Ziegenfuß-Porling

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Ziegenfuß-Porling
2008-09-11 Albatrellus pes-caprae Pouzar 37540 crop.jpg

Ziegenfuß-Porling (Scutiger pes-caprae)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Täublingsartige (Russulales)
Familie: Schafporlingsverwandte (Albatrellaceae)
Gattung: Scutiger
Art: Ziegenfuß-Porling
Wissenschaftlicher Name
Scutiger pes-caprae
(Pers.) Bondartsev & Singer

Der Ziegenfuß-Porling (Scutiger pes-caprae, Syn.: Albatrellus pes-caprae, Cerioporus inflexus) ist eine Pilzart aus der Familie der Porlingsverwandten (Albatrellaceae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Albin Schmalfuß (1897)

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der etwa 5–20 cm breite Hut ist unregelmäßig geformt und fleischig, anfangs konvex, später flach gewölbt. Seine Farbe ist zimt- oder kaffeebraun, im Alter schwarzbraun; die Huthaut ist felderig aufgesprungen, sie erscheint schuppig. Sie ist von mattfilziger Beschaffenheit. Das Röhrenpolster ist dünn und läuft kurz am Stiel herab. Die Farbe ist weißlich, später gelblich. Die Röhrenöffnungen sind weitlöcherig. Der Stiel ist meist seitlich angesetzt ungleichmäßig, oft bauchig oder eingedrückt und von gelber bis schmutzig bräunlicher Farbe. Das Fleisch hat eine weiße bis schwach zitronengelbe Farbe, ist brüchig, von angenehmem Geruch und hat einen nussartigen Geschmack. Das Sporenpulver ist weiß.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großen, eiförmig-elliptisch geformten Sporen messen 7–11 µm × 5–7 µm.

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ziegenfuß-Porling kann nicht mit giftigen Pilzen verwechselt werden, allenfalls mit dem bitter schmeckenden, ungenießbaren Gelbgrünen Kammporling (Laeticutis cristata) oder dem essbaren Schwarzweißen Rußporling (Boletopsis leucomelaena).

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pilz wächst vor allem in höheren Lagen in Nadelwäldern. Er ist ein bodenbewohnender Saprobiont und ernährt sich von abgestorbenem organischem Material. Die Fruchtkörper erscheinen von August bis September in Gruppen oder einzeln stehend, manchmal auch büschelig verwachsen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nord- und Westeuropa ist der Ziegenfuß-Porling selten, so auch in Deutschland, wo er nur vereinzelt nachgewiesen wurde. Auf der Roten Liste der Großpilze Deutschlands ist die Art unter Kategorie 2 (stark gefährdet) aufgeführt.[1] In Holland soll er gemäß einigen Autoren ganz fehlen. Im Alpenraum ist er stellenweise häufiger. Er kommt auch in Nordamerika vor.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ziegenfuß-Porling ist ein guter Speisepilz. Allerdings ist er in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und darf nicht gesammelt werden.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Redaktion: Rote Liste Zentrum: Detailseite - Rote Liste. Abgerufen am 29. März 2020.
  2. Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Die Positivliste der Speisepilze. 20. Juni 2019, abgerufen am 2. August 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ziegenfußporling – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien