Zivilschutzsignale

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Zivilschutzsignale sind Signale, die möglichst schnell eine große Anzahl an Personen erreichen sollen. Es kann sich im weiteren Sinne um Warnungen, Alarme oder Entwarnungen handeln.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warnmöglichkeiten sind sowohl für zivile Großschadensfälle (Naturkatastrophen wie Hochwasser, Störfälle wie Chemie- oder Reaktorunfälle, ABC-Alarm) als auch für militärische Fälle (bewaffneter Angriff auf einen Staat) wichtig.

Übertragungsarten der Zivilschutzsignale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Zivilschutzsignale (insbesondere Katastrophenwarnungen) zu verbreiten.

Möglichkeiten für großflächige Katastrophenwarnungen unterscheiden sich in der Geschwindigkeit, dem erreichbaren Bevölkerungsumfang, der Ausfallsicherung und den fixen und variablen Kosten. Besondere Aufmerksamkeit liegt allerdings auf dem „Weckeffekt“, also der Möglichkeit, die Bevölkerung auf bestimmte Medien und deren Mitteilungen aufmerksam zu machen. Neue Entwicklungen gehen dementsprechend dahin, dass sich im Katastrophenfall Empfangsgeräte selbst aktivieren.

Mechanische Sirene
Sirenenanhänger (SLEA) des Zivilschutzes, Deutschland, ca. 1950
Signale über Sirenen
Ein flächendeckendes, zentral gesteuertes Sirenennetz bietet eine einfache und kostengünstige Möglichkeit. Die Alarmierung erfolgt in der Regel rascher als eine Warnung über Rundfunk und Fernsehen, lässt sich örtlich besser eingrenzen und erreicht auch Personen, die gerade keine Rundfunkmedien empfangen (Weckfunktion). Bei Funkübertragungen der Sirenenauslösung sind auch eventuelle Netzausfälle zu berücksichtigen und dementsprechende Notstromversorgungen, wie Batterien bereitzustellen. Während Österreich bis heute ein flächendeckendes Sirenennetz aufweist, verfügte Westdeutschland in den 1950er bis zu den 1990er Jahren über ein Netz, um darüber alle Personen zu benachrichtigen.
Radio und Fernsehen
Bereits angeschlossen an das deutsche modulare Warnsystem (kurz MoWaS, ehemals SatWaS) sind eine Vielzahl der TV- und Radiosender (auch in Verbindung mit RDS und DAB)[1] und einige Internetanbieter, die entsprechend aktuelle Warnungen verbreiten können. Der Weckeffekt fehlt allerdings. Bei Stromausfällen sind Rundfunkdurchsagen faktisch nutzlos, da die wenigsten Haushalte mit netzunabhängigen Empfangsgeräten ausgerüstet sind (vom Autoradio und Smartphones mit UKW-Empfänger abgesehen).
Rauchmelder
Entsprechend ausgerüstet könnten sie über Funk gesteuert die Bevölkerung wecken.
Massen-Kurznachrichten
Die Mobilfunktechnik ist in den meisten Ländern für derartige Kapazitäten nicht ausgelegt. Tests in Deutschland hatten ergeben, dass es bis zu 24 Stunden dauerte, 50.000 Einwohner einer Stadt per SMS zu warnen. Eine Lösung wäre das Verwenden des Cell Broadcast des GSM-Netzes oder des Service Area Broadcast von UMTS. Hiermit ließen sich 80 % der Bevölkerung kostengünstig, schnell und ortsbezogen vor Gefahren warnen.
Festnetz-Telefon
Die größte Reichweite erreicht man ohne Sirenen immer noch über das Telefon, das auch einen Weckeffekt hat. Das Festnetz hat die notwendige Kapazität, mehrere Tausend Gespräche gleichzeitig abzuwickeln. Es sind hierzu Installationen von Alarmrechnern in den Vermittlungsstellen nötig. In Deutschland würde dies etwa 200 Millionen Euro kosten. Allerdings nimmt die Zahl der Festnetzanschlüsse ab. Zu bedenken ist auch, dass heute schon viele heimische Kleinst-Telefonanlagen eine externe Stromversorgung benötigen, wodurch auch diese Möglichkeit unter Umständen ausscheidet.
