Zirkulationspumpe

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Zirkulationspumpe

Eine Zirkulationspumpe ist eine elektrisch angetriebene Umwälzpumpe für die Verwendung in Trinkwasser-Installationen.[1] Die mit dem (erwärmten) Trinkwasser in Kontakt kommenden Pumpenteile müssen dabei aus geeigneten Materialien wie Messing, Edelstahl, Keramik und/oder ausgewählten Kunststoffen bestehen.[2]

Neben den klassischen Zirkulationspumpen mit Spaltrohrmotor oder Permanentmagnet-Motor gibt es moderne, elektronisch geregelte Varianten mit EC-Motoren (Hocheffizienzpumpe).[3]

Einsatz und Nutzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zirkulationspumpe wird in zentralen Trinkwasser-Erwärmungsanlagen in die Zirkulationsleitung eingesetzt [4], um "über ein verzweigtes Rohrnetz beliebig viele, auch weiter auseinander liegende Verbraucher mit Warmwasser zu versorgen".[5] Das zentral erwärmte Trinkwasser wird so in den Trinkwasserleitungen permanent umgewälzt, und an jeder Zapfstelle unverzüglich bereitstellt. Ohne Zirkulation kühlt das stehende Warmwasser in der Leitung ab, wodurch beim Aufdrehen des Warmwasserhahns zunächst abgekühltes Wasser ausfließt, bevor warmes Wasser nachströmt.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zirkulierende Warmwasser stellt eine Steigerung des Benutzerkomforts dar und sichert vor allem auch die Hygiene (siehe Legionellen) entsprechend der Trinkwasserverordnung und der technischen Merkblätter W551 und W553 des DVGW.[6]

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Der größere Komfort bedingt in der Regel höhere Anlagekosten und – durch die Rohrleitungsverluste – größere Verluste, die allerdings durch entsprechende Regelungen (Zirkulationssteuerung) und Dämmung der Leitungen in Grenzen gehalten werden können".[5]

Bei fehlerhaftem hydraulischen Abgleich des Systems, falscher Auslegung der Pumpe oder Rohrleitungen, mangelhafter Isolierung oder sonstigen Planungsfehlern kann die Temperatur in der Zirkulationsleitung auch bei Pumpenlauf auf unter 55 Grad Celsius fallen. Bei Warmwassertemperaturen von unter 55 Grad Celsius besteht die Gefahr der Koloniebildung von Legionellen.

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Zirkulationspumpe ist eine Forderung, die sich aus der Trinkwasserverordnung und dem DVGW-Arbeitsblatt W551 ergibt, mit dem Ziel Legionellenwachstum zu verhindern. Demnach müssen Großanlagen, mit mehr als 3 Litern Wasservolumen zwischen Trinkwassererwärmer und mindestens einer Entnahmestelle, mit einer Zirkulationsleitung (oder einer Begleitheizung) ausgestattet werden.[7] Die Zirkulationspumpe sorgt hierbei für den Wassertransport über die Ringleitung und die Zirkulationsleitung zum Warmwassererzeuger zurück.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN 1988 Technische Regeln für die Trinkwasser-Installation. Beuth Verlag.
  2. DIN EN 16421 Einfluss von Materialien auf Wasser für den menschlichen Gebrauch - Vermehrung von Mikroorganismen. Beuth Verlag.
  3. Prof. Dipl.-Ing. Wolfram Pistohl: Handbuch der Gebäudetechnik. 7. Auflage. Band 2. Werner Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-8041-4685-3, S. H188.
  4. BitSign GmbH: Zirkulationspumpe - SHKwissen - HaustechnikDialog. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  5. a b Prof. Dipl.-Ing. Wolfram Pistohl: Handbuch der Gebäudetechnik. 7. Auflage. Band 1. Werner Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-8041-4684-6, S. B43.
  6. BitSign GmbH: Zirkulationsleitung - Trinkwasser - SHKwissen - HaustechnikDialog. Abgerufen am 2. Mai 2018.
  7. Wasser-Praxis 2/2012 (Memento des Originals vom 27. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dvgw.de (PDF; 2,1 MB)