Zillertaler Hauptkamm

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Zillertaler Hauptkamm
Blick vom Kronplatz über das Ahrntal zum Zillertaler Hauptkamm

Blick vom Kronplatz über das Ahrntal zum Zillertaler Hauptkamm

Höchster Gipfel Hochfeiler (3509 m ü. A.)
Lage Tirol und Salzburg (Österreich), Südtirol (Italien)
Teil der Zillertaler Alpen
Koordinaten 47° 1′ N, 11° 52′ OKoordinaten: 47° 1′ N, 11° 52′ O
p1
Der Zillertaler Hauptkamm aus der Luft, links begrenzt vom Ahrntal
Blick vom Hochfeiler zum Großen Möseler (halblinks) und Turnerkamp (halbrechts)
Blick von Norden über den Schlegeisspeicher zum Zillertaler Hauptkamm um den Hochfeiler

Der Zillertaler Hauptkamm ist der zentrale Gebirgskamm der Zillertaler Alpen in Tirol und Salzburg, der in etwa in Ost-West-Richtung verläuft. Er ist Teil des Alpenhauptkamms und bildet die Wasserscheide zwischen der Donau (zum Schwarzen Meer) und der Etsch (zur Adria). Seit 1919 verläuft über ihn die Staatsgrenze zwischen Österreich (Bundesländer Salzburg und Tirol) und Italien (Provinz Südtirol).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zillertaler Hauptkamm erstreckt sich über rund 50 km von der Birnlücke im Osten bis zur Hohen Wand im Westen, wo er auf den von Nordosten zwischen Zemmtal und Tuxer Tal her ziehenden Tuxer Hauptkamm trifft. Gelegentlich wird auch noch die Fortsetzung des Alpenhauptkamms bis zum Brenner[1] oder südlich des Pfitscher Tals bis zum Trenser Joch[2] ebenfalls zum Zillertaler Hauptkamm gezählt. Nach Norden zweigen mehrere Seitenkämme ab, die die „inneren Gründe“, die Quelltäler des Zillertals, voneinander trennen. Von West nach Ost sind dies Hochstellerkamm, Greinerkamm, Mörchen- und Igentkamm, Floitenkamm, Ahornkamm, Riblerkamm und Magnerkamm. Auf der Südseite fällt der Zillertaler Hauptkamm relativ steil ins annähernd parallel verlaufende obere Ahrntal ab.

Die höchsten Gipfel im Zillertaler Hauptkamm sind:

Der niedrigste und bedeutendste Übergang ist das Pfitscher Joch (2246 m ü. A.), das vom Zamser Grund ins Pfitscher Tal führt. Weitere unvergletscherte Übergänge sind das Hörndljoch (2553 m ü. A.), das Hundskehljoch (2557 m ü. A.), das Heilige Geistjöchl (2658 m ü. A.), der Krimmler Tauern (2633 m ü. A.) und die Birnlücke (2665 m ü. A.). Insbesondere die Nordseite des Kamms ist stark vergletschert, zu den größten Gletschern gehören das Schlegeiskees, das Schwarzensteinkees, das Waxeggkees und das Floitenkees. Die Gletscher auf der Südseite sind deutlich kleiner und liegen höher.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zillertaler Hauptkamm liegt hauptsächlich im Tauernfenster der Zentralgneiszone mit hartem Gestein. Zwischen Pfitscher Joch und Großem Möseler schiebt sich die umgebende Schieferhülle Richtung Osten bis zum Floitengrund vor. Wie im gesamten Bereich des Tauernfensters finden sich im Zillertaler Hauptkamm zahlreiche, sonst teilweise seltene Minerale wie Hämatit, Bergkristall, Rauchquarz, Turmalin, Zepter-Amethyst oder Granat.[3]

Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erschließung des Zillertaler Hauptkamms begann vornehmlich von Süden, wo der Zugang aus dem Ahrntal leichter als aus dem Zillertal war. Viele der Erstbesteigungen erfolgten von Süden her. 1873 wurde die Sektion Sand in Taufers des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins gegründet, die 1876 die erste Schutzhütte am Zillertaler Hauptkamm, die heute verfallene Sonklarhütte am Speikboden, errichtete. Ihr folgten innerhalb weniger Jahre gleich drei weitere Hütten.[4]

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gesamte Nordtiroler Anteil des Hauptkamms steht unter Schutz, seit 1991 als Ruhegebiet Zillertaler Hauptkamm, seit 2001 als Naturpark Zillertaler Alpen. Der Naturpark umfasst eine Fläche von 372 km² und liegt in einer Seehöhe von 1010 bis 3509 m.[3] Auf Südtiroler Seite ist der Hauptkamm im Bereich des obersten Ahrntals Teil des Naturparks Rieserferner-Ahrn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Klier (Hrsg.): Zillertaler Alpen. Alpenvereinsführer. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge. Bergverlag Rother, München 1996, ISBN 978-3-7633-1269-6, S. 215

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gebirgsgruppen und Tourenregionen in Südtirol, almenrausch.at
  2. Zillertaler Alpen. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20, Leipzig 1909, S. 928–929. (online)
  3. a b Tiroler Schutzgebiete: Ruhegebiet Zillertaler Alpen
  4. Gudrun Steger: Alpingeschichte kurz und bündig: Ginzling im Zillertal. Oesterreichischer Alpenverein, Innsbruck 2010 (PDF; 2,4 MB)