Zinksalbe

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Zinksalbe wird seit langer Zeit zur Wundbehandlung eingesetzt. Ihre Wirksamkeit beruht zum größten Teil auf der schwach antiseptischen (desinfizierenden), adstringierenden, sorptiven und wundheilungsfördernden Wirkung des darin enthaltenen Zinkoxids.[1][2] Sie wird vor allem an Wundrändern verwendet, aber auch auf nässenden oder juckenden wunden Hautstellen und Schrunden. Zur direkten Wundbehandlung ist sie nur eingeschränkt geeignet, da sie die Wunde austrocknet. Manche Zinksalben enthalten zusätzlich Lebertran. Das im Lebertran vorkommende Vitamin A ist für den Aufbau und die Funktion epithelialer Gewebe nötig.

Zinksalben finden Anwendung bei chronischen Hautausschlägen, Flechten, Akne und Verbrennungen.

Zusammensetzung und physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wasserunlösliche Zinkoxid wird in die Salbengrundlage eingearbeitet

Die im Deutschen Arzneibuch (DAB) beschriebene Zinksalbe besteht aus 10 Teilen Zinkoxid und 90 Teilen Wollwachsalkoholsalbe.[2] Sie weist eine weiße Farbe und bei Raumtemperatur weiche Konsistenz auf. Technologisch handelt es sich um eine Suspensionssalbe, wobei die Zinkoxidteilchen feinverteilt in der Salbengrundlage vorliegen.

Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Kontakt mit Wund- und Hautsekreten bildet Zinkoxid lösliche Zinksalze, von denen die antiseptische und adstringierende Wirkung ausgeht.[2]

Aus lokal angewendeten Zinkoxidzubereitungen penetrieren Zinkionen in die intakte Haut und verteilen sich in den tiefer liegenden Zellschichten, nur ein äußerst geringer Anteil wird transdermal in die Blutbahn resorbiert. Das Ausmaß von Penetration und Resorption hängt unter anderem auch von der Art der Zinkformulierung ab.

Bei herabgesetzter Barrierefunktion (geschädigte Haut, offenen Wunden) kann das Ausmaß der Zinkresorption deutlich erhöht sein: so konnte im Versuch an Ratten mit Hautverletzungen eine bis zu 50-fach erhöhte Resorption beobachtet werden.[3]

Überdosierungen und Intoxikationen nach Anwendung von Zinksalben sind bislang nicht bekannt geworden.[3]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Varianten der Zinksalbe können Zinkpaste, weiche Zinkpaste und Zinkcreme angesehen werden.

Pasten sind halbfeste Zubereitungen mit einem hohen Feststoffanteil. So weist etwa die Zinkpaste nach Arzneibuch einen Zinkoxidanteil von 25 % auf. Übrige Bestandteile sind Weizenstärke und weiße Vaseline (DAB 12) oder aber Talk und gelbe Vaseline (Österreichisches Arzneibuch).[4] Zinkpaste hat eine festere Konsistenz als Zinksalbe; sie wirkt abdeckend-schützend, aufsaugend, und zieht nicht in die Haut ein. Sie wird zur Vorbeugung und Behandlung von Windeldermatitis eingesetzt. Der Pastenfilm schützt hier die Haut vor Kot, den darin enthaltenen Verdauungsenzymen und Urin. Auch Schweiß auf der Haut wird durch die aufsaugenden Eigenschaften des enthaltenen Zinkoxids aufgenommen. Zinkpaste kann auch bei nässenden Hauterkrankungen wie zum Beispiel Herpes simplex oder Herpes Zoster eingesetzt werden. Kommerzielle Präparate können noch höhere Zinkoxidgehalte aufweisen.

Die Weiche Zinkpaste (DAB) enthält 30 % Zinkoxid. Ihre weiche, gut streichfähige Konsistenz kommt durch einen Anteil von 40 % dickflüssigem Paraffin zustande, die übrigen Bestandteile sind weiße Vaseline und gebleichtes Wachs.

Zinkcremes enthalten das Zinkoxid in einer Cremegrundlage und sind somit wasserhaltig. In die Wasserphase lassen sich wasserlösliche Wirkstoffe einarbeiten, auch sind Cremes oft leichter von der Haut abwaschbar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. Hardtke et al. (Hrsg.): Kommentar zum DAB 2005, Zinksalbe. Loseblattsammlung, 21. Lieferung 2005, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
  2. a b c K. Hardtke et al. (Hrsg.): Kommentar zur Ph. Eur. 7.0, Zinkoxid. Loseblattsammlung, 39. Lieferung 2011, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
  3. a b Fachinfo Zinksalbe Lichtenstein 10 %, Stand September 2014.
  4. Österreichisches Arzneibuch (ÖAB - Pharmacopoea Austriaca) - Amtliche Ausgabe 1990, 12. Nachtrag - Verlag Österreich
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