Zonenzeit

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Weltkarte der 24 Zonenzeiten (oberer und unterer Rand, gekennzeichnet mit ihrer Zeitverschiebung zwischen −12 und +12 Stunden in Bezug auf die Weltzeit UTC) und der in den Staaten der Erde geltenden amtlichen Zeiten (Staats- und innerstaatliche Grenzen anstatt idealer Zeitzonengrenzen)

Die Zonenzeit (englisch zone time, standard time) ist die Uhrzeit in einer von 24 sich zwischen den Polen der Erde gleichmäßig (Längengraddifferenz 15°) erstreckenden Zeitzonen. Sie ist meistens auch die amtliche Zeit in Staaten (oder in Teilen von ihnen), die in der betreffenden Zeitzone liegen. Dabei gelten aber die staatlichen (oder politische innerstaatliche) Grenzen, die sich i.d.R. nicht mit denen der idealen Zeitzonen in Form von Kugelzweiecken decken. Viele Staaten haben mit der Sommerzeit periodisch eine zweite amtliche Zeit, die bei der üblichen Zeitverschiebung von einer Stunde auf früher mit der Zonenzeit der direkt östlich anschließenden Zeitzone identisch ist.

Zeitverschiebung (englisch time offset, französisch décalage horaire) ist die Zeitdifferenz

  • zwischen zwei Zonenzeiten oder zwischen zwei in unterschiedlichen Zeitzonen liegenden Orten,
  • zwischen Zonenzeit als amtlicher Uhrzeit und Weltzeit UTC,
  • innerhalb eines Gebiets (Staat) mit temporär unterschiedlichen amtlichen Uhrzeiten (i.d.R. zwischen Normalzeit und Sommerzeit)
  • zwischen Zonenzeit und Sonnenzeit.

Umrechnung zwischen Zonenzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitverschiebung zwischen zwei Zonenzeiten ist zum Beispiel die Differenz der in ihren Bezeichnungen zur UTC (Koordinierte Weltzeit) angegebenen Verschiebungen.

Bsp.: Zwischen UTC+9 (Japan) und UTC+2 (Finnland) ist die Zeitverschiebung +7 Stunden: (+9) − (+2) = (+7).

Bei sehr flächengroßen Ländern wie den USA, Kanada oder Russland bestehen auch innerhalb des Landes Zeitverschiebungen.

Bsp.: −9 Stunden zwischen Moskau (UTC+3) und Kamtschatka (UTC+12).

Bemerkung: In manchen Gebieten der Erde gibt es Zonenzeiten, die sich nicht in vollen Stunden von der UTC unterscheiden.

Bsp.: UTC+9:30 im mittleren Australien.

Umrechnung zwischen Zonenzeit MEZ und Sonnenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zonenzeit ist die mittlere Sonnenzeit (oder mittlere Ortszeit MOZ) desjenigen Längengrads, auf den sie bezogen ist. Bei der Mitteleuropäischen Zonenzeit (MEZ) ist das die mittlere Sonnenzeit auf dem 15. (östlichen) Längengrad, zum Beispiel in Görlitz. Die wahre Sonnenzeit (oder wahre Ortszeit WOZ) ist keine gleichmäßig ablaufende Zeit und damit in modernen Kulturen nicht benutzbar. Man weicht auf die aus der wahren Sonnenzeit gemittelte gleichmäßige mittlere Sonnenzeit aus.

Gegen die mittlere Sonne „geht die wahre Sonne regelmäßig vor oder nach“, was mit der sogenannten Zeitgleichung in Abhängigkeit vom Jahresdatum angegeben wird: maximales Vorgehen etwa 16 Minuten Anfang November, maximales Nachgehen etwa 14 Minuten Mitte Februar.

Zeitverschiebung zwischen MEZ und mittlerer Sonnenzeit auf Längengrad λ:   = (15° − λ) · 4 min/°,
λ=10° (Hamburg): (15° − λ) · 4 min/° = +20 min (die MEZ ist der mittleren Sonnenzeit 20 Minuten voraus),
Zeitverschiebung zwischen wahrer Sonnenzeit und mittlerer Sonnenzeit:   = Zeitgleichung,
λ=10° (Hamburg), 15. November: Zeitgleichung = +15 min (die wahre ist der mittleren Sonnenzeit 15 Minuten voraus)
Zeitverschiebung zwischen MEZ und wahrer Sonnenzeit:   = (15° − λ) · 4 min/° − Zeitgleichung,
λ=10° (Hamburg), 15. November: (15° − λ) · 4 min/° − Zeitgleichung = +5 min (die MEZ ist der wahren Sonnenzeit 5 Minuten voraus).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Mucke: Astronomische Grundlagen der Sonnenuhren. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Sonnenuhren. 19. Sternfreunde-Seminar, 1991. Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein, Wien 1991, 1.3.4. Uhrzeit und Beobachtungsort; Zonenzeiten, S. 8 (29–48).
  • Robert Weber (Institut für Theoretische Geodäsie der TU Wien) Herausgeber=Hermann Mucke: Zeitsysteme. In: Moderne astronomische Phänomenologie. 20. Sternfreunde-Seminar, 1992/93, und 21. Seminar 1994. Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein, Wien 1992, S. 33–54.
  • P.K. Seidelmann, B. Guinot, L.E. Dogget: Time. Chapter 2. In: P.K. Seidelmann, U. S. Naval Observatory (Hrsg.): Explanatory Supplement to the Astronomical Almanac. University Science Books, Mill Valley, CA 1992, S. 39 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]