Zollhaus (Nürnberg)

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Zollhaus
Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 23′ 27″ N, 11° 7′ 43″ O
Höhe: 371 m ü. NHN
Einwohner: (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 37 Langwasser Südwest in Nürnberg
Zollhaus
Zollhaus

Zollhaus ist ein Ortsteil von Nürnberg im Bezirk 37 (Langwasser Südwest) in Statistischen Stadtteil 3 “Südöstliche Außenstadt” im Süden der Gemarkung 3440.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zollhaus liegt am südlichen Ende der Straße „Am Zollhaus“, die Teil der Staatsstraße 2225 (Nürnberg - Allersberg) ist. Die Einöde liegt inmitten eines Waldgebietes des Nürnberger Stadtteils Langwasser. Südlich angrenzend ist der Forst Kleinschwarzenlohe, ein gemeindefreies Gebiet im mittelfränkischen Landkreis Roth.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zollhaus 1 Haushalt. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Kornburg aus. Zugleich war das Richteramt Kornburg Grundherr des Anwesens.[4] Bis 1806 war es eine markgräflich-ansbachische Zollstation, zugleich gab es dort ein Gasthaus. Offiziell hieß die Einöde „Oberlangenlohe“.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Zollhaus dem Steuerdistrikt Großschwarzenlohe, II. Sektion zugeordnet. Es gehörte der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Kleinschwarzenlohe an.[5][6]

Ausgehend vom Haltepunkt Nürnberg-Zollhaus südöstlich des Rangierbahnhofs wurde der alte Name Zollhaus, der auch in zwei Straßennamen des Distrikts 375 Langwasser Südwest fortlebt (Zollhausstraße, Am Zollhaus), auf die westlich der Rangierbahnhofsiedlung entstandene Parkwohnanlage Zollhaus übertragen. In reichsstädtischer Zeit wurde auch die Nürnberger Mauthalle nach dem dort befindlichen Zoll- und Waagamt als Zollhaus bezeichnet.

Am 1. Mai 1978 wurde Zollhaus im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingegliedert.[5]

Auch heute noch ist die Gaststätte des Ortes ein beliebtes Ausflugsziel.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zollhaus
  • Terrasse der Gaststätte
  • Saalbau der Gaststätte

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Zollhaus

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 6 10 18 9 6 6 8 28 9 8 1
Häuser[7] 1 1 2 2 2 2 3 1
Quelle [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Kornburg) gepfarrt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zollhaus (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  2. Stadtplandienst Nürnberg Stadtteilname Zollhaus
  3. Zollhaus im BayernAtlas
  4. a b F. Eigler, S. 409.
  5. a b F. Eigler, S. 475f.
  6. Nach dem „Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften“, S. 107, soll Zollhaus dem Steuerdistrikt Wendelstein zugeordnet gewesen sein.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 107 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 236 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1086, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1252, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1187 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1260 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1297 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1125 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 824 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 180 (Digitalisat).