Zitterspinnen

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Zitterspinnen
Zitterspinne

Zitterspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Haplogynae
Überfamilie: Pholcoidea
Familie: Zitterspinnen
Wissenschaftlicher Name
Pholcidae
C. L. Koch, 1851
Portrait einer Zitterspinne

Zitterspinnen (Pholcidae) sind eine Familie der Echten Webspinnen und umfassen 80 Gattungen mit 1506 Arten.[1] (Stand: Juni 2016)

Zitterspinnen werden aufgrund einiger Ähnlichkeiten, vor allem wegen der im Verhältnis zum Körper sehr langen Beine, oft mit Weberknechten (Opiliones) verwechselt.

Verbreitung und Gattungen in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitterspinnen sind nahezu weltweit verbreitet, die meisten Arten besiedeln aber die Primärwälder der tropischen und subtropischen Regionen.[2] Einige Vertreter finden sich zudem in Höhlen und felsigen Umgebungen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind bislang vier Gattungen mit fünf Arten nachgewiesen; jedoch ist ihre Verbreitung unübersichtlich und benachbarte Zonobiome sind wesentlich artenreicher. Die im deutschsprachigen Raum heimischen Zitterspinnen sind aus dem östlichen Mittelmeerraum eingewandert. In küstennahen Bereichen Europas fehlen sie fast vollständig; in Belgien werden sie durch pantropische Arten ersetzt und in West- und Südeuropa von Zitterspinnen des westlichen Mittelmeerraumes abgelöst.

Innerhalb der Zitterspinnen ist die Augenstellung ein Bestimmungsmerkmal bis zur Gattung. Die folgenden Gattungen kommen in Europa vor:

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um sehr kleine bis mittelgroße Spinnen mit extrem langen und zierlichen Beinen. Die Färbung besteht meist aus unauffälligen Grau- oder Gelbtönen und ist bis auf wenige Ausnahmen konturlos.

Zitterspinnen weben unregelmäßige und diffuse Raumnetze dreidimensionaler Ausdehnung und von beträchtlicher Größe, durch die sie sich geschickt fortbewegen und die sie in die Lage versetzen, auch wesentlich größere Tiere zu überwältigen.

Die Seide der nicht-cribellaten Zitterspinnen ist bis auf wenige Ausnahmen trocken (leimfrei)[3], extrem dehnbar und wollartig aufgekräuselt. Dadurch wird es Insekten, aber auch anderen Spinnentieren, meist unmöglich, sich selbst zu befreien. Fluchtreaktionen von Beutetieren führen meist zu einer noch stärkeren Verstrickung in den dreidimensionalen Raumnetzen; größere Tiere zerstören manchmal auch das Netz. Ein Netz wird ständig weitergebaut und kann sich auch mit den Netzen anderer Artgenossen überschneiden, z. B. bei der Großen Zitterspinne. Sie ist in Mitteleuropa fast ausschließlich in Gebäuden, vor allem in Kellern anzutreffen. Die anderen heimischen Vertreter der Familie bevorzugen mehr oder weniger geschützte Stellen, Baumhöhlen und Gesteinshöhlen des Freilandes. Zitterspinnen sind nachtaktiv.

Das im deutschen Sprachraum namensgebende Verhalten der Gattung Pholcus, bei Gefahr im Netz zu zittern, zeigen nicht alle Arten und selbst bei diesen ist es häufig nur bei präadulten Individuen zu beobachten. Das Zittern ist ein schnelles Hinundherschwingen, durch das die Konturen der Spinne verschwimmen, um einen Angreifer zu verwirren.[4]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der World Spider Catalog listet für die Zitterspinnen aktuell 80 Gattungen und 1506 Arten.[1] (Stand: Juni 2016)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zitterspinnen (Pholcidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Heimer, Wolfgang Nentwig: Spinnen Mitteleuropas. Paul Parey, Berlin 1991, ISBN 3-489-53534-0.
  • Rainer F. Foelix: Biologie der Spinnen. Thieme, Stuttgart 1979, ISBN 3-13-575801-X.
  • Dick Jones: Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1980, ISBN 3-440-06141-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern: World Spider Catalog Version 17.0 – Pholcidae. Abgerufen am 6. Juni 2016
  2. Tropisch-Afrikanische Zitterspinnen, Projektbeschreibung des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig (ZFMK); abgerufen am 6. Juni 2016
  3. Gertsch, Willis J. 1979: American Spiders, 2nd edition. Van Nostrand Reinhold, New York. ISBN 0-442-22649-7.
  4. Kurt Stüber: The long-legged cellar spider. (Memento vom 11. April 2001 im Internet Archive) Auf: mpiz-koeln.mpg.de vom 21. Juli 1999.