Zichtau

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Zichtau
Hansestadt Gardelegen
Wappen von Zichtau
Koordinaten: 52° 36′ 21″ N, 11° 17′ 45″ O
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 23,41 km²
Einwohner: 232 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039085
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Lage der Ortschaft Zichtau in Gardelegen

Zichtau ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgebung des Ortes ist durch die Hellberge geprägt. So gehören zur Gemarkung Zichtau mit dem Langen Berg und dem Stakenberg auch die größten Erhebungen dieser Hügelkette. Südöstlich der Ortslage befindet sich an der Stelle des ehemaligen Dorfes Ferchel das Naturdenkmal Ferchel-Eiche. Nördlich von Zichtau befinden sich mit der tausendjährigen Zichtauer Eiche und der Schlucht Himmel und Hölle zwei weitere bekannte Wanderziele.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Zichtau mit der Landgemeinde Zichtau vereinigt mit der Maßgabe, dass die Exklaven Zichtauer Wiesen und die Wiese im Grauing mit der Landgemeinde Schenkenhorst vereinigt werden.[1]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Zichtau am 22. Juni 2009, dass die Gemeinde Zichtau in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[2][3]

Nach Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde Zichtau wurde Zichtau Ortsteil der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Zichtau und künftige Ortsteil Zichtau wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Zichtau wurde ein Ortschaftsrat mit sechs Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. April 2005 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Hügel eine mit einem Herzschild belegte grüne Kastanie. Herzschild: In Gold zwei rote Balken, der obere belegt mit zwei silbernen Rosen, der untere mit einer silbernen Rose (Wappen des Geschlechts von Alvensleben).“[4]

Die Farben der Gemeinde sind Grün und Silber (Weiß).

Gebäude und Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Zichtau

Bemerkenswert ist die aus dem 16. Jahrhundert stammende Dorfkirche Zichtau und die Reste des Gutshofes Zichtau. Um die Gutsgebäude sind die Reste des 1820 angelegten heute verwilderten, ursprünglich jedoch vielbeachteten Landschaftsparks Zichtau zu erkennen.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ortsfriedhof erinnert ein Sammelgrab mit Gedenkstein an neun (nach anderen Angaben: zehn) KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus dem Außenlager Rottleberode des KZ Dora-Mittelbau, der in der Isenschnibber Feldscheune im April 1945 endete, von SS-Männern ermordet wurden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus Zichtau
  • Achaz Heinrich von Alvensleben (1716–1777) war preußischer Generalmajor und Besitzer von Gut Zichtau
  • Ludwig Karl Alexander von Alvensleben (1778–1842), preußischer Offizier und eine der Hauptfiguren in Theodor Fontanes Roman Schach von Wuthenau, starb am 30. August 1842 in Zichtau.
  • Busso XVI. von Alvensleben (1792–1879) war General und Hofmarschall des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha
  • Johann Solbrig (1778–1850) erwarb 1811 das Gut Zichtau. Als Gutsbesitzer und Amtmann veranlasste er die Wiederaufforstung der Hellberge. Er verstarb am 24. Juni 1850 in Zichtau und wurde hier am 27. Juni beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zichtau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 230.
  2. Amtsblatt des Landkreises Nr. 10/2009, S. 287–289
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  4. Amtsblatt des Landkreises Nr. 5/2005 Seite 72 (Memento vom 11. Februar 2006 im Internet Archive)