Mobilfunk-Telefone
Die Technik ist derzeit nicht für derartige Kapazitäten ausgelegt. Hier ist die nicht immer vorhandene Notstromversorgung der Sender auch zu berücksichtigen.
Funkuhrensender DCF77, Radiowecker
2003 informierte das Bundesverwaltungsamt, Zentralstelle für Zivilschutz in einer Kurzinformation über das Forschungsvorhaben mit Feldschutz zur Bevölkerungswarnung mit der Funk-Alarmuhr.[2] Vom 13. Oktober bis zum 10. Dezember 2003 wurden 39 Alarme innerhalb eines Tests mit 1.000 landesweit verteilten Empfängern gesendet.[3] 2007 wurde das Deutsche Institut für Normierung beauftragt gemeinsam mit der Industrie einen Normentwurf „Bevölkerungswarnung durch Funkalarm mittels DCF77“ zu erstellen.[4] Bis heute wurde diese Technologie nicht für eine Nutzung durch die Bevölkerung realisiert.
Warn-Apps
Seit Juni 2015 bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Warn-App mit dem Namen NINA (kurz für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App") an, welches Warnungen im Bereich des Bevölkerungsschutzes sowohl vom sogenannten Modularen Warnsystem (MoWaS) als auch vom Deutschen Wetterdienst sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bezieht. Im Unterschied zu Android-Nutzern wird von einigen iPhone-Nutzern die Tatsache als störend empfunden, dass für die Warnmeldungen der Standortbezug fehlt und die Warnmeldungen deutschlandweit veröffentlicht werden.[5][6] Bereits seit dem Jahre 2012 ist die Smartphone-App KATWARN erhältlich, welche von einem Fraunhofer-Institut und den öffentlichen Versicherern entwickelt worden ist. KATWARN bezieht seine Informationen sowohl vom Deutschen Wetterdienst als auch von den Katastrophenschutzstäben der angeschlossenen Städte, Landkreise und Stadtstaaten.[7] Über KATWARN werden dem User lediglich standortbezogene Warnmeldungen angezeigt. Der Nutzer kann hierbei verschiedene feste Standorte, für die er Warnungen empfangen möchte, angeben oder die "Schutzengel-Funktion" wählen, bei der sein aktueller Standort per GPS ständig verfolgt wird. Als kritisch ist zu sehen, dass es bislang keine bundesweit einheitliche Warn-App gibt. Während einige Städte, Landkreise und Länder die Warn-App NINA nutzen, setzen andere auf KATWARN. Dadurch wird der Nutzer, sofern er sich regelmäßig an verschiedenen Orten im Bundesgebiet aufhält, gezwungen, beide Apps zu installieren. Weiterhin weist das Warnnetz noch große Lücken auf, da die Kommunen, Landkreise und Bundesländer noch nicht flächendeckend Warn-Apps nutzen.[8]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1950er Jahre bemühte man sich in Deutschland den Zivil- und Katastrophenschutz neu zu organisieren. Dazu gehörte auch der Aufbau von Warnämtern in der Bundesrepublik sowie der Auf- und Ausbau eines flächendeckenden Alarmierungssystems, um vor Katastrophen zu warnen. Die Möglichkeit der flächendeckenden Warnung und Alarmierung erreichte man mit der Installation von Sirenen. Dazu zählte unter anderem das Sirenenmodell E57, aber auch so genannte Hochleistungssirenen, die in größeren Städten (wie z. B. in Saarbrücken oder Kassel) aufgestellt wurden.

Bis zum Ende des Kalten Krieges wurden die Sirenen zweimal jährlich bei einem Probealarm getestet. Dieser fand jeweils an einem Mittwoch im März und September gegen 10 Uhr statt. Dabei wurde zuerst ein einminütiger Dauerton, danach Luftalarm oder ABC-Alarm und schließlich noch einmal ein Dauerton ausgelöst.

