Zikkurat des Mondgottes Nanna

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Zikkurat des Mondgottes Nanna (Nordostseite) in rekonstruiertem Zustand

Die Zikkurat des Mondgottes Nanna (sumerisch Etemennigur) ist eine altorientalische Zikkurat mit einer Basislänge von 62,5 × 43 Metern und einer Höhe von 25 Metern. Der frühantike Stufentempel liegt im Süden des heutigen Irak, ca. 15 km westlich von Nasiriya. Er wurde von den Sumerern in Ur unter der Herrschaft des Königs Ur-Nammu und seines Sohnes Šulgi vor über 4.000 Jahren erbaut.

Die Zikkurat ist ein massiver Bau aus Lehmziegeln mit 2,5 m dicken Mauern aus gebrannten Ziegeln. Die Ecken des Gebäudes zeigen in die vier Himmelsrichtungen. Im Gegensatz zu anderen Zikkuraten unterscheiden sich die Höhen der Stufen stark: Die unterste Stufe hatte eine Höhe von elf Metern, die der zweiten und dritten Stufe werden auf 5,7 beziehungsweise 2,9 m geschätzt. An der Nordostseite führten drei Treppen zu einem Torhaus zwischen zweiter und dritter Stufe. Gekrönt wurde die Anlage durch den eigentlichen Tempel für den Mondgott Nanna.

1854 untersuchte der britische Konsul John George Taylor (fälschlicherweise oft als J. E. Taylor ausgewiesen)[1] die Ruinen. 1922 bis 1934 führte der britische Archäologe Leonard Woolley umfangreiche Ausgrabungen auf dem Tell durch. Er versuchte auch das ursprüngliche Aussehen der Anlage mittels alter Beschreibungen und Darstellungen zu rekonstruieren, was ab dem zweiten Stufenstockwerk jedoch spekulativ bleiben musste.[2]

In den Achtzigerjahren veranlasste Saddam Hussein, dass die Fassade und Treppen restauriert wurden.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Baumann: Meisterwerke der Architektur. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018525-4, S. 19 (Reclams Universal-Bibliothek, Band 18525).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zikkurat des Mondgottes Nanna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Sollberger, Mr. Taylor in Chaldaea, Anatolian Studies (1972)
  2. Department of Ancient Near Eastern Art.: Ur: The Ziggurat. In: Heilbrunn Timeline of Art History. The Metropolitan Museum of Art, Oktober 2002, abgerufen am 11. Oktober 2016 (englisch).
  3. Dr. Senta German: Ziggurat of Ur. In: smarthistory. 15. August 2015, abgerufen am 11. Oktober 2016 (englisch).

Koordinaten: 30° 57′ 45″ N, 46° 6′ 9″ O