Zoltán Kocsis

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Zoltán Kocsis

Zoltán Kocsis [ˈzoltaːn ˈkoʧiʃ] (* 30. Mai 1952 in Budapest; † 6. November 2016 ebenda) war ein ungarischer Pianist, Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoltán Kocsis begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren. Ab 1963 studierte er Klavier und Komposition am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest, ab 1968 war er an der Franz-Liszt-Musikakademie Schüler von Pál Kadosa, Ferenc Rados und György Kurtág.[1] Noch als Student „initiierte er zusammen mit Péter Eötvös und anderen das Studio für Neue Musik in Budapest – ein gewichtiges Laboratorium für die Avantgarde“, für Komponisten und ausführende Musiker „im kommunistischen Ostblock“.[2]

1970 gab er sein internationales Debüt als Pianist. Seine Interpretation der Aufnahme der Sonate f-moll op. 2 Nr. 1 von Ludwig van Beethoven begeisterte (Beispiel: „Alle Orchester von Rang rissen sich darum, den jungen Ungarn als Solisten zu verpflichten.“)[3] Er trat in den folgenden 25 Jahren u.a. mit dem Chicago Symphony Orchestra, der Dresdner Staatskapelle, dem San Francisco Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem Londoner Philharmonia Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Mozarteum-Orchester Salzburg und den Berliner Philharmonikern auf.[4]

Seit den 1970er Jahren „prägte Kocsis nicht nur als Pianist, sondern auch als Dirigent und Komponist das Musikleben in Ungarn“.[5] In den letzten Jahren seiner Laufbahn war Kocsis überwiegend als Dirigent tätig, vor allem beim Festival Orchester Budapest, das er 1983 zusammen mit Iván Fischer gegründet hat,[6] und bei der Ungarischen Nationalphilharmonie, deren musikalischer Leiter er seit 1997 war.[7]

Kocsis war zweimaliger Träger des Kossuth-Preises (1978 und 2005), der höchsten staatlichen Auszeichnung in Ungarn im Bereich Kunst und Kultur.[8] Er starb am 6. November 2016 in Budapest.[9][1]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zoltán Kocsis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zoltán Kocsis, pianist, conductor and composer, has died. Gramophone, 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016 (englisch).
  2. Marco Frei: Dirigent Zoltán Kocsis gestorben. Die Quadratur des Kreises. Neue Zürcher Zeitung, 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016.
  3. Jan Brachmann: Herr über zwei denkende Hände. Zum Tode des ungarischen Pianisten, Komponisten und Dirigenten Zoltán Kocsis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. November 2016, S. 14.
  4. Agence France-Presse: Zoltán Kocsis, pianist and 'giant of music', dies aged 64. The Guardian, 6. November 2016, abgerufen am 7. November 2016 (englisch).
  5. Marco Frei: Die Quadratur des Kreises. Zum Tod des Pianisten und Dirigenten Zoltán Kocsis. In: Neue Zürcher Zeitung vom 8. November 2016, S. 37.
  6. Falk Häfner: Iván Fischer zum Tod von Zoltán Kocsis: „Für Ungarns Musikleben war er ein Held“. BR-Klassik, 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016.
  7. Ungarischer Dirigent Zoltan Kocsis gestorben. ORF, 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016.
  8. Guillaume Tion: Zoltán Kocsis ne jouera plus Bartók. Libération, 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016 (französisch).
  9. Associated Press: Hungarian Pianist and Conductor Zoltan Kocsis Dies at Age 64. The New York Times, 6. November 2016, abgerufen am 7. November 2016 (englisch).