Zoologischer Garten Neunkirchen

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Zoologischer Garten Neunkirchen
Zoo neunkirchen logo.svg
Vollständiger Name Neunkircher Zoologischer Garten
Motto … hier bewegt sich was seit 1926
Ort Zoostraße 25
66538 Neunkirchen
Fläche 16 Hektar
Eröffnung 1926
Tierarten 78 Arten[1] (2014)
Individuen 531 Tiere[1] (2014)
Artenschwerpunkte Asiatische Tiere
Besucherzahlen 200.940 (2014)
Organisation
Leitung Norbert Fritsch
Trägerschaft Neunkircher Zoologischer Garten gGmbH
Förderorganisationen Vereins zur Förderung des Neunkircher Zoos - Zooverein e.V.
Mitglied bei EAZA, VdZ, Stiftung Artenschutz
Eingang Zoo NK.JPG

Eingang zum Neunkircher Zoo

www.neunkircherzoo.de
Zoologischer Garten Neunkirchen (Saarland)
Zoologischer Garten Neunkirchen

Koordinaten: 49° 20′ 43″ N, 7° 12′ 21″ O

Der Zoologische Garten Neunkirchen oder Neunkircher Zoo ist der ältere und flächenmäßig größere der beiden saarländischen Zoos. Hier leben nach eigenen Angaben auf 16 Hektar Fläche rund 500 Tiere aus 100 Arten. Der Schwerpunkt des Zoos liegt bei asiatischen Tierarten. Eröffnet wurde er im Jahre 1926.

Ausbau des Zoos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2013 nicht mehr aktuell zu sein: Stand der Planungen? Wurde der angegebene Betrag bis 2016 tatsächlich investiert? -- Jonaes / Diskussion 12:36, 24. Dez. 2017 (CET).
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Die Stadt Neunkirchen, die den Zoo seit 1994 mit drei Millionen Euro unterstützt hat, wollte bis 2016 weitere knapp 4,5 Millionen Euro zur Modernisierung investieren.[2]

Am Rande des Zoogeländes ist eine Quarantäne- und Auffangstation für beschlagnahmte exotische Tiere entstanden. Die Kosten hierfür wurden größtenteils vom saarländischen Ministerium für Umwelt übernommen.[3] Das Richtfest wurde im Dezember 2017 gefeiert, die Eröffnung war am 23. August 2018.[4]

Am 22. März 2018 wurde das sogenannte Streifenhyänen-Reservat eröffnet.[5]

Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raubtieranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Fläche von über 6000 m² bieten die 2014 eröffneten Raubtieranlagen drei größeren Raubtierarten Platz. Die Schneeleopardenschlucht beherbergt Luisa und Sagar, die beiden ersten Schneeleoparden im Saarland, und ihre im Mai 2016 geborenen Nachkommen Anusha und Aksar. Der Bärenpark mit den beiden Braunbären Lars und Ulla-Sophie sowie der Rothundwald mit einem Rudel Asiatischer Wildhunde, auch Rothunde genannt, befinden sich im oberen Teil der Anlage. Mit den gehaltenen Tierarten beteiligt sich der Neunkircher Zoo an den Europäischen Erhaltungsprogrammen und Europäischen Zuchtbüchern.

Elefantentempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahr 2004 fertiggestellte Elefantenanlage ist mit ihren 5000 m² eine der größten in Deutschland und beheimatet im Jahr 2018 zwei Asiatische Elefanten.[6]

Einer der Asiatischen Elefanten beim Sandbaden
Der Elefantenturm, ein Aussichtsturm

In der Regel findet jeden Tag ein Elefantentraining statt, das vom „Elefantenturm“, einem 1997 errichteten 12 m hohen Aussichtsturm aus beobachtet werden kann.[7] Das Elefantenhaus wurde im Stil eines asiatischen Tempels errichtet. Täglich haben Besucher die Möglichkeit die Elefanten unter Aufsicht der Tierpfleger zu füttern. Im Innern des Elefantentempels leben in einem Großterrarium und mehreren Kleinterrarien weitere asiatische Tierarten wie die gefährdeten Krokodilschwanzechsen, Vietnamesische Braunfrösche, Vietnam-Moosfrösche und Insektenarten wie die Türkis-Stabschrecke oder die Philippinische Gespenstschrecke.

Robbenbucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 2002 neu eröffneten Robbenbucht mit angrenzender Felsentribüne und Felsengarten, dem Maritimum, lässt sich eine kleine Gruppe von Ostatlantischen Seehunden betrachten. Während einer kommentierten Schaufütterung, können Besucher mehr über diese Raubtierart erfahren.

Affenhaus mit Kleiner Tropenhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1999 neu eröffneten Affenhaus lebt eine Familiengruppe der in ihrer natürlichen Heimat, dem tropischen Regenwald, stark bedrohten Sumatra-Orang-Utans von der indonesischen Insel Sumatra. In der kleinen Tropenhalle des Affenhauses leben auch verschiedene Froscharten als Vertreter der Amphibien: neben den aus Südamerika stammenden Pfeilgiftfröschen in mehreren Arten und den Kleinen Winkerfröschen von der Insel Borneo auch die in Zoos sehr selten gehaltenen Vietnamesischen Langnasennattern, die 2012 erstmals in einem deutschen Zoo in Neunkirchen nachgezüchtet wurden. Der Neunkircher Zoo koordiniert in einem Monitoring auch die Zuchtbemühungen für diese Natternart in den europäischen Zoos. Fidschi-Leguane, Grüne Baumpythons, Borneo-Taubwarane und Mangshan-Vipern sind weitere Vertreter der Reptilien. Seit Oktober 2015 lebt im angrenzenden Erlebnisbereich Tangkoko-Reservat eine Gruppe der stark gefährdeten Schopfmakaken, welche im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) gehalten werden. Ferner sind seit 2017 zwei Meerwasseraquarien, u. a. mit Seepferdchen und Anemonenfischen sowie eine Kolonie Blattschneiderameisen zu sehen.

Ökopädagogische Falknerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue eines Falken mit dem Eröffnungsjahr der Falknerei

Im Jahre 2003 öffnete die neue Zoofalknerei ihre Pforten. Es finden bei günstigen Wetterverhältnissen kommentierte Vorführungen statt. Außerhalb der Flugshows kann man unter anderem folgende Greifvögel in der Anlage beobachten: Weißkopfseeadler, Uhu, Schneeeule, Rotmilan, Mäusebussard, und verschiedene Falken.

Rudolf-Didas-Haus (Afrikanische Savanne)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Afrikanischen Savanne lebt neben Chapman-Steppenzebras auch eine Junggesellengruppe Giraffen, die aus zwei verschiedenen Unterarten besteht. So gehört der 2007 geborene Nangila aus dem Kölner Zoo zur Unterart „Netzgiraffe“, der gleichaltrige Gerry, geboren im Opelzoo Kronberg, ist eine Rothschild-Giraffe. Auch die Giraffen können unter Aufsicht der Tierpfleger gefüttert werden. Im an die Afrikanische Savanne angeschlossenen Rudolf-Didas-Haus, benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins zur Förderung des Neunkircher Zoos – Zooverein e.V., ist, neben den Innenanlagen der Giraffen und Steppenzebras, auch ein Großterrarium mit Kurzohrrüsselspringern und den aus felsigen und trockenen Gebieten Nordostafrikas stammenden Gewöhnlichen Gundis zu finden. Diese Nagetierart wurde schon mehrfach im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB) erfolgreich im Neunkircher Zoo nachgezüchtet. Außerdem lebt angrenzend eine Gruppe Erdmännchen mit Pantherschildkröten vergesellschaftet.

Fasanerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 1988 als erstes Projekt des Vereins zur Förderung des Neunkircher Zoos – Zooverein e.V. eröffneten Fasanerie lebten in der Vergangenheit als Schwerpunkt die aus Asien stammenden, dieser Anlage den Namen gebenden, Fasane. Heute leben dort aber neben Diamant- und Goldfasanen auch australische Vögel. Zum einen der Lachende Hans, ein bräunlich gefärbter Rieseneisvogel, und der als australische Elster bezeichnete Weißrücken-Flötenvogel. Seit 2009 gehört der Neunkircher Zoo zu den wenigen Haltern dieser zu den Sperlingsvögeln gehörenden Art. 2015 wurde die Anlage um die Himalaya-Voliere erweitert, wo eine Gruppe China-Sittiche, eine der größeren Sittcharten, vertreten ist. Mit dieser im Freiland potenziell gefährdeten Art beteiligt sich der Zoo am Monitoring des Europäischen Zoo- und Aquarienverbandes (EAZA) in Kooperation mit dem Zuchtprojekt der Gesellschaft für Arterhaltende Vogelzucht e.V. (GAV). Sie teilen sich die Voliere, welche in Eigenleistung neu eingerichtet und verschönert wurde, mit einem Himalaya-Glanzfasan. Innerhalb und außerhalb der Voliere stellen Felsen und typische Pflanzen wie Zwergkiefern und Bambus den Lebensraum der beiden Vogelarten, unter anderem das Himalaya-Gebirge, nach.

Geplante Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplant ist ein chinesischer Garten mit typischer Bepflanzung sowie eine Pater-David-Voliere mit diversen Vögeln und Pater-David-Felsenhörnchen zu Ehren des französischen Naturforschers und Mönchs Armand David.[8] Es entsteht ein Teich mit Überwinterungshaus zur Haltung der im Freiland stark bedrohten China-Alligatoren, von denen der Neunkircher Zoo seit 2014 EEP-Zuchtbuch-Koordinator ist.[9]

Die Fasanerie wird derzeit zur Fossaanlage umgestaltet.[10]

Zoopädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziegen im Steichelzoobereich Streichelkirchen

Für Kinder bietet der Zoo ein breit gefächertes Spektrum an Aktivitäten. Neben Spielplatz, Streichelzoo und Zoo-Rallye gibt es im Neunkircher Zoo eine zoopädagogische Abteilung. Es finden Sonderveranstaltungen wie z. B. Sommercamps in kirgisischen Jurten, Ferienprogramme, Kürbisschnitzen an Halloween statt.

Körperwelten der Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Februar 2005 bzw. April 2006 im Neunkircher Zoo gestorbenen Elefantenkühe Samba und Chiana wurden von Gunther von Hagens plastiniert und wurden zusammen mit weiteren Exponaten in der Premieren-Ausstellung Körperwelten der Tiere vom März bis Juni 2010 in einem eigens auf dem Zoogelände errichteten Zelt gezeigt. Zu der Ausstellung, die aufgrund des massiven Andrangs verlängert wurde, kamen über 117.000 Besucher. Die Einnahmen dienen u. a. dem Neubau eines Raubtierhauses. Von Hagens verzichtete größtenteils auf eine Beteiligung als Dank für die Überlassung der Elefanten- und anderer Kadaver zur Plastination.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Backes: 90 Jahre Neunkircher Zoo. 1926–2016. Neunkircher Zoologischer Garten 2017, ISBN 978-3-00-055691-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zooinventur abgeschlossen. Auch beim Tierbestand des Neunkircher Zoos wird jedes Jahr eine Inventur durchgeführt. Meldung auf der Homepage des Neunkircher Zoos vom 15. Januar 2015.
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.zoo-neunkirchen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Zoo Neunkirchen Investitionsprogramm bis 2016
  3. Saarländischer Rundfunk: Eine Auffangstation für exotische Tiere. In: SR.de. 1. Juni 2017 (sr.de [abgerufen am 18. November 2017]).
  4. Einweihung der Quarantäne- und Exotenauffangstation im Neunkircher Zoo. Abgerufen am 23. August 2018 (deutsch).
  5. Streifen mit Biss. Abgerufen am 3. Juli 2018.
  6. Die Elefanten ziehen heute in den Zoo ein.@1@2Vorlage:Toter Link/www.saarbruecker-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Saarbrücker Zeitung. 30. April 2010.
  7. Zoo Neunkirchen - Elefantenanlage, Außenanlage auf EleWiki
  8. Pelziger Zuwachs in der Asien-WG. Abgerufen am 3. Juli 2018.
  9. EAZA - EEPs. In: archive.is. 16. Mai 2016 (archive.is [abgerufen am 3. Juli 2018]).
  10. Zooerleben im Norden. Abgerufen am 25. August 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weitere Bilder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien