Ziethen (Barnim)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Ziethen führt kein Wappen
Ziethen (Barnim)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ziethen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 58′ N, 13° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Joachimsthal (Schorfheide)
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 24,38 km2
Einwohner: 449 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16247
Vorwahl: 033364
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 296
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Joachimsplatz 1-3
16247 Joachimsthal
Webpräsenz: www.amt-joachimsthal.de
Bürgermeister: Michael Dupont
Lage der Gemeinde Ziethen im Landkreis Barnim
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Ziethen ist eine Gemeinde am nordöstlichen Rand des Landkreises Barnim, an der Grenze zur Uckermark. Sie wird vom Amt Joachimsthal (Schorfheide) verwaltet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziethen besteht aus den Ortsteilen Groß-Ziethen und Klein Ziethen sowie den Wohnplätzen Albrechtshöhe, Försterei Groß-Ziethen, Luisenfelde, Sperlingsherberge und Töpferberge.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziethen wurde am 1. Februar 2002 aus den benachbarten Dörfern Groß-Ziethen und Klein Ziethen gebildet.[3]

In Ziethen fanden französische Glaubensflüchtlinge, sogenannte Refugiés oder Hugenotten, eine neue Heimat in Brandenburg. 1686 wurden die ersten 16 Flüchtlingsfamilien (aus dem Hennegau im heutigen Belgien) in Klein Ziethen angesiedelt. Der Ort muss zu damaliger Zeit bereits existiert haben, war jedoch weitgehend verödet. In beiden Dörfern entstanden nach und nach Kolonistengemeinden mit je einer Kirche und einem Prediger, Schule und Lehrer.

Die Zugewanderten brachten aus Frankreich feine Obst- und Gemüsesorten mit und führten in der Uckermark den Tabakanbau ein. Vor allem letzterer war ein wesentlich einträglicheres Geschäft als der Getreideanbau der einheimischen Bevölkerung. Ihr dadurch möglicher wirtschaftlicher Aufstieg und ihre Privilegien wurden von den Einheimischen mit großem Misstrauen betrachtet. Die Amtmänner der umgebenden Gemeinden versuchten, die Privilegien der Hugenottenfamilien zu beschneiden. Dagegen konnten sich die Ziethener jedoch erfolgreich wehren.

Die Kirchengemeinden von Klein- und Groß-Ziethen gehören bis heute zum Französisch-reformierten Kirchenkreis der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ziethen Groß-Ziethen Klein Ziethen
1875 - 623 439
1910 - 687 365
1939 - 565 362
1946 - 711 517
1950 - 699 493
1971 - 466 341
1990 - 283 210
1995 - 271 222
2000 - 278 211
2001 - 283 202
2002 491
2005 483
2010 459
2011 455
2012 470
2013 461
2014 446
2015 449

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[4][5] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Ziethen besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

  • Wählergruppe Klein Ziethen 1 Sitz
  • Einzelbewerber Reiner Gust 1 Sitz
  • Einzelbewerber Hans-Jürgen Wölk 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Dagmar Rouvel 1 Sitz
  • Einzelbewerber Ernst-Joachim Beuster 1 Sitz
  • Einzelbewerber Matthias Stein 1 Sitz
  • Einzelbewerber Peter Kranz 1 Sitz
  • Einzelbewerber Siegfried Praschma 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Dupont wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 67,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[7] gewählt.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Ziethen und in der Liste der Bodendenkmale in Ziethen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.

In Groß-Ziethen befindet sich das Besucher- und Informationszentrum Geopark und in der Nähe das Naturschutzgebiet Grumsiner Forst/Redernswalde. Es ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziethen liegt an der Bundesstraße 198. Westlich erreicht man über sie in 6 bis 9 Kilometer Entfernung die Anschlussstelle Joachimsthal an der Autobahn A 11 Berlin–Stettin, östlich in etwa gleicher Entfernung die Stadt Angermünde.

In Angermünde befindet sich der nächstgelegene Bahnhof mit Verbindungen nach Berlin und Stettin, Stralsund und Schwedt.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[9] 253 265 265 263 252 260 271 267 265
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 528 559 546 573 554 553 588 599 590
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Benoit: Geschichte der Familie Benoit von 1621 bis 1909. Karlsruhe 1909. (Kap. 9: Die französischen Kolonien in Groß-Ziethen und Klein-Ziethen [S. 98–134]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ziethen (Barnim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Ziethen
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. Tabelle 7
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  7. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  9. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3