Zorneding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zorneding
Zorneding
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zorneding hervorgehoben
48.08333333333311.833333333333555Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 555 m ü. NHN
Fläche: 23,77 km²
Einwohner: 8833 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 372 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85604
Vorwahl: 08106
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 139
Gemeindegliederung: Zorneding, Pöring, Ingelsberg und Wolfesing
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 13
85604 Zorneding
Webpräsenz: www.zorneding.de
Bürgermeister: Piet Mayr (CSU)
Lage der Gemeinde Zorneding im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild

Zorneding [ʦɔʁnɛˈdɪŋ] ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.

Geographie[Bearbeiten]

Zorneding liegt in der Region München im Alpenvorland, an der Grenze von Münchner Schotterebene und Ebersberger Forst. 2007 konnte die Südumfahrung Zorneding fertiggestellt werden, die den Ort vom Durchgangsverkehr der B 304 effektiv entlastet. Zorneding entwickelte sich wie das benachbarte Vaterstetten vom Bauerndorf zum begehrten Wohnort im Einzugsbereich der rund 21 km entfernten Landeshauptstadt München, es verfügt über eine eigene Bahnstation der S-Bahn, die zu Pendlerzeiten im 10-Minuten-Takt verkehrt. In die Kreisstadt Ebersberg sind es rund 12 km, zur A 99 (Anschlussstelle Haar) 7 km und zum Flughafen München etwa 42 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Zorneding besteht aus den Ortsteilen Ingelsberg, Pöring, Wolfesing und Zorneding.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Zorneding mit der Kirche St. Martin im Hintergrund vor 1900

Zorneding wurde erstmals am 4. September 813 als „Zornkeltinga“ in den Freisinger Traditionen erwähnt. Das im Ortsnamen beinhaltete „Zorn“ kommt von zerren, im Sinne von roden und weist darauf hin, dass es sich bei der Ortschaft um eine Rodungsinsel handelt. Ludwig V., Herzog von Oberbayern, Markgraf von Tirol und Brandenburg, starb 1361 in Zorneding bei der Jagd. 1563 wurden die Orte der Gemeinde erstmals auf einer Landkarte, der Großen Karte von Bayern, von Philipp Apian dargestellt.

Pöring, mit den Ortsteilen Ingelsberg und Wolfesing, ist eine Rodungssiedlung des 6./7. Jahrhunderts. Im Jahr 885 wurde „Peringan“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1156 kommt erstmals „Ingoltesperch“ (Siedlung am Berg eines Ingolt) und 1269 „Wolfizzingen“ in Urkunden vor. 1750 wurde Wolfesing in den Ort Pöring eingegliedert, 1815 kam Ingelsberg zu Pöring.

Die alte Post- und Salzstraße (heute Münchner Str./Wasserburger Landstr.) gewann nach der Gründung Münchens weiter an Bedeutung.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde anlässlich der bayerischen Gebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Pöring aufgelöst und deren Hauptteil mit Zorneding zu einer Gemeinde zusammengefasst. Dabei wurde der Ortsteil Baldham an die Nachbargemeinde Parsdorf abgegeben, die heutige Gemeinde Vaterstetten.[2]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Piet Mayr (CSU) ist seit den Kommunalwahlen im Jahr 2008 Nachfolger von Franz Pfluger (CSU) als Erster Bürgermeister. Er gewann in einer Stichwahl knapp vor Helmut Obermaier (Bündnis 90/Die Grünen). Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Mayr bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Pöring

Das Gemeindewappen von Zorneding zeigt den roten Brandenburger Adler mit zwei verkohlten Ästen in den Klauen. Er geht auf Ludwig V. zurück, der 1361 in Zorneding starb. Der bayerische Herzog war auch Markgraf von Brandenburg. Als Rodungssymbol wurden die zwei verkohlten Äste in das Wappen aufgenommen.

