Jahre 1220 erwähnt. Zerlach heißt übersetzt: „Zu oder bei den Erlen“. Die Gemeinde war einst im Besitze von einigen Schlössern und Gutshöfen sowie einer Wehranlage.

Die Ortschaften Breitenbuch früher „Praytenbach“, Kittenbach früher „Cüttenbach“, Hochjahring, früher „Ohenjahring“, Maxendorf früher „Markirschendorf“ wurden auch schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.

Dörfla genannt „das Dörflein in der Pfarr zu Kirchbach“ wurde erst später im Jahre 1370 im Seckauer Zehentbuch genannt.

Angebaut wurden zu dieser Zeit hauptsächlich das Marchfutter, Mohn, Erbsen und Flachs. Es gab auch besonders viel Wein. Jeder Hügel war mit Weinstöcken bepflanzt. Dieser wurde schon als Traubensaft, früher Most genannt, als Zehent an die verschiedensten Herrschaften abgeliefert.

Im Jahre 1848 stellte Hans Kudlich den Antrag auf die Bauernbefreiung. Schon im Jahre 1849 wurden die Bauern freie Bürger und brauchten an die Gutsherrn keinen Zehent mehr zu leisten. Damit die Bauern den Grund erwerben konnten, mussten sie 1/3 des Schätzwertes selbst aufbringen.

Somit gab es seit dem Jahre 1849 die Katastralgemeinde = Verwaltungsgemeinde. Vom Jahre 1848 bis 1900 ist nicht bekannt, wer die Gemeinde verwaltet hat. Im Jahre 1900 wurde Georg Maier (vlg. Kölli) zum Bürgermeister gewählt. Seine Nachfolger waren Josef Nöst (vlg. Krisper), Josef Kaufmann (vlg. Thori), Richard Suppan (vlg. Schumandl), Josef Paier (vlg. Tonihansl), Franz Maier (vlg. Wagner) und Josef Graßmugg. Bis zum Jahre 1981 musste die Gemeindekanzlei siebenmal ihren Sitz wechseln. Unter Bürgermeister Josef Graßmugg wurde das Gemeindeamt errichtet.

Am 3. Juni 1984 wurde dieses Haus durch Pfarrer Tödtling im Beisein von Pfarrer Wolfgang Pucher, Alois Steinkleibl und Johann Köberl feierlich gesegnet. Am gleichen Tage wurde Landeshauptmann Josef Krainer zum Ehrenbürger der Gemeinde, Josef Krainer nahm auch die Wappenverleihung der Gemeinde Zerlach vor. Am 22. März 1985 legte Josef Graßmugg seine 15-jährige Funktion als Bürgermeister zurück. Im April wurde Josef Suppan (vlg. TischlerI) zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt.

Die Bewohner von Zerlach bewirtschaften jedes Stückchen Landwirtschaft. Durch ihre tatkräftige Einsatzbereitschaft und großen Fleiß, welchen sie das ganze Jahr über einsetzen, kann man sagen, dass jeder gut gestellt ist. Zum Großteil müssen die Arbeiten auf Grund der hügeligen Landschaft die Arbeiten händisch durchgeführt werden. Heute wird hauptsächlich Vieh- und Schweinezucht betrieben.

Breitenbuch

Der Name Praytenpuch wurde erstmals im Jahre 1265 genannt. Praytenpuch stand damals unter der Herrschaft von Ottokar von Böhmen und gehörte zur Pfarre St. Georgen. Im Jahre 1414 stand dieser Ort Breitenbuch schon unter der Herrschaft von dem Gutsherrn von Freiburg.

Hochjahring

In Hochjahring sollte sich ein Schloss mit einer Wehranlage befunden haben. Dieses Schloss wurde „der Hof zu Kirchbach“ genannt. Auch beim derzeitigen Besitzer Puchannerl soll ein Schloss mit Wehranlage gestanden sein.

Kittenbach

Kittenbach wurde erstmals im Urbar der Habsburger im Jahre 1280 erwähnt. Kittenbach hatte zwei Huben und stand unter der Herrschaft des Landesfürsten. Eine Hube wurde mit 36 Joch berechnet.

Dörfla

Dörfla wurde erstmals im Seckauer Zehentbuch im Jahre 1406 genannt. Auf dem Hang Erlingsberg, soll sich ebenfalls ein Edelhof mit einer Wehranlage befunden haben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kirchbach-Zerlach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerlach ist eine typische Landgemeinde mit vorwiegend land- und forstwirtschaftlicher Nutzung durch bäuerliche Klein- und Mittelbetriebe, die meist im Nebenerwerb geführt werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 73 (Kirchbacher Bundesstraße) bietet vor allem den Berufspendlern die Anbindung an die Wirtschaft im Großraum Graz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindekindergarten und Alterspflegeheim
Freiwillige Feuerwehr Breitenbuch

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schulische Grundversorgung wird durch das Schulzentrum in der Nachbargemeinde Kirchbach-Zerlach übernommen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat bestand bis 31. Dezember 2014 aus 15 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 14 ÖVP - stellt den Bürgermeister und Vizebürgermeister
  • 1 SPÖ

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war bis 31. Dezember 2014 Franz Löffler (ÖVP). Vizebürgermeister war Anton Prödl (ÖVP). Amtsleiterin war Michaela Gartner.

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von bis Name des Bürgermeisters[4]
1900 1919 Georg Mayer vulgo Kölli
1919 1938 Josef Nöst vulgo Krisper
1938 1939 Josef Kaufmann vulgo Thori
1939 1945 Richard Suppan vulgo Schuhmandl
1945 1960 Josef Paier vulgo Tonihansl
1960 1970 Franz Maier vulgo Wagner
1970 1985 Josef Graßmugg vulgo Schlosser
1985 2005 Josef Suppan
2005 2014 Franz Löffler

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1984.
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„Über einer silbernen Zinnenmauer im Schildfuß in Rot balkenweise eine silberne Kette von fünf Gliedern, durch zwei derselben sind je drei silberne Ähren gesteckt.“[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zerlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 9 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  3. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  4. Gemeinde Zerlach: Bürgermeisterchronik (abgerufen am 2. Februar 2015)
  5. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 35/36, 1985/86, S. 54