Zola Budd

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Zola Pieterse 2012 in Laufschuhen

Zola Budd (nach Heirat Zola Pieterse; * 26. Mai 1966 in Bloemfontein) ist eine ehemalige südafrikanische Langstreckenläuferin, die auch für das Vereinigte Königreich startete.

Zola Budd wurde 1984 im Alter von 17 Jahren weltberühmt, als sie im 5000-Meter-Lauf mit 15:01,83 Minuten unter der Zeit des Weltrekords lag; aufgrund des damaligen kulturellen Boykotts Südafrikas wegen des Apartheid-Systems wurde die Zeit jedoch nicht als Weltrekord anerkannt. Aufsehen erregte auch ihr Laufstil: Sie lief stets barfuß.

Da Südafrika damals von allen internationalen Sportwettkämpfen ausgeschlossen war, bewarb sie sich um die britische Staatsbürgerschaft, wobei sie geltend machte, dass sie einen britischen Großvater hatte. Der Antrag wurde so schnell bearbeitet, dass sie bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles für ihr neues Land antreten konnte.

Dort startete sie im 3000-Meter-Lauf gegen ihr Idol Mary Decker. Die acht Jahre ältere US-Amerikanerin galt in dieser Disziplin als Favoritin auf die Goldmedaille. Während des Rennens kollidierten jedoch beide, so dass Mary Decker stürzte und ausschied. Das US-amerikanische Publikum pfiff die junge Athletin daraufhin aus und sah sie als die alleinige Schuldige für das Ausscheiden einer der populärsten US-amerikanischen Sportlerinnen. Zola Budd wurde entnervt Siebente des Finallaufes.

Im Jahr darauf siegte sie bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften und stellte einen – anerkannten – Weltrekord über 5000 m auf (14:48,07 min). 1986 verteidigte sie ihren WM-Titel im Crosslauf und lief einen Hallen-Weltrekord über 3000 m. Danach machte ihr allerdings eine Verletzung zu schaffen, so dass sie bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 ohne Medaille blieb.

Ein Streit über eine angebliche unerlaubte Teilnahme an einer Sportveranstaltung in ihrem Heimatland führte dazu, dass sie 1988 nach Südafrika zurückkehrte und sich für mehrere Jahre vom Leistungssport zurückzog.

1989 heiratete sie Mike Pieterse. Nachdem die Sportsanktionen gegen Südafrika aufgehoben wurden, gehörte sie zu der Mannschaft ihres Landes bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, erreichte jedoch über 3000 m nicht das Finale. Ein Jahr später wurde sie Vierte der Crosslauf-WM.

Heute lebt sie auf der Farm ihrer Eltern mit ihrer Mutter, ihrem Ehemann und drei Kindern. Immer noch läuft sie regelmäßig, nun jedoch zum Vergnügen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ab Mitte der 1980er Jahre wurden südafrikanische Sammeltaxis nach der Läuferin Izolabudd genannt. Auch das südafrikanische Militärfahrzeug Hippo trug diesen Spitznamen.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Worterklärung bei dsae.co.za (englisch), abgerufen am 17. Juli 2015