Zillergrund

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Zillergrund
Der Zillergrund mit der Staumauer des Speichers Zillergründl

Der Zillergrund mit der Staumauer des Speichers Zillergründl

Lage Tirol, Österreich
Gewässer Ziller
Gebirge Zillertaler Alpen
Geographische Lage 47° 8′ 56″ N, 11° 57′ 39″ OKoordinaten: 47° 8′ 56″ N, 11° 57′ 39″ O
Zillergrund (Tirol)
Zillergrund
Typ V-Tal
Höhe 600 m bis 2200 m ü. A.
Länge 20 km

Der Zillergrund ist ein rund 20 km langes Seitental des Zillertals in den Zillertaler Alpen in Tirol. Das vom Oberlauf des Zillers durchflossene Tal ist der östlichste der „inneren Gründe“, in die sich das Zillertal bei Mayrhofen fächerartig verzweigt. Die Talung bildet weitgehend das Gemeindegebiet von Brandberg. Der oberste Abschnitt wird Zillergründl genannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal zieht sich von Mayrhofen (633 m ü. A.) in östlicher bis südöstlicher Richtung bis zur Reichenspitzgruppe und zum Zillertaler Hauptkamm, wo über das Heilige Geistjöchl (2658 m ü. A.) ein hochalpiner Übergang ins Ahrntal besteht. Nach Süden zweigen mit dem Bodengrund, dem Sundergrund und der Hundskehle drei kleinere Seitentäler ab. Die Gerlosgruppe mit dem Brandberger Kolm (2700 m ü. A.) trennt den Zillergrund vom Gerlostal im Norden, der Ahornkamm mit der Ahornspitze (2973 m ü. A.) vom südwestlich gelegenen Stillupgrund.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zillergrund ist ein tief eingeschnittenes Kerbtal, das nur an wenigen Stellen eine ebene Talsohle besitzt. Auf der südlichen Talseite reicht der hauptsächlich aus Fichten bestehende Nadelwald bis zum Talboden. Die Nordhänge sind unterhalb der begleitenden Terrasse ebenfalls bewaldet, auf den Terrassen und darüber finden sich Felder und Weiden. Es schließt ein Nadelwald mit Fichten und Waldföhren an, gefolgt von Gesträuch aus Wacholder, Sebenstrauch und Grünerle.[1] Die südliche Talseite gehört zum Ruhegebiet Zillertaler Hauptkamm.[2]

Zusammen mit dem Ahrntal ist der Zillergrund ein wichtiger Zugweg über den Alpenhauptkamm für zahlreiche Vogelarten, darunter Ringeltaube, Kuckuck, Mauersegler, Wiedehopf, Rauchschwalbe oder Dohle.[1]

Besiedelung und Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Speicher Zillergründl

Im 12. Jahrhundert (Spätmittelalter) wurde das Tal kultiviert und die ersten Schwaighöfe errichtet, aus denen sich der Ort Brandberg entwickelt hat, der nahe dem Talausgang auf einer Terrasse rund 250 m über dem Ziller liegt. Weiter taleinwärts finden sich nur einige zerstreute Häuser, Einzelhöfe und Almen, die ebenfalls zur Gemeinde Brandberg gehören. Im obersten Talabschnitt erstreckt sich auf 1850 m ü. A. der rund 3 km lange Speicher Zillergründl. Nach Brandberg führt eine Landesstraße, die L330 Brandbergstraße, das innere Tal ist durch eine Mautstraße erschlossen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zillergrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Günther Bodenstein: Frühlingsbeobachtungen im Zillergrund. In: Monticola - Organ der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie 2 (1970), S. 65–71 (PDF; 512 kB)
  2. Tiroler Schutzgebiete: Ruhegebiet Zillertaler Alpen