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Zhang Anda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zhang Anda
Zhang Anda
Zhang Anda
Zhang beim Paul Hunter Classic 2012
Geburtstag 25. Dezember 1991 (34 Jahre)
Nationalität China Volksrepublik Volksrepublik China
Spitzname(n) Mighty Mouse[1]
Profi 20092011, 20122020, ab 2021[2]
Preisgeld 1.096.420 £ (Stand: 13. Januar 2026)
Höchstes Break 147 (4×)[2]
Century Breaks 169 (Stand: 13. Januar 2026)
Profitour-Erfolge
Ranglistenturniersiege 1
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 10 (Okt. 2024)
Aktuell 23 (Stand: 22. Dezember 2025)
Beste Ergebnisse
Ranglistenturniere Sieg (International Championship 2023)
Andere Profiturniere 4× Viertelfinale
Amateurturniere U21-Asienmeister 2009

Zhang Anda (chinesisch 张安达, Pinyin Zhāng Āndá; * 25. Dezember 1991) ist ein chinesischer Snookerspieler. Als Amateur gewann er unter anderem die U21-Asienmeisterschaft 2009. Anschließend wurde er Mitglied der Profitour. 2023 gewann er die International Championship und erreichte in derselben Saison zwei weitere Ranglistenfinals. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste war im Jahr darauf Platz 10.

Zhang Anda kommt aus Guangzhou, wo seine Eltern einen Tischtennis-Club besaßen. Als Kind spielte Zhang folglich zunächst Tischtennis, begann sich aber in einer nahegelegenen Snookerhalle zusehends für die Billardvariante zu interessieren.[1] 2007 trat er auf der internationalen Bühne erstmals in Erscheinung und erreichte bei der U21-Snooker-Asienmeisterschaft das Viertelfinale.[3] Mehr Erfolg hatte er bei der U21-Amateurweltmeisterschaft desselben Jahres. Dort erreichte er das Endspiel, verlor dieses aber gegen Michael Georgiou. Eine Teilnahme an der Haupt-Amateurweltmeisterschaft endete zu Beginn der Hauptrunde.[4] Im Laufe des Jahres 2008 erhielt Zhang Wildcards für die China Open und das Shanghai Masters, wodurch er erstmals Erfahrung gegen Profispieler sammelte, beide Spiele aber verlor. Zudem spielte er 2008/09 auf der Pontin’s International Open Series, allerdings nur mit mäßigem Erfolg.[5] Zu diesem Zeitpunkt nahm Tony Drago Zhang unter seine Fittiche.[1] Später trainierte Zhang regelmäßig zusammen mit Ronnie O’Sullivan.[6] Nach einem knappen Ausscheiden in der Gruppenphase der Snooker-Asienmeisterschaft 2008 kehrte Zhang auch wieder auf die Erfolgsspur zurück. Nur wenige Monate später stand er im Finale der U21-Snooker-Asienmeisterschaft und besiegte dort den Thailänder Noppon Saengkham.[7] Infolgedessen erhielt er die Spielberechtigung für die Snooker Main Tour.[2]

Die ersten Profijahre

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Zhangs erste beiden Profispielzeiten verliefen recht schlecht für den jungen Chinesen, der so gut wie nie in die Hauptrunde eines Ranglistenturnieres einzog und lediglich bei einigen PTC-Events kleinere Erfolge erzielen konnte (wie auch beim Shanghai Masters 2010, wo er erst in der finalen Qualifikationsrunde verlor). Allerdings sorgte Zhang für eine kleine Sensation, als er sich überraschend für die Snookerweltmeisterschaft 2010 qualifizierte. Sein dortiges Hauptrundenspiel gegen den siebenfachen Ex-Weltmeister Stephen Hendry war lange Zeit eine offene Partie und Zhang führte bereits mit 7:9, doch der Routinier Hendry konnte das Spiel noch mit 10:9 für sich entscheiden.[8] Nachdem er Mitte 2011 nur auf Rang 84 der Weltrangliste platziert war,[9] verlor Zhang mangels fehlender sportlicher Qualifikation die Startberechtigung.[2] Der Versuch der direkten Wiederqualifikation über die Q School scheiterte schlussendlich an einer Niederlage gegen David Grace im Gruppenfinale beim ersten Event. Im Folgenden nahm Zhang an einigen PTC-Events teil,[10] aber erreichte auch das Viertelfinale der U21-Amateurweltmeisterschaft und das Endspiel der U21-Asienmeisterschaft, das er aber gegen Hossein Vafaei verlor.[11] Da sich Vafaei aber bereits auf anderem Weg für die Profitour qualifiziert hatte, reichte das verlorene Endspiel für Zhang für die sportliche Wiederqualifikation für die Profitour aus.[12] Auf dieser hatte sich wegen Zhangs verhältnismäßig geringer Körpergröße der Spitzname „Mighty Mouse“ für ihn etabliert.[6]

In den anschließenden zwei Saisons konnte Zhang einige Erfolge erzielen und nahm unter anderem am Achtelfinale der Australian Goldfields Open 2013 und an der Runde der Letzten 32 der Indian Open 2013 teil. Bei drei PTC-Events konnte er zudem das Viertelfinale erreichen.[13] Dennoch belegte er Mitte 2014 nur Rang 74,[9] womit er wieder die direkte sportliche Qualifikation verpasste.[2] Diesmal konnte sich Zhang jedoch über die Q School retten. Die nächsten beiden Spielzeiten zeigten eine leicht gesteigerte Form Zhangs, neben der Hauptrunde der Snookerweltmeisterschaft 2016 und dem Achtelfinale des German Masters 2016 erreichte er auch das Viertelfinale der Haining Open 2015.[14] Zwar war das Resultat der beiden Spielzeiten, Rang 65, besser als die bisherigen Ergebnisse Zhangs, trotzdem verpasste er die direkte sportliche Qualifikation um genau einen Platz.[9] Dank seiner Viertelfinalfinalteilnahme bei den Haining Open qualifizierte sich Zhang aber über die Order of Merit der PTC-Tour für die nächsten beiden Saisons.[15]

Rückzug nach China und Wiederqualifikation

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Im Laufe der nächsten beiden Saisons konnte Zhang allerdings nur verhaltene Erfolge erzielen, Höhepunkte waren Achtelfinalteilnahmen bei der UK Championship 2016 und beim Riga Masters 2017 sowie eine Viertelfinalteilnahme bei den Indian Open 2017.[16] Eine direkte sportliche Wiederqualifikation verpasste Zhang nach zwei Jahren mit Rang 67 erneut knapp,[9] wobei er sich diesmal über die Einjahresrangliste retten konnte und einen sicheren Platz für die nächsten zwei Spielzeiten bekam.[17] In den folgenden zwei Jahren konnte Zhang konstante Ergebnisse mit regelmäßigen Hauptrundenteilnahmen vorweisen, darunter eine Viertelfinalteilnahme beim Paul Hunter Classic 2018. Als im Frühjahr 2020 die COVID-19-Pandemie ausbrach, zog sich der Chinese jedoch noch vor Saisonende nach dem Gibraltar Open in seine Heimat zurück.[18] Mitte 2020 verlor Zhang deshalb erneut seine Spielberechtigung,[9] wodurch seine Profikarriere vorläufig endete.[2]

Im Rahmen der CBSA Qualifiers 2021 gelang Zhang die Wiederqualifikation für die Profitour, auf der er ab der Saison 2021/22 wieder spielte.[19] In seine Comebacksaison startete er zunächst mit einer Serie von Auftaktniederlagen, doch bei den Scottish Open 2021 wendete sich mit einer Teilnahme an der Runde der letzten 32 das Blatt. Bis zum Saisonende schied er vier Turnieren erst in der dritten und zwei weiteren in der zweiten Runde aus. Sein bestes Ergebnis erzielte er bei den Welsh Open, wo er bis ins Viertelfinale kam.[20] Am Saisonende stand er auf Platz 87, wobei er durch die Wechsel in der Tourbesetzung während der Saisonpause zum Start der Saison 2022/23 bis auf Platz 70 vorrückte. Damit war er zu diesem Zeitpunkt unter den besten neuen Spielern 2021 und in Schlagweite zu den Top 64, hatte also mit die besten Voraussetzungen für die zweite Saison. Zu deren Beginn gelang ihm in der Qualifikation des European Masters gegen Anton Kazakov das erste Maximum Break bei einem Profiturnier. Bei der Mehrzahl der Turniere erreichte er die zweite Runde, bei den Scottish Open und dem German Masters Runde 3. Den größten Saisonerfolg erreichte er bei der 6-Red-Weltmeisterschaft, wo er sich durch 5 Qualifikationsrunden spielte, in der Gruppenphase Ding Junhui und Stephen Maguire deutlich schlug und das Viertelfinale erreichte. Das Turnier zählte aber nicht für die Weltrangliste und die übrigen Ergebnisse bestätigten seine Position, waren aber nicht genug für die Top 64. Bei der abschließenden Weltmeisterschaft nutzte er seine letzte Chance und nach Siegen über Stan Moody und Xiao Guodong stieg er noch auf Platz 60, wodurch er sich zum ersten Mal direkt den Verbleib auf der Profitour sicherte. Gegen Noppon Saengkham spielte er sogar um den Einzug in die WM-Finalrunde im Crucible Theatre und erst im Decider auf Schwarz fiel die Entscheidung gegen ihn.[21]