Das Sirenennetz aus fast 100.000 Sirenen in Deutschland wurde in den 1990er Jahren aus Kostengründen durch den Wegfall der Warnämter des Zivilschutz-Warndienstes stark ausgedünnt. Die Städte übernahmen die Sirenen vom Bund und mussten seitdem den Unterhalt der Sirenen selbst tragen und es wurden nur noch wenige für die Feuerwehr-Alarmierung belassen. Seitdem gibt es kein flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung mit Weckfunktion mehr. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sucht nach einem neuen Medium dafür.

Heute verfügbares Sirenennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute verfügen nur noch wenige deutsche Großstädte über ein intaktes Sirenennetz, das sich aus Hochleistungssirenen zusammensetzt. Dazu gehören unter anderem Aachen, Augsburg, Bonn, Darmstadt, Dresden,[9] Duisburg, Düsseldorf, Erlangen, Hagen, Karlsruhe, Köln, Krefeld, Mainz, Moers, Pforzheim, Solingen, Saarbrücken, Wiesbaden und Wuppertal. Die Hansestadt Hamburg verfügt über ein Sirenennetz speziell zur Warnung vor Sturmfluten.[10] In einigen Städten wurden in der Folge von katastrophalen Ereignissen Sirenennetze wieder eingerichtet.

Funktionstests der Sirenen werden von den Städten und Gemeinden unterschiedlich gehandhabt, beispielsweise wird in Düsseldorf einmal jährlich getestet, in Dresden am zweiten Mittwoch eines jeden Quartals.[11]

In den einzelnen Landkreisen ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Zum Beispiel gibt es im Kreis Steinfurt nach wie vor ein zusammenhängendes Sirenennetz sowie auch ein mobiles System,[12] das jeweils einmal im Monat getestet wird. Im Saarland existieren in vielen Gemeinden Sirenen, die vor allem der Alarmierung der Feuerwehr dienen. Die Sirenen werden meist jeden Samstag um 12 Uhr getestet. In Bayern sind in einem Umkreis von 25 Kilometern um alle Kernkraftwerke in allen Orten Sirenenwarnanlagen installiert, um in einem ernsten Störfall die Bevölkerung zu alarmieren. Sie werden mindestens zweimal im Jahr getestet.

Genutzte Zivilschutzsignale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundeseinheitliche Sirenensignale gibt es seit dem Rückbau des alten Zivilschutznetzes nicht mehr. Die Festlegung von Sirenensignalen obliegt derzeit den Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer.[13]

Alarm bis etwa 1975
Alarm seit etwa 1975
Eine Minute auf- und abschwellender Heulton

In Deutschland wird nur ein Katastrophenwarn- und -alarmsignal verwendet. Bis etwa 1975 war dies ein zwei Minuten dauerndes Signal aus dreimal 12 Sekunden Dauerton mit 12 Sekunden Pause, gefolgt von 60 Sekunden Dauerton. Da der Anfang dieser Signalfolge dem der Freiwilligen Feuerwehren gleicht und Verwechselungen vermieden werden sollen, wird in Deutschland seither als Signal „Warnung der Bevölkerung“ ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton (vormals als Luftalarm bekannt) verwendet. Das Signal bedeutet im Allgemeinen „Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten“.[14] Über das Radiogerät werden dann auf bestimmten Sendern (meist dem öffentlich-rechtlichen Programm mit Verkehrsfunk oder auch regionalen Sendern) genauere Verhaltenshinweise für die Bürger werden. Da das Signal nicht bundesweit vorhanden ist, hat es teilweise örtlich unterschiedliche Bedeutungen, wie z.B. dass geschlossene Räume aufzusuchen sind, Fenster und Türen geschlossen und Klimaanlagen abgeschaltet werden sollen.

Als zweites Sirenensignal ist mitunter noch ein einminütiger Dauerton zur „Entwarnung“ eingerichtet, das nach Ende der Gefährdungslage gegeben wird.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich verfügt über ein flächendeckendes, betriebsbereites Netz von 8.203 Sirenen (Stand 10/2012).

System der Sirenenwarnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind drei verschiedene allgemeine Signale vorgesehen: Warnung, Alarm, Entwarnung. Nicht erkennbar ist aus den Warn- und Alarmzeichen, um welche Art einer Katastrophe es sich handelt. Diese erfährt man nur aus den gleichzeitig ausgesendeten Sondernachrichten des ORF und Verhaltensmaßnahmen, die über Massenmedien (Rundfunk, Fernsehen und Internet) bekanntgegeben werden. Bei nur lokal auftretenden Alarmierungen kann die Mitteilung auch durch Lautsprecherdurchsagen, beispielsweise durch die Feuerwehr, erfolgen.