Das Wappen von Pöring besteht aus zwei silbernen Spitzen und einem gelben Rebhuhn auf blauem Grund. Es symbolisiert die Inhaber des Pöringer Edelsitzes.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Im Zuge der 1200-Jahr-Feierlichkeiten wurde am 28. Juni 2013 eine Städtepartnerschaft mit der italienischen Kommune Cappella Maggiore beurkundet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ortsbild von Zorneding mit Maibaum und Kirche

Bauwerke[Bearbeiten]

  • St. Georg in Pöring, Barockkirche, Baubeginn 1696, Einweihung 1707.

Parks[Bearbeiten]

Viele Wander- und Radwege im Ebersberger Forst.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Der Ortsteil Zorneding liegt an der Bundesstraße 304. Am 7. Juni 2005 wurde der erste Spatenstich zum Bau einer südlich verlaufenden Ortsumgehung getätigt. Die 4,2 km lange Trasse wurde am 3. Juli 2007 für den Verkehr freigegeben. Nach Umgehung der Ortschaft hat sich die Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrung von über 20.000 KFZ pro Tag auf circa 4.000 KFZ pro Tag reduziert.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Zorneding verläuft nördlich der Ortsmitte die Bahnstrecke München–Rosenheim. Die Bahnstrecke wurde am 15. Oktober 1871 eröffnet, gleichzeitig ging der Bahnhof Zorneding in Betrieb.[4] Aufgrund der wichtigen Bedeutung als Fernverkehrslinie in Richtung Süden und Südosten wurde die Bahnstrecke nach Rosenheim schon 1892 zweigleisig ausgebaut. 1897 wurde das östliche Vorortbahnnetz der Stadt München ausgebaut, sodass die Züge öfter nach München fuhren und das Wohnen im Münchner Umland attraktiver wurde.[5] Im Jahr 1927 folgte die Elektrifizierung der Strecke, der Bahnhof Zorneding war trotz den zahlreichen Schnellzügen auf der Strecke nur durch einfache Personenzüge an München und Grafing angeschlossen.[6] Seit der Inbetriebnahme des Münchner S-Bahn-Netzes besteht von Zorneding aus ein 20-Minutentakt nach München. Bis in die 1990er Jahre hielten im Bahnhof neben den S-Bahnen noch Regionalverkehrszüge in Richtung Rosenheim. Heute besitzt der Bahnhof nur noch einen Mittelbahnsteig für den S-Bahn-Verkehr. Das ursprüngliche Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde Anfang 2009 abgerissen.

Der Bahnhof Zorneding wird heute im 20-Minutentakt von Zügen der S-Bahn-Linie S4, die von Geltendorf nach Ebersberg führt, bedient. In der Hauptverkehrszeit fahren zusätzliche Züge der S-Bahn-Linie S6, die von Tutzing nach Zorneding führt. Somit wird zwischen München und Zorneding in den Hauptverkehrszeiten ein 10-Minuten-Takt hergestellt. Für das Abstellen der Verstärkerzüge außerhalb der Hauptverkehrszeiten ist des Weiteren ein Abstellgleis vorhanden.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Zorneding liegt im Verbundgebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Gemeinde ist an zwei Buslinie des Verkehrsverbunds angeschlossen. Die Buslinie 453 beginnt am Bahnhof Zorneding, wo Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn München besteht. Sie erschließt daraufhin die südlich gelegenen Teile der Gemeinde, bevor sie über Oberpframmern weiter nach Glonn verkehrt.

Die Buslinie 465 hält im Ortsteil Wolfesing und verbindet die S-Bahn Haltestelle Baldham mit der in Poing.

Carsharing[Bearbeiten]

Seit 2002 gibt es in der Gemeinde Zorneding einen lokalen Carsharing-Anbieter, die Zornedinger Auto-Teiler e.V.[7] Der Verein verfügt über 2 Fahrzeuge, einen Kleinwagen und einen Caravan, die über das Gemeindegebiet verteilt auf festen Stellplätzen stehen.

Wasser[Bearbeiten]

Im südlichen Waldgebiet der Gemeinde befinden sich zwei Brunnen, die Zorneding und nördlich gelegene Gemeinden mit Wasser versorgen. Bewerkstelligt wird die Versorgung von einem Kommunalunternehