Zimbra

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Zimbra Collaboration Suite
Zimbra email.jpg
Basisdaten
Maintainer Synacor Inc.
Entwickler Zimbra Inc.
Erscheinungsjahr 2006 [1]
Aktuelle Version 8.7.0
(13. Juli 2016)
Betriebssystem diverse Unix-Derivate
Programmier­sprache Java
Kategorie Groupware
Lizenz GPL und CPAL oder proprietär [2][3]
deutschsprachig ja (mehrsprachig)
www.zimbra.com

Die Zimbra Collaboration Suite (ZCS) (oft einfach nur als Zimbra bezeichnet) ist eine E-Mail- und Groupwarelösung von Synacor Inc. Zimbra wird primär über eine Webschnittstelle bedient. Die Webschnittstelle wurde von Anfang an konsequent als Ajax-Anwendung entwickelt. Standardprotokolle wie IMAP und WebDAV werden ebenfalls unterstützt.

Benutzerzugriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webschnittstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugriff der Benutzer auf ihre E-Mail-Postfächer ist durch eine Webschnittstelle möglich.

Zimbra Desktop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Version 7.2.2 war der Zimbra offline Client (auch Zimbra Desktop) für Microsoft Windows, Apple Mac OS und Linux verfügbar. Er ist mit dem Webfrontend im Aussehen und der Bedienung fast vollständig identisch. Der Offline-Client ist eine Mozilla Prism-Anwendung.

Microsoft-Outlook- und Apple-Konnektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem MAPI Connector der Zimbra Network Edition können Microsoft Outlook 2003 und Microsoft Outlook 2007 mit dem Zimbra-Server verbunden werden. Dem Nutzer stehen dann die Zimbra Groupware-Funktionen zur Verfügung. Insbesondere können Outlook-Benutzer auf Ressourcen (E-Mail, Kalender, Adressbuch usw.) anderer Teilnehmer zugreifen.

Mit dem iSync Connector der Zimbra Network Edition können verschiedene Mac-OS-Programme angebunden werden. Vorgesehen ist z. B. die Synchronisation von iCal und der Datenaustausch per CalDAV.

Thunderbird, KMail, Evolution u.a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zimbra-Server unterstützt IMAP- und POP-Zugriff (genau wie IMAPs und POP3s). Damit können alle Mailprogramme genutzt werden, die eines dieser Protokolle unterstützen.

Mobile Endgeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ActiveSync[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Zimbra Network Edition können E-Mails, Kalendereinträge und Adressbuch mit mobilen Geräten synchronisiert werden (sofern diese ActiveSync unterstützen). Eine Anbindung von SyncML-basierenden Geräten ist über einen Funambol-Server oder mit Z-Push und dem Z-Push Zimbra Backend möglich.

Blackberry[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Zimbra Blackberry Connector kann ein Blackberry Enterprise-Server mit dem Zimbra-Server verbunden werden. Dadurch können Blackberry Handhelds (Blackberry PDAs) mit Zimbra Postfächern synchronisiert werden. Synchronisiert werden E-Mails, Adressbuch, Kalender und Aufgaben (Tasks).

Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zimbra wird in zwei Versionen angeboten.[3]

Open Source Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zimbra Open Source Edition License stellt den Server unter die GNU General Public License (GPL) und seine Umgebung unter die Common Public Attribution License (CPAL).[2]

Ältere Versionen stehen unter der Yahoo! Public License (YPL),[4] einer Lizenz mit schwachem Copyleft, die der Common Public License ähnelt. Die YPL wurde von der FSF als Lizenz für freie Software anerkannt.[5] In der Zimbra Public License (ZPL)[6] ist lediglich der frühere Mutterkonzern Yahoo durch VMware ersetzt.

Ursprünglich entstanden ist Zimbra unter der Mozilla Public License (MPL).[7]

Network Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der quelloffenen Variante vertreibt Zimbra Inc. die Zimbra Network Edition unter einer proprietären Lizenz. Sie unterscheidet sich in mehreren, wesentlichen Punkten von der Open Source-Edition. Die Network Edition umfasst u.a. eine MAPI-Schnittstelle, iSync-Connector und unterstützt ActiveSync. Server-seitig bietet sie die strukturierte Datensicherung mit Point-in-Time-Wiederherstellungsmechanismen sowie delegierbare Administratorfunktionen.

Server[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zimbra-Server (auch die Network Edition) basiert zu großen Teilen auf Open-Source-Software. Als Verzeichnisdienst verwendet Zimbra OpenLDAP, zum Speichern bestimmter Metadaten wird MySQL als Datenbank verwendet. Als SMTP Engine wird Postfix benutzt, mittels Amavis, SpamAssassin und ClamAV findet serverseitig eine Filterung auf Spam und Viren statt. Das Herzstück des Zimbra-Servers ist der in Java geschriebene Mailboxserver, der in einer Jetty Web-Container-Umgebung läuft.

Zimbra Inc.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Startup Zimbra Inc. wurde im Jahr 2003 gegründet und im September 2007 für 350 Millionen US-Dollar von Yahoo gekauft.[8] Im Januar 2010 wurde bekannt, dass Yahoo das Geschäft an VMware weiterverkauft hat.[9] Im Juli 2013 gab VMware bekannt, Zimbra an Telligent Systems verkauft zu haben, welche daraufhin zu Zimbra Inc. umfirmierten.[10] Diese wurde am 18. August 2015 um 24,5 Mio USD von Synacor übernommen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zimbra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beta-Phase für freien Webmailer und -kalender Zimbra ist um. In: golem.de. 9. Februar 2006.
  2. a b Zimbra Open Source Edition License (PDF; 310 KB) Zimbra Inc. 2014. Abgerufen am 29. Oktober 2015.
  3. a b Licenses and Terms of Use. Zimbra Inc. Abgerufen am 29. Oktober 2015.
  4. Yahoo! Public License 1.1
  5. gnu.org: Various Licenses and Comments about Them (englisch)
  6. Zimbra Public License 1.3
  7. AJAX-basierter Webmail-Client Zimbra: Preisstruktur steht. In: golem.de. 5. Oktober 2005.
  8. Yahoo Yanks Zimbra. United Business Media. 19. September 2007.: „four-year-old startup“
  9. VMware to Acquire Zimbra
  10. Vmware Divests Zimbra
  11. Pressemeldung: Synacor Agrees to Acquire Zimbra