Außerdem wird der Feuerwehralarm über das System gegeben. Die Verwendung des Alarmsignals hängt von der einzelnen Feuerwehr ab. Wenn beispielsweise eine Feuerwehr hauptsächlich mittels Funkmeldeempfänger ihre Mitglieder alarmiert, so wird das Sirenensignal ( Feuerwehralarmton einer Motorsirene?/i Alarmton einer Hochleistungssirene?/i) nur selten verwendet, so in vielen Städten und großen Orten. In vielen Feuerwehren wird allerdings auch unterschieden, dass bei Bränden oder Menschenrettung mit beiden alarmiert wird, bei technischen Einsätzen hingegen nur mit den Funkrufempfängern. Dies ist abhängig von den örtlichen Alarmplänen.

Siehe auch den Artikel Alarmierungssysteme der Feuerwehr.

Es gibt eine wöchentliche Sirenenprobe (ein 15-sekündiger Dauerton) mit dem Signal Sirenenprobe jeden Samstag gegen 12 Uhr; dabei werden auch die unterschiedlichen Auslösewege – Bundeswarnzentrale (BWZ), Landeswarnzentralen (LAWZ), Bezirks-Alarm- und Warnzentralen (BAWZ) oder Direktauslösung – abwechselnd getestet.

Seit 1998 findet einmal jährlich am ersten Samstag im Oktober zwischen 12:00 und 13:00 Uhr eine österreichweite Sirenenprobe mit allen Katastrophensignalen statt (zuletzt 3. Oktober 2015).[15]. Dies wird vorher in den Massenmedien bekanntgegeben. Dabei wird einerseits die Funktionstüchtigkeit, andererseits die Hörbarkeit überprüft. Gleichzeitig ist auch das Ziel der Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung. Obwohl zentral ausgelöst, sind alle Feuerwehren mit eingebunden, die die Rückmeldungen durchführen. Weil die Sirenen bei der wöchentlichen Probe von den einzelnen Alarmzentralen ausgelöst werden, ist es funktechnisch nicht möglich, dass alle gleichzeitig ausgelöst werden, so dass die Probealarmzeiten österreichweit nicht auf die Minute einheitlich sind. Unabhängig werden teilweise auch landesweite Probealarme durchgeführt, wie in der Steiermark.[16]

Genutzte Zivilschutz- und Probesignale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sirenenprobe ist nur ein 15 Sekunden dauernder Dauerton (ein besonders kurzer Alarmton). Sie findet österreichweit jeden Samstag je nach Ort etwa um 12:00 statt.

Der Feuerwehralarm besteht aus dreimal 15 Sekunden Dauerton mit zweimal 7 Sekunden Unterbrechung.

Herannahende Gefahr (Warnung) wird mit einem dreiminütigen Dauerton angekündigt. Die Bevölkerung wird damit aufgefordert, Radio- oder Fernsehgerät einzuschalten und dort bekanntgegebene Anordnungen zu beachten.

Das Signal Gefahr (Alarm) besteht aus einem auf- und abschwellenden Ton von einer Minute Dauer und bedeutet unmittelbare Gefahr: schützende Räumlichkeiten aufsuchen (ein Auto bietet keinen ausreichenden Schutz), über Medien durchgegebene Verhaltensmaßnahmen befolgen und Radio einschalten.

Das Ende der Gefahr (Entwarnung) wird mit einem einminütigen Dauerton angezeigt. Mögliche Einschränkungen für den normalen Tagesablauf werden über die Medien verbreitet.

Südtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Südtirol wurde im Jahr 2002 das Alarmsystem von Österreich nur teilweise übernommen. Der Systempunkt Warnung wurde nicht übernommen.[17] Ausgelöst werden können sie von der Landesnotrufzentrale in Bozen.[18]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) mit der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) für die Alarmierung zuständig.[19] Es verbreitet Warnungen über Radio, Fernsehen, Sirenen und bei Naturgefahren im Internet über www.naturgefahren.ch.

Sirenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verhaltensregeln beim Allgemeinen Alarm
Loudspeaker.svg Alarmsignal wiedergeben (Datei, ?)
Verhaltensregeln beim Wasseralarm
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Die Schweiz verfügt über rund 7500 Sirenen des Zivilschutzes, von denen 4700 fest installiert sind und 2800 auf Fahrzeugen befestigt werden können. Unterhalb von Stauanlagen befinden sich 700 Wasseralarmsirenen.[20]

Die Sirenen werden durch die kantonalen oder lokalen Behörden ausgelöst. Die meisten stationären Sirenen können ferngesteuert aktiviert werden.[20] Die Sirenen werden jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar zwischen 13:30 und 15:00 Uhr mit dem Signal „Allgemeiner Alarm“ getestet.[21]

Seit dem 1. April 2004 gibt es in der Schweiz nur noch zwei Alarmierungszeichen: der allgemeine Alarm und der Wasseralarm. Die früheren Zeichen C-Alarm und Strahlenalarm wurden aufgehoben. Zudem ist die Alarmierung der Feuerwehren (Cis-Gis-Signal) mit Zivilschutzsirenen nicht mehr gestattet.

Allgemeiner Alarm
Regelmäßig auf- und absteigender Ton der Sirenen mit einer Dauer von einer Minute. Nach einer Unterbrechung von zwei Minuten wird der Alarm wiederholt. Bei Ertönen des allgemeinen Alarms soll die Bevölkerung das Radio einschalten und die Anweisungen der Behörden befolgen.
Wasseralarm
Der Wasseralarm ertönt nur in gefährdeten Gebieten unterhalb von Stauanlagen. Er besteht aus zwölf tiefen Dauertönen von je 20 Sekunden Dauer in Abständen von je zehn Sekunden. Bei Ertönen des Wasseralarms soll die Bevölkerung das gefährdete Gebiet verlassen, und anschließend das Radio einschalten und die Anweisungen der Behörden befolgen.

Massenmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die behördlichen Warnungen werden über die TV- und Radioprogramme der SRG SSR verbreitet. Diese verfügt über ein Notdispositiv (Information Catastrophe Alarme Radio Organisation, ICARO) und über mehrere geschützte Radiosendeanlagen mit verstärkter Sendeleistung, deren Signale auch im Falle eines Schutzraumbezugs empfangen werden können.[22]

Polyalert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Projekt POLYALERT des BABS wurden 2015 die Sirenen und deren Steuerung 2015 erneuert. Zudem ermöglicht es, Alarme auch über Anrufe und Kurznachrichten an die Mobiltelefonbenutzer im Gefahrengebiet, über Lautsprecher in öffentlichen Verkehrsmitteln und über die Computerbildschirme in Unternehmen auszulösen.[23][24]

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesweit gibt es in Luxemburg 338 Sirenen, die einzeln, pro Ort, Gemeinde, Region oder landesweit ausgelöst werden können. Außerhalb der Stadt Luxemburg wird jeden ersten Montag im Monat um 12 Uhr ein Sirenentest durchgeführt.

Diese Informationen sind auf den Deckelinnenseiten der luxemburgischen Telefonbücher nachzulesen.

Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sirenennetz in Dänemark besteht aus 1078 Sirenen, die ungefähr 80 % der Bevölkerung warnen können. Sie werden jede Nacht stumm getestet. Ein Test mit Signal findet jeden ersten Mittwoch im Mai um 12:00 Uhr statt.[25]

