Zoologischer Garten Breslau

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Zoologischer Garten Breslau
Vollständiger Name Ogród Zoologiczny we Wrocławiu
Fläche 33 Hektar
Eröffnung 10. Juli 1865
Tierarten 1132 Arten
Individuen ca. 10.500 Tiere
Organisation
Leitung Radosław Ratajszczak
Wrocław, Główne wejście do ZOO - fotopolska.eu (277456).jpg

Der Städtische Zoologische Garten in Breslau ist der Zoo der Stadt Breslau. Mit einer Fläche von ca. 33 Hektar ist er einer der größten Zoos Polens. Gezeigt werden fast über 10.500 Tiere, die 1.132 Arten repräsentieren (in Bezug auf die Anzahl der Tierarten ist es die drittgrößte der Welt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1865–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Breslauer Zoo wurde am 10. Juli 1865 eröffnet, erster Zoodirektor war der Arzt Franz Schlegel. Es war die achte deutsche Zoogründung. Zur Eröffnung waren unter anderem ein Bärenzwinger, ein Wolfsbau sowie Häuser für Wildschweine, Hirsche, Fasanen, Büffel, Kamele, Eulen, Adler und kleine Raubtiere fertiggestellt. Der Tierbestand umfasste zur Eröffnung 189 zumeist heimische Tiere.[1]

Fohlen Statue in Breslauer Zoo. Inge Jaeger-Uhthoff, 1939, Berlin

Zehn Jahre nach der Eröffnung wurde das Große Raubtierhaus eröffnet. Aber erst unter Schlegels Nachfolger auf dem Direktorenposten, Hermann Stechmann, wurden in den Jahren 1886 bis 1890 verstärkt neue Tierhäuser gebaut, die den Zoo international bekannt machten.

Zum 25-jährigen Jubiläum des Zoos erschien 1890 einer der ersten Zooführer der Welt mit Lageplan und 48 Fotoansichten des Zoos und seiner Tiere. Nachdem Friedrich Grabowsky 1901 die Leitung übernahm, umfasste der Tierbestand zeitweilig 1.800 Tiere in 650 Arten.[1]

Aufgrund der Zerstörung und wirtschaftlichen Krise nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Zoo 1921 geschlossen und diente in den Folgejahren als Konzertgarten. Erst im Mai 1927 wurde er wieder eröffnet, zeigte dann aber bereits wieder 1.850 Tiere in 480 Arten.[1]

Ein für Anfang der 1930er Jahre geplantes Aquarienhaus konnte aufgrund der schlechten Finanzlage des Zoos nicht verwirklicht werden.

1935 wurde mit einer Anlage für Pinguine die erste Freianlage des Zoos eröffnet. Damit folgte der Zoo der Entwicklung, die mit der Eröffnung von Hagenbecks Tierpark in Hamburg-Stellingen begann, Tiere in einer Landschaftsumgebung möglichst ohne Gitter zu präsentieren. Ab 1937 wurde mit dem Ausbau eines Erweiterungsgeländes begonnen, in diesem Rahmen wurden eine Robbenanlage, eine Bärenfreianlage und eine Freianlage für Paviane geschaffen.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges waren wieder 650 Arten im Tierbestand des Zoos. Am 7. Oktober 1944 fielen die ersten Fliegerbomben auf den Zoo, wenige Wochen später lag der Zoo in Trümmern. Am 9. Mai 1945 übergaben die sowjetischen Militärbehörden die Verwaltung der Stadt Breslau an Polen.

1948 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juli 1948 eröffnete die Breslauer Universität den Zoo erneut mit einem Bestand von etwa 150 Tieren. Nach 1956 wurde das Gelände erweitert. Im Jahr 1998 beging der Zoo sein 50-jähriges Bestehen in Polen.

Der aktuelle Zoodirektor ist Radosław Ratajszczak.

Eine Attraktion des Zoos ist das Afrikarium-Ozeanarium mit den Themenbereichen: Rotes Meer, Nilpferde und große Seen, Haifischbecken, Skelettküste Namibia und Kongohalle.[2] Eine weitere Attraktion ist das Odrarium (Fauna des Oder-Einzugsgebiets).

Zoodirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Schlegel (1822–1882)
    vom 1. August 1864 bis 7. März 1882
  • Hermann Stechmann (1840–1900)
    vom 15. Mai 1882 bis 3. September 1900
  • Friedrich Grabowsky (1857–1929)
    vom 18. März 1901 bis 26. Januar 1929
  • Hans Honigmann (1891–1943)
    von März 1929 bis 1. Mai 1934
  • Martin Schlott (1891–1950)
    vom 1. November 1934 bis 15. März 1946
  • Karol Łukaszewicz
  • Antoni Gucwiński
    von Sommer 1965 bis 31. Dezember 2006
  • Radosław Ratajszczak

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Werner Kourist: 400 Jahre Zoo, S. 154. / vgl. Literatur
  2. http://www.competitionline.de/site/20012003133010/20012003133010.php?wettbewerb_id=10374

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst G.W. Gleiss: Unter Robben, Gnus und Tigerschlangen. Chronik des Zoologischen Gartens Breslau 1865–1965, Natura et Patria Verlag, Wedel 1967.
  • Werner Kourist: 400 Jahre Zoo. Im Spiegel der Sammlung Werner Kourist, Bonn 1976, S. 154–157.
  • Annelore Rieke-Müller, Lothar Dittrich: Der Löwe brüllt nebenan. Die Gründung Zoologischer Gärten im deutschsprachigen Raum 1833–1869, Köln/Weimar/Wien 1998, S. 185–187.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wrocław Zoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 6′ 17″ N, 17° 4′ 15″ O