Zinnschmelze

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Zinnschmelze bezeichnet die Schmelze (den flüssigen Aggregatzustand) des Metalls Zinn, die beispielsweise für das Gießen von Gussteilen verwendet wird, sowie eine industrielle Anlage zu dessen Herstellung. Teilweise werden auch historische Gebäude trotz Umnutzung, beispielsweise als Gastronomiebetrieb oder Kulturzentrum, weiter Zinnschmelze genannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zinnschmelze in Japan um 1900.[2]

Das seit der Bronzezeit bekannte Zinn wird ab dem frühen Mittelalter zur Herstellung von Zinngussprodukten wie Bestecke, Zinnfiguren oder Geräte für den kirchlichen Gebrauch verwendet. Seit dieser Zeit war der Zinngießer ein spezieller Handwerksberuf, der sich bis heute, allerdings in ganz geringem Umfang, erhalten hat. Mit der Industrialisierung veränderte sich die Anwendung von Zinnguss durch die Entwicklung neuer Materialien. Gebrauchsgegenstände fielen weg, dafür kamen Gussformen aus Zinn beispielsweise für die Gummiindustrie, elektronische Bauteile sowie Schmuck in verschiedenen Zinnlegierungen hinzu.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das feste Zinn wird in Tiegeln durch Erhitzen auf ca. 160–300 °C und den Zusatz von Antimon, Blei und Kupfer gussfähig gemacht. Die so entstandene Zinnschmelze kann jetzt in vorbereitete Formen gegossen wenden und ergibt nach dem Erkalten ein metallisches Werkstück. Bekannt ist dieses Verfahren auch aus dem traditionellen Bleigießen, bei dem entgegen dem Namen Zinn statt Blei verwendet wird.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Mory, Eleonore Pichelkastner, Bernd Höfler: Bruckmann´s Zinn-Lexikon, Bruckmann München 1977, ISBN 3-7654-1361-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Zinn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Praktikum Anorganische Chemie/ Zinn – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zinnschmelze Museum für Arbeit
  2. S. Baring-Gould: A Book of Dartmoor. London 1900; S. 119
  3. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Abbildung 1