Europäische Angleichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt auch innerhalb der EU noch unterschiedliche Bedeutungen für gleiche Signale. So ist der an- und abschwellende Heulton während einer Minute in Luxemburg ein Voralarm, in Österreich und der Schweiz der Hauptalarm bei akuter Gefahr. Das deutsche Bundesamt für Zivilschutz empfahl 1999 eine „Untersuchung zur Entwicklung eines einheitlichen Sirenensignals und daran anknüpfender Verhaltensempfehlungen“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung Sofortige Notfall-Alarmierung über Digitalradio dank „Emergency Warning Functionality“ (EWF)
  2. Bevölkerungswarnung mit der Funk-Alarmuhr, Kurzinformation zum System und zum Feldversuch. In: http://www.mikrocontroller.net. Bundesverwaltungsamt, Zentralstelle für Zivilschutz, 1. Oktober 2003, abgerufen am 17. Mai 2016 (PDF, 218 kb).
  3. Dirk Piester, Peter Hetzel, Andreas Bauch: Zeit- und Normalfrequenzverbreitung mit DCF77. 10 Schlussbetrachtung. In: PTB-Mitteilungen 114, Heft 4. Physikalisch Technische Bundesanstalt, 2004, S. 365, abgerufen am 17. Mai 2016 (PDF; 3,1 MB, deutsch): „Zwischen dem 13.10 und 10.12.2003 wurden insgesamt 39 scharfe Testalarme gesendet, die mit 1000 landesweit verteilten Empfängern registriert werden sollten. Es kamen modifizierte, handelsübliche Funkuhren (Armbanduhren, Wecker, Wanduhren, PC-Funkuhren) die zusätzlich zu ihrer Standardfunktion optisch und akustisch alarmieren konnten, zum Einsatz. Die Teilnehmer am Feldversuch hatten sich verpflichtet, die Alarme, auch Fehlalarme, über das Internet zu melden. In dem inzwischen vorliegenden Abschlussbericht zeigte HKW, dass die Alarmierungszeit und die Empfangswahrscheinlichkeit des Funkalarms in unserem Land gleichmäßig gut ist.“
  4. DCF77 in der Bevölkerungswarnung. In: www.ptb.de. 12. Mai 2015, abgerufen am 17. Mai 2016 (deutsch).
  5. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe - Fragen und Antworten, Thema "Funktioniert die Warnung über Push-Meldung auch standortbezogen?" In: Website: www.bbk.bund.de. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  6. Kundenrezensionen zur App bei itunes. Abgerufen am 1. Februar 2016.
  7. KATWARN – KATASTROPHENWARNSYSTEM FÜR DIE FREIE UND HANSESTADT HAMBURG. Abgerufen am 1. Februar 2016.
  8. Sirenensignale und Bevölkerungswarnung. Abgerufen am 1. Februar 2016.
  9. SZ: Artikel zu Funktion und Warnsignalen der in Folge des „Jahrhunderthochwassers“ wiedererrichteten Sirenensystems (abgerufen am 9. Juni 2011)
  10. Sturmflut: Merkblatt für die Bevölkerung, Seite 5 (PDF)
  11. Dresden Fernsehen: Artikel zum Sirenentest am 9. Juli 2008 (abgerufen am 14. Juli 2010)
  12. Kreis Steinfurt: Artikel zum Sirenentest, abgerufen am 25. November 2012
  13. Bundesministerium des Inneren: Welche gültigen Sirenensignale gibt es in Deutschland? (abgerufen am 8. März 2012)
  14. Welche gültigen Sirenensignale gibt es in Deutschland? In: Website des Bundesministerium des Innern. Abgerufen am 17. Mai 2016 (de-de).
  15. Heute ab 12.00 Uhr: Zivilschutz-Probealarm, 3. Oktober 2015.
  16. Zivilschutzalarm der Feuerwehr Admont abgerufen am 5. Oktober 2013.
  17. Technischer Bericht über die Alarmierung (PDF; 18 kB) abgerufen am 7. Februar 2013
  18. Die Landesnotrufzentrale auf der Seite der Abteilung für Brand- und Zivilschutz, abgerufen am 7. Februar 2013
  19. Warnung und Alarmierung der Bevölkerung, BABS, abgerufen 5. Mai 2012
  20. a b Alarmierungssysteme heute, BABS, abgerufen 5. Mai 2012
  21. Radioansage zum Sirenentest
  22. ICARO: Verhaltensanweisungen übers Radio, BABS, abgerufen 5. Mai 2012
  23. Wenn das Mobiltelefon zur Sirene wird, NZZ vom 4. Mai 2012
  24. Medienmitteilung des BABS über den Sirenentest am 6. Februar 2016, vom 28. Januar 2016
  25. brs.dk PDF