Zilupe

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Lettland; zum gleichnamigen Fluss siehe Zilupe (Fluss).
Zilupe (dt.: Rosenau)
Wappen von Zilupe
Zilupe (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Lettgallen (lettisch: Latgale)
Verwaltungsbezirk: Bezirk Zilupe
Koordinaten: 56° 24′ N, 28° 7′ O56.39166666666728.117222222222Koordinaten: 56° 23′ 30″ N, 28° 7′ 2″ O
Einwohner: 1.890 (15. Jul. 2004)
Fläche: 5 km²
Bevölkerungsdichte: 378 Einwohner je km²
Höhe:
Stadtrecht: seit 1231
Webseite: www.zilupe.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Zilupe (dt.: Rosenau; russisch Розеново, Rosenowo) ist eine Stadt im Osten Lettlands an der russischen Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche im Dorf Pasiene
LKW-Kontrolle an der Grenze

Der deutsche Ortsname stammt von der Familie Rosen, die hier Landbesitz hatte. Mit Aufnahme des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Krustpils - Moskau wurde auch der Bahnhof "Rosenowskaja" (Розеновская) 1901 eröffnet. Am linken Ufer der Zilupe entstand bald eine Ansiedlung von Eisenbahnern, Hilfsarbeitern und Händlern. 1908 gab es bereits einen Dorfschulzen sowie Polizeiposten, Schule und Postamt.

Der Erste Weltkrieg unterbrach die weitere Entwicklung. Die Eisenbahnbrücke wurde beim Einmarsch der Deutschen Armee gesprengt. Nach Kriegsende marschierten Bolschewistische Truppen im Gebiet Lettlands ein. Im Januar 1920 beendete eine Offensive der verbündeten lettischen und polnischen Streitkräfte die Sowjetherrschaft in Zilupe. Die hier eingesetzten Truppen blieben am Fluss Zilupe (russ:Сінюха) stehen, welcher in den noch geheimen Friedensverhandlungen (Friede von Riga 1920) die neue Grenze bilden sollte.

Als Teil des selbstständigen Lettlands begann ein neuer Aufschwung. Bis 1924 bestand an der Grenzstation ein Umschlagplatz an dem Edelmetalle gegen Warenlieferungen (zb. Lebensmittel) getauscht wurden. Von Zilupe aus erfolgte dann der Weitertransport der Metalle (meist Gold und Silber) nach Riga. 1931 erhielt Zilupe Stadtrecht. Die Einwohner lebten hauptsächlich von Handel, Landwirtschaft und Handwerk. Es gab aber auch eine Aktiengesellschaft, die Wassermühlen mit Elektro-Generatoren und ein Sägewerk betrieb.

Im Juni 1940 marschierte die Rote Armee ein und im Juli 1941 die Wehrmacht. Am 17. Juli 1944 wurde Zilupe wieder sowjetisch. Auch die Einwohner Zilupes hatten unter Inhaftierungen und Deportationen zu leiden.

Von 1949 bis 1959 war Zilupe Kreisstadt. Die größten Arbeitgeber bis 1990 waren eine Fabrik für Metallbearbeitung (z.B. Kinder-Schlitten), eine Näherei und eine Brot-Fabrik.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.