Zhuge Liang

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Wǔhóu-Tempel – 武候祠
Zhugeliang Temple.jpg
Halle des Zhugeliangs – 諸葛亮殿 / 诸葛亮殿, Chengdu 2011
Chengdu Wuhou ci.jpg
Haupteingang von Wǔhóu Cí – 武候祠, Chengdu 2011

Zhuge Liang (chinesisch 諸葛亮 / 诸葛亮, Pinyin Zhūgě Liàng, IPA (hochchinesisch) [[d̥ʐ̥u5 ɡ̊ɤ214 li̯ɑŋ51]], Jyutping Zyu1got3 Loeng6, * 181; † 234, Vorname (Míng) Liàng, Großjährigkeitsname (Zì) Kǒngmíng孔明, Ehrenname (Hào) Wòlóng臥龍 / 卧龙 ‚schlafender Drache‘ bzw. Fúlóng 伏龍 / 伏龙 ‚verborgener Drache‘), war ein Politiker, Stratege, Essayist und Erfinder zur Zeit der drei Reiche im alten China. Aufgrund seiner Leistungen im militärischen Bereich gab man ihn respektvoll den Titel Zhūgě Wǔhóu諸葛武侯 / 诸葛武侯 ‚Zhūgě – Fürst der Kriegskunst‘

Am Ende der Han-Dynastie zerfiel die Macht des Han-Kaisers. Viele Warlords teilten das Land auf. Liu Bei, der von sich behauptete, ein entfernter Verwandter der Han-Kaiserfamilie zu sein und bis dahin eher ein Spielball der Warlords war, hörte von Zhuge Liangs enormen Intellekt. Daraufhin suchte er trotz seiner gehobenen gesellschaftlichen Stellung Zhuge Liang dreimal auf seinem Bauernhof auf, um ihn dazu zu bewegen, sein Berater zu werden.

Zhuge Liang konnte auf seiner ersten diplomatischen Mission Sun Quan, der sich des Landes südlich des Jangtsekiang Flusses bemächtigt hatte, dazu bewegen, ein Bündnis mit Liu Bei einzugehen, so dass sie gemeinsam Cao Cao, der bis dahin Nordchina unter sich vereinen konnte und den Kaiser als Marionette benutzte, in der Schlacht am Roten Felsen (赤壁之戰 / 赤壁之战) 208 schlagen konnten.

Danach eroberte Liu Bei – auf Rat von Zhuge Liang – die Provinz Sichuan, die durch ihre gebirgige Umgebung schwer einzunehmen ist. Damit etablierten sich die drei Königreiche der Wei-Dynastie, der Shu Han (auch Spätere-Han-Dynastie genannt) und der Wu-Dynastie.

Zhuge Liang versuchte durch Taktiken, Diplomatie und Politik, die Minderheiten an der Grenze des Landes für sich zu gewinnen, das eher schwächliche Land aufzubauen und führte sechs vergebliche Nördliche Expeditionen, um China für die Shu-Dynastie zu erobern. Auf dem letzten dieser Feldzüge starb er 234 an Erschöpfung.

In China wurde Zhuge Liang der Status einer Gottheit eingeräumt. Für das Volk gilt er als ein besonders weiser Mann, der volksnah und korruptionsfrei blieb, auch als er Kanzler seines Landes wurde. Sein Name gilt als Synonym für einen genialen Taktiker. Die Verehrung für ihn ist so groß, dass er mit seinem Herrn, Liu Bei, in ein und demselben Tempel verehrt wird, welcher im Volksmund seinen Namen trägt.

Auf seinen Feldzügen schrieb er zwei berühmte Berichte, die in China in den Schulen Pflichtlektüre für Altchinesisch sind. Während seiner Feldzüge erfand er einige Vorrichtungen, zum Beispiel einen kleinen, von einer Kerze getriebenen, als Signal benutzten Heißluftballon, der bis heute in China als Kongming-Laterne bzw. Himmelslaterne genannt wird, oder eine Armbrustvorrichtung (Repetierarmbrust), mit der mehrere Bolzen gleichzeitig abgeschossen werden konnten.

Die Geschichten um Zhuge Liang, Cao Cao, Liu Bei u. a. sind Bestandteil der in China sehr bekannten 36 Strategeme, einer chinesischen Sammlung von historischen Taktiken und Täuschungen (List).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zhuge Liang: Das Dao des Generals: Militärische Führung und Strategie im alten China. Übersetzt von Dr. Martin Bödicker. CreateSpace Independent Publishing Platform 2016, ISBN 978-1533141309

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Zhuge Liang – Quellen und Volltexte (chinesisch)
Chinesische Personennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Zhuge ist hier somit der Familienname, Liang ist der Vorname.