Zopyros (Arzt)

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Zopyros (griechisch Ζώπυρος) lebte als Arzt um 100 v. Chr. in Alexandria und wird in zahlreichen Quellen erwähnt. Er beschäftigte sich mit Chirurgie; sein Nachleben stützt sich aber auf sein pharmakologisches Wirken. Seine Rezepte, insbesondere das Antidot, das er Mithridates VI. Eupator mitteilte, wurden noch Jahrhundert später weitergegeben.

Leben, Wirken, Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben und das Werk des Zopyrus ist nur durch Erwähnungen anderer Autoren bekannt. Apollonios von Kition (1. Jahrhundert v. Chr.) würdigt ihn als den Lehrer aus Alexandria, von dem er in die Chirurgie eingewiesen wurde.[1] Überliefert sind aber die Rezepte, die ihn als Pharmakologen ausweisen. Vermutlich gehörte er der Empirikerschule an.

Celsus (ca. 25 v. Chr. - 50 n. Chr.) überliefert in seinem Buch De Medicina ein Antidot, das ambrosia heiße und das Zopyros für „König Ptolemaios“ (regi Ptolemaeo) zusammengestellt habe.[2] Scribonius Largus (1. Jahrhundert n. Chr.) weiß von einem Antidot des Zopyros, kann es aber nicht angeben: Antidotos ξωπύριος, Deest.[3] Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) kennt eine pharmazeutische Pflanze zopyrontion, die bezeichnenderweise auch gegen Schlangenbisse helfe.[4] Galenos von Pergamon (129-216 n. Chr.) erwähnt Zopyros in seinem Werk De Antidotis mehrmals. Er gibt nicht nur die Rezeptur und die Indikation an, sondern überliefert auch eine interessante Geschichte: Zopyros habe das Rezept Mithridates (wohl Mithridates VI. Eupator) mitgeteilt und ihn aufgefordert, durch einen Versuch mit einem verurteilten Verbrecher die Wirksamkeit zu überprüfen. Die Versuchsperson habe überlebt.[5] Zopyros war also berühmt als Korrespondent zweier bedeutender Herrscher. Im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. werden seine Rezepte von Oribasius und Marcellus Empiricus in ihre Sammlungen aufgenommen. Noch Anfang des 5. Jahrhunderts erwähnt ihn Caelius Aurelianus in seinem Werk "Celerum Passionum Libri III"[6].

Antidot bei Zopyros[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind zwei ausführliche Antidot-Rezepte des Zopyros überliefert. Dabei ist Antidot ein Mittel gegen Gift und Schlangenbiss, wird aber auch bei Schmerzen der Eingeweide[7], bei Sodbrennen, Blasenleiden, Austreiben der abgestorbenen Leibesfrucht[8] etc. verschrieben. Das bei Celsus überlieferte ambrosia besteht aus neun Ingredientien.[9] Diese sind aromatische, nach heutigem Verständnis nicht besonders wirkkräftige pflanzliche Stoffe, wie Pfeffer, Safran (lateinisch croci Cilici, griechisch Χρόχος), Zimt (lateinisch cinnamomum, griechisch Χιννάμωμον), Myrrhe. Galen listet dieselben Pflanzen auf und noch einige weitere, darunter Petersilie. Die Heilmittel wurden zerkleinert und in Honig oder Wein gekocht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apollonius von Kitium: Illustrierter Kommentar zu der Hippokrateischen Schrift ΠΕΡΙ ΑΡΘΡΩΝ. Hrsg. von Hermann Schöne. Teubner, Leipzig 1896.
  • Celsus: De Medicina. With an English Translation by W. G. Spencer. London 1960.
  • C. Plinius Secundus d.Ä.: Naturkunde, Buch XXIV. Herausgegeben und übersetzt von Roderich König in Zusammenarbeit mit Joachim Hopp, Darmstadt.
  • Scribonius Largus: Compositiones. Edidit Sergio Sconocchia. Leipzig 1983.
  • Caelius Aurelianus: Akute Krankheiten, herausgegeben von Gerhard Bendz, Berlin 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Apollonius von Kition, Kommentar zu Περὶ ἄρθρων, S. 1, 16 ff.
  2. Celsus, De Medicina 5, 23 (englische Übersetzung).
  3. Scribonius Largus, Compositiones, CLXIX
  4. Plinius, Naturalis historia 24, 137.
  5. Lutz Winkler: Galens Schrift „De Antidotis“, 14.150.
  6. Caelius Aurelianus, Akute Krankheiten, Buch III, 47
  7. Celsus, De Medicina 5, 23.
  8. Lutz Winkler: Galens Schrift „De Antidotis“, 14.150.
  9. Celsus, De Medicina 5, 23.