Zierenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zierenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zierenberg
Zierenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zierenberg hervorgehoben
Koordinaten: 51° 22′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 279 m ü. NHN
Fläche: 86,53 km²
Einwohner: 6516 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34289
Vorwahl: 05606
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 029
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Poststraße 20
34289 Zierenberg
Webpräsenz: www.zierenberg.org
Bürgermeister: Stefan Denn (SPD)
Lage der Stadt Zierenberg im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild

Zierenberg ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel in Nordhessen. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort[2].

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zierenberg liegt im Habichtswälder Bergland im Naturpark Habichtswald. In diesem Bergland befindet sich die Kernstadt auf etwa 242 (an der Untermühle) bis 345 m ü. NHN (am Hang des Großen Schreckenbergs) im Zierenberger Grund, dem von der Warme durchflossenen Talabschnitt zwischen Hohem Dörnberg (578,7 m) im Südosten und Großem Bärenberg (600,7 m) im Südwesten. Nordwestlich schließt sich, auch als Teil des Berglandes, der Malsburger Wald an.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zierenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Breuna, im Osten an die Gemeinden Calden, Ahnatal und Habichtswald, sowie im Südwesten und Westen an die Stadt Wolfhagen (alle im Landkreis Kassel). Wenige Kilometer südsüdwestlich der Kernstadt liegt eine durch einen Ausläufer der Gemeinde Habichtswald vom Hauptteil des Zierenberger Gebiets getrennte Stadtgebiet-Exklave mit den Stadtteilen Burghasungen und Oelshausen. Dieses Gebiet ist im Nordosten und Osten von der Gemeinde Habichtswald, im Süden von der Gemeinde Schauenburg und im Westen und Nordwesten von der Stadt Wolfhagen umgeben (alle im Landkreis Kassel).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Zierenberg die Stadtteile Burghasungen, Escheberg, Hohenborn, Laar, Oberelsungen und Oelshausen. Zudem gehören der Weiler Friedrichsaue sowie die nebeneinander liegenden Weiler Heilerbach und Friedrichstein zu Zierenberg.

Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2015:

Hauptwohnung Nebenwohnung Gesamt
Zierenberg 3738 177 3915
Oberelsungen 1267 45 1312
Burghasungen 930 30 960
Oelshausen 532 16 548
Escheberg 25 2 27
Laar 12 2 14
Hohenborn 16 2 18
Gesamt: 6520 274 6794

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthäus Merian: Zyrenberg 1655, Stich aus der Topographia Hassiae

Zierenberg wurde im späten 13. Jahrhundert gegründet und diente dem hessischen Landgrafen Heinrich I. zur Sicherung seiner Herrschaft im oberen Warmetal. 1293 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen; 1298 erhielt Zierenberg Stadtrechte verliehen.[3] Das von Heinrich Brant um 1450 errichtete Rathaus ist das älteste gotische Fachwerk-Rathaus in Hessen. Das Schloss Escheberg wird seit seinem Bau um 1530 von der Familie von der Malsburg bewohnt. Zierenberg war Verwaltungssitz des landgräflich-hessischen Amts Zierenberg und während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) des Kantons Zierenberg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Laar eingegliedert. Am 31. Dezember 1970 schlossen sich Escheberg und Hohenborn der Stadt Zierenberg an.[4] Burghasungen, Oberelsungen und Oelshausen folgten am 1. Februar 1971.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,7 14 52,3 16 44,6 14 45,3 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,9 8 21,9 7 24,9 8 23,6 7
UFW Unabhängige Freie Wählergemeinschaft 22,6 7 21,3 7 23,1 7
FDP Freie Demokratische Partei 6,9 2 4,6 1 7,4 2 7,5 2
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 16,2 5
FWG Freie Wählergemeinschaft 7,5 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 53,5 52,4 49,9 61,5
Blick auf Zierenberg vom Bärenbergturm auf dem Großen Bärenberg, mit Hohem Dörnberg (rechts) und Schreckenbergturm auf dem Großen Schreckenberg (links)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. September 2014 wurde Stefan Denn (SPD) mit 56,2 % der Stimmen, gegen drei Gengenkandidaten, im ersten Wahlgang für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt, nachdem er bereits am 14. September 2008 mit 50,9 % auch im ersten Wahlgang gewählt worden war. Sein Vorgänger, den er am 1. Januar 2009 ablöste, war Jürgen Pfütze, der in einer Stichwahl am 10. Oktober 2002 mit einem Stimmenanteil von 58,6 % zum dritten Mal wiedergewählt worden war.

Rathaus Zierenberg (Gotisches Fachwerkhaus)

Bürgermeister mit Amtszeit:

Conrad Brede 1856–1880
Karl Kupferschläger 1880–1911
Wiegand Pitz 1912–1933
Wilhelm Schäfer 1933–1945
Heinrich Ledderhose 1945–1948
Konrad Bürgel 1948–1956
Rudolf Walther 1957–1972
Georg Hildebrandt 1972–1984
Horst Buchhaupt 1984–1990
Jürgen Pfütze 1991–2008
Stefan Denn seit 2009

Magistrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von der Stadtverordnetenversammlung am 25. April 2016 für die Legislaturperiode 2016–2021 gewählte und auf zehn ehrenamtliche Stadträte vergrößerte Magistrat setzt sich wie folgt zusammen: Bürgermeister Stefan Denn (SPD), Erster Stadtrat Helmut von Zech (FDP), Stadträtin Gabriele Dörner-Knöppel (SPD), Stadträte Richard Leck (SPD), Alexander Freese (SPD), Güter Fett (SPD), Dr. Rolf Balgheim (CDU), Heinz Behr (CDU), Joachim Dorr (CDU), Jürgen Behr (UFW) und Hans Ulrich Vreeman (UFW).

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Zierenberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche Zierenberg mit Seccomalereien

Zu den Sehenswürdigkeiten von Zierenberg gehören:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warmetalviadukt

Zierenberg liegt an der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar mit dem jeweils nahen Zierenberger Tunnel und dem Warmetalviadukt (Zierenberger Viadukt). Die Bahnstrecke ist Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram Kassel, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt und hat etwa halbstündige Taktzeiten. Des Weiteren verläuft durch die Zierenberger Gemarkung die Bundesautobahn 44 (Dortmund–Kassel), die über die Anschlussstelle Zierenberg an der Bundesstraße 251 beim Stadtteil Burghasungen zu erreichen ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 78. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 15. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2013, S. 309.
  3. R. Bremer: Hessens ältestes Fachwerkrathaus wird 550 Jahre alt. In: Mitteilungen des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde N.F. 36, 2000, S. 3–8, hier S. 4.
  4. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 5. Januar 1971 — IV A 1 — 3 k 08/05 (72) — 12/70 — Betrifft: Eingliederung der Gemeinden Escheberg und Hohenborn in die Stadt Zierenberg im Landkreis Wolfhagen (StAnz. 3/1971 S. 109)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zierenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zierenberg – Reiseführer