Zienau

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Zienau
Koordinaten: 52° 31′ 4″ N, 11° 25′ 38″ O
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 12,63 km²[1]
Einwohner: 174 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
Steinkreuz in Zienau
Steinkreuz in Zienau

Zienau ist ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Zienau liegt 2½ Kilometer südöstlich des Gardelegener Stadtzentrums. Im Osten liegt das Waldgebiet Zienauer Heide.[3] Der Trockenrasen Zienauer Heide ist ein flächenhaftes Naturdenkmal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das slawische Dorf Zienau (Wendendorf) wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt als slavicalem villam Sinow sitam juxta Gardelege,[4] das die Markgrafen Johann, Otto und Konrad dem Zisterzienser-Nonnenkloster Neuendorf übereigneten. Zienau ist ein Rundplatzdorf.[1] Es wurde in „Hufeisenform“ angelegt, besaß somit nur eine Einfahrt, gleichzeitig als Ausfahrt. Mit dem Flugzeug kann man aus der Luft noch gut diese Bauweise erahnen. Bei Zienau stand 1559 die „Ziegelscheune“, in der Johann Georg die Steine zum Bau des Letzlinger Jagdschlosses fertigen ließ.[5]

Eine Kirche hat Zienau nicht, und, wie es scheint, nie gehabt. Zienau ist nicht zu verwechseln mit Sienau bei Salzwedel.[6]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Zienau nach Gardelegen eingemeindet.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 091
1772 063
1790 125
1798 116
1801 130
1818 094
Jahr Einwohner
1840 156
1864 181
1871 175
1885 180
1895 192
1905 182
Jahr Einwohner
1925 164
1939 185
1946 312
2009 165

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte befindet sich ein Sühnekreuz aus dem 14. Jahrhundert. In der zugehörigen Grabstelle soll ein französischer Offizier liegen, der bis zu seinem Tod auf einem Zienauer Hof gepflegt wurde. Für die Pflege soll der Hof von allen Abgaben befreit worden sein.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des ehemaligen, 1970 eingeweihten Waldbads Zienau befindet sich heute das Erlebnisbad Gardelegen.[2]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zienau zwischen liegt an der B 71 und der Bahnstrecke Hannover–Berlin.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Zienau gehörten früher zur Pfarrei Kloster Neuendorf.[9] Heute gehört Zienau zum Pfarrbereich Neuendorf[10] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 2547–2550, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b Gardelegen mit Lindenthal, Ipse, Weteritz, Zienau, Ziepel. auf gardelegen.de. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 373 (Digitalisat – XIV).
  5. Christophorus Schultze: Auff- und Abnehmen der löblichen Stadt Gardelegen. Güssow, Stendal 1668, S. 195 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fdigital.slub-dresden.de%2Fwerkansicht%2Fdlf%2F73613%2F215%2F0%2F~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. A. Parisius, A. Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gardelegen. Otto Hendel, Halle an der Saale 1897, S. 205–206.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 363.
  8. Sühnekreuz in Zienau
  9. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 62 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 29. Dezember 2018]).
  10. Pfarrbereich Neuendorf. Abgerufen am 29. Dezember 2018.