Später Durchbruch und Turniersieg

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In die Saison 2023/24 startete Zhang mit zwei Auftaktniederlagen. Bei den English Open gelang ihm dann aber der überraschende Durchbruch. Mit klaren Siegen kam er ins Achtelfinale und schlug den Weltranglistenersten Ronnie O’Sullivan mit 4:2. Erstmals überstand er danach auch Viertel- und Halbfinale. Im Finale traf er auf Judd Trump und dominierte bis zum Stand von 7:3. Dann kam aber der Engländer auf und das Match ging mit 7:9 verloren. Bereits einen Monat später bei der International Championship folgte der zweite Lauf bis ins Finale. Neben seinem zweiten Sieg gegen O’Sullivan gelangen ihm gegen Ding Junhui und Mark Williams weitere Erfolge gegen Top-16-Spieler. Im Endspiel gegen Tom Ford spielte er sein zweites Maximum und gewann deutlich mit 10:6.[22] Sein erster Sieg, zudem bei einem großen Turnier, brachte ihn in der Rangliste nach vorne bis unter die Top 16. Er qualifizierte sich außerdem für zusätzliche Turniere, während er beim Champion of Champions und dem Masters ohne Sieg blieb, erreichte er bei der Players Championship mit Siegen über John Higgins und Mark Selby sein drittes Finale. Nach hartem Kampf verlor er 8:10 gegen Mark Allen. Für die WM war er erstmals direkt qualifiziert, aber erneut verlor er sein Erstrundenspiel und damit beendete er die Saison auf Platz 12.[23]

Die nächste Saison begann durchwachsen und das Viertelfinale waren beim Wuhan Open und der UK Championship in der ersten Saisonhälfte seine besten Ergebnisse. Zwischenzeitlich erreichte er mit Platz 10 seine beste Platzierung, aber nach drei Niederlagen in Folge am Saisonende, darunter die fünfte Niederlage im fünften Crucible-Spiel, ließ ihn auf Platz 12 stagnieren.[24] Auch 2025/26 konnte er nicht an seine Erfolgssaison anknüpfen. Erneut war das Viertelfinale beim Wuhan Open das beste Ergebnis in der ersten Saisonphase. Durch die Drittrundenniederlage bei der International Championship, die er 2023 gewonnen hatte, verlor er schließlich so viele Punkte in der Zweijahresrangliste, dass er aus den Top 16 herausfiel.[25]

Profiturniere

Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Ranglistenturniere
Zweiter 2023 English Open EnglandEngland Judd Trump 7:9
Sieger 2023 International Championship EnglandEngland Tom Ford 10:6
Zweiter 2024 Players Championship Nordirland Mark Allen 8:10
Amateurturniere
Zweiter 2007 IBSF U21-Weltmeisterschaft EnglandEngland Michael Georgiou 6:11
Sieger 2009 ACBS U21-Snookerasienmeisterschaft Thailand Noppon Saengkham 5:1
Zweiter 2011 Q School – Event 1 EnglandEngland David Grace 1:4
Zweiter 2012 ACBS U21-Snookerasienmeisterschaft Iran Hossein Vafaei 2:6
Sieger 2014 Q School – Event 1 Wales Jamie Rhys Clarke 4:3
Sieger 2021 CBSA Qualifiers China Volksrepublik Zhang Zhijie 4:0
Commons: Zhang Anda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c Ivan Speck: Mighty Mouse qualifier Zhang Anda gives Stephen Hendry a scare in round one thriller. Daily Mail, 19. April 2010, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  2. a b c d e f Zhang Anda bei CueTracker (Stand: 29. Juli 2025)
  3. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2006-2007 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  4. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2007-2008 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  5. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2007-2008 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2008-2009 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  6. a b Zhang Anda. Pro Snooker Blog, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  7. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2008-2009 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  8. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2009-2010 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2010-2011 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  9. a b c d e Ron Florax: Ranking History For Zhang Anda. CueTracker.net, abgerufen am 27. August 2022 (englisch).
  10. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2011-2012 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  11. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2011-2012 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  12. Tour Players 2012/2013. (DOC; 103 kB) worldsnooker.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juni 2013; abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  13. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2012-2013 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2013-2014 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  14. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2014-2015 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2015-2016 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  15. Tour Players 2016/2017. (PDF) In: wst.tv. World Professional Billiards & Snooker Association, 2016, abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).
  16. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2016-2017 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2017-2018 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  17. Tour Players 2018/2019. World Professional Billiards & Snooker Association, 1. Juni 2018, abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).
  18. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2018-2019 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
    Ron Florax: Zhang Anda - Season 2019-2020 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  19. CBSA Qualifiers 2021: Event Two Results. World Professional Billiards & Snooker Association, 17. April 2021, abgerufen am 17. April 2021 (englisch).
  20. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2021-2022 - Professional Results. In: cuetracker.net. CueTracker, abgerufen am 27. August 2022 (englisch).
  21. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2022-2023 - Professional Results. In: cuetracker.net. CueTracker, abgerufen am 27. August 2022 (englisch).
  22. International Championship: Zhang Anda makes 147 break in maiden ranking title win. In: bbc.com. BBC Sport, 12. November 2023, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  23. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2023-2024 - Professional Results. In: cuetracker.net. CueTracker, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  24. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2024-2025 - Professional Results. In: cuetracker.net. CueTracker, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  25. Ron Florax: Zhang Anda - Season 2025-2026 - Professional Results. In: cuetracker.net. CueTracker, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).