Zivilcourage (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Zivilcourage
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Dror Zahavi
Drehbuch Jürgen Werner
Produktion Sonja Goslicki
Musik Günther Illi
Kamera Gero Steffen
Schnitt Fritz Busse
Besetzung

Zivilcourage ist ein deutscher Fernsehfilm von Dror Zahavi. Die Hauptrolle spielt Götz George. Die Erstausstrahlung im Ersten war am 27. Januar 2010.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Jordan, ein Alt-68er und Besitzer eines kleinen Buchantiquariats in Berlin-Kreuzberg, gerät mit einer Gang und seinem Gewissen in Konflikt. Als Zeuge einer Gewalttat wandelt er sich vom gläubigen Anhänger des Rechtsstaates zum Verteidiger seiner eigenen Rechte, als er sich zunehmend bedroht und von der Polizei nicht mehr ausreichend geschützt fühlt. Aus diesem Grund legt er sich eine Pistole zu, um sich und seine Tochter zu schützen.

Die Freundin des Täters, Jessica Lorenz, macht zufällig zur gleichen Zeit ein Praktikum im Antiquariat von Peter Jordan. Sie muss, will sie nicht von der Schule verwiesen werden, diese Projektwoche erfolgreich beenden, und kommt so zwischen die Fronten: Auf der einen Seite steht ihr Freund, ein Immigrant, der von Peter Jordan angezeigt wurde und dem als Wiederholungstäter das Gefängnis droht, und auf der anderen Seite der alte Buchhändler, auf den sie als Arbeitgeber in der Projektwoche angewiesen ist.

Der Film kontrastiert die unterschiedlichen Milieus, die in Berlin-Kreuzberg in derselben Straße nebeneinander wohnen. Eine wachsende Gruppe von Menschen mit ausländischen Wurzeln hat dort eines oder mehrere der Merkmale wie Arbeitslosigkeit / Beschäftigung im Niedriglohnsektor, niedriger Bildungsstand, Perspektivlosigkeit und Migrationshintergrund. Dem steht mit Peter Jordan jemand gegenüber, der so etwas wie eine bildungsbürgerliche Insel aufrechterhält und mit Gittern vor seinen Fenstern verteidigt. Doch gegen Ende lässt er die Gitter von den Fenstern nehmen, um sich der Welt zu öffnen und zu zeigen, dass er sich nicht unterkriegen lässt von der Gewalt, die in seinem Viertel herrscht.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von der Colonia Media Filmproduktions GmbH für den WDR produziert und vom 23. Juni bis 24. Juli 2009 in Berlin und Umgebung gedreht.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Spannend, kraftvoll und gradlinig inszeniertes (Fernseh-)Drama, das das Thema ‚Zivilcourage‘ jenseits gängiger Schwarz-weiß-Zeichnungen angeht und präzise Milieu, Szene und Atmosphäre des konfliktgeladenen Stadtteils einfängt.“

Lexikon des internationalen Films[2]

Zivilcourage ist ein Beitrag zur gesellschaftspolitischen, kulturellen und moralischen Lage der Nation. Ein Film, der Fragen aufwirft und an den Fall Dominik Brunner erinnert. Zivilcourage ist aber auch ein ästhetisch stimmungsvoller Film, der sein Thema und die Art und Weise seiner Darstellung gleichermaßen ernst nimmt. Zahavis Berlin Kreuzberg sieht aus wie Scorseses Bronx.“

Tittelbach.tv[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dror Zahavi und Carolyn Genzkow bei der Grimme-Preisverleihung 2011

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das musikalische Leitmotiv des Films ist ein Rap-Stück:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zivilcourage. In: colonia-media.de. Colonia Media Filmproduktions GmbH, abgerufen am 13. Januar 2017.
  2. Zivilcourage. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 12. Januar 2017.
  3. Rainer Tittelbach: Kritik zum Fernsehfilm „Zivilcourage“. In: tittelbach.tv. Tittelbach.tv, 27. Januar 2010, abgerufen am 13. Januar 2017.
  4. Deutscher Fernsehpreis: Nominierte 2010. In: deutscher-fernsehpreis.de. Deutscher Fernsehpreis, 2010, abgerufen am 13. Januar 2017.
  5. 46. Goldene Kamera 2011. In: goldenekamera.de. Goldene Kamera, 2011, abgerufen am 13. Januar 2017.
  6. 47. Grimme-Preis 2011: Publikumspreis der Marler Gruppe. In: grimme-preis.de. Grimme-Preis, abgerufen am 12. Januar 2017.