Zimmerverwüstung

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Filmdaten
OriginaltitelZimmerverwüstung / Das schiefe Bild
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1976
Länge3 Minuten
Stab
RegieLoriot
DrehbuchLoriot
Besetzung

Zimmerverwüstung[1] (auch Das schiefe Bild)[2] ist ein Zwei-Personen-Sketch von Loriot aus der Fernsehserie Loriot. Er zeigt eine unbeabsichtigte, als Kettenreaktion sich steigernde Demolierung der Saloneinrichtung eines noblen Hauses. Besondere Bekanntheit erlangte die Aussage „Das Bild hängt schief“ des von Loriot gespielten Protagonisten.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Dienstmädchen – gespielt von Evelyn Hamann – bietet einem zu einem Hausbesuch eingetroffenen Beamten[3] mit unbestimmtem Anliegen – gespielt von Loriot – in einem fein eingerichteten Salon für einen Augenblick einen Platz an, um den Herrschaften Bescheid zu sagen. Nach einem Moment kommt das Dienstmädchen kurz wieder, um ihm auszurichten, dass er sich noch etwas gedulden möchte, und macht für ihn das Radio an. Ein Weilchen betrachtet der Wartende vom Sessel aus die Einrichtung. Daraufhin bemerkt er, dass ein kleines Wandbild schief hängt. Als er es gerade richten will, gibt dies den Anstoß für weitere und größere Unordnung im Raum, unter anderem für das ständige Umkippen der Tische und die vollständige Entleerung der Wandregale. Seine unablässigen Bemühungen, das angerichtete Unheil zu beheben, misslingen, richten nur weiteren Schaden an und münden schließlich in der kompletten Verwüstung des Salons. Als das Dienstmädchen erneut in der Tür steht, kommentiert er den chaotischen Zustand mit seinen einzigen Worten: „Das Bild hängt schief.“[4]

Die Welle der Demolierung in dem insgesamt etwas über drei Minuten dauernden Sketch wird aus dem Radio mit dem Piccolo Bolero von Mantovani untermalt.

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zimmerverwüstung wurde erstmals am 18. Oktober 1976[5] in der zweiten Folge Loriots Teleskizzen der sechsteiligen Fernsehserie Loriot in der ARD ausgestrahlt. Dem Sketch voraus geht hierin eine Ansage Loriots: „Die Arbeit eines staatlichen Beamten im Außendienst erfordert neben einer robusten Gesundheit Takt und Fingerspitzengefühl. Im Falle eines notwendigen Hausbesuches sollte der Bürger Entgegenkommen und Verständnis zeigen.“

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sketch ist verschiedentlich in freier Form auf die Bühne gebracht worden.[6][7]

Vorbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loriots Zimmerverwüstung verläuft nach dem Vorbild einer sich weniger steigernden Szene in dem Spielfilm Die Ferien des Monsieur Hulot von Jacques Tati aus dem Jahr 1953.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Loriot II. Loriots Teleskizzen. In: Vicco von Bülow in Zusammenarbeit mit Stefan Lukschy (Hrsg.): Die Vollständige Fernsehedition. Warner Home Video 2007. Disc 3.
  2. Loriots große Vibliothek – Band 1: Herren im Bad. Warner Home Video 1984. (Siehe Videofilme. In: loriot.de. Abgerufen am 24. März 2016.)
  3. Dies ergibt sich nicht aus dem Sketch selbst, sondern aus der vorangehenden Ansage Loriots in der Folge Loriot II – Loriots Teleskizzen der Fernsehserie Loriot: „Die Arbeit eines staatlichen Beamten im Außendienst erfordert neben einer robusten Gesundheit Takt und Fingerspitzengefühl. Im Falle eines notwendigen Hausbesuches sollte der Bürger Entgegenkommen und Verständnis zeigen.“
  4. „Das Bild hängt schief.“ zehn.de. Abgerufen am 27. Juli 2015.
  5. Fernsehen. In: loriot.de. Loriot Design GmbH, abgerufen am 4. August 2015 (Werkverzeichnis).
  6. Die Vertragsunterzeichnung („Das schiefe Bild“ – frei nach Loriot). Mit Wolfgang Böhm. Auf YouTube. Abgerufen am 5. August 2015.
  7. Das Bild hängt schief! Theatergruppe Wientalbühne; mit Roland Mayer. Auf YouTube. Abgerufen am 5. August 2015.
  8. Jacques Tati: Die Ferien des Monsieur Hulot (1953). Auf willizblog.de. Abgerufen am 27. März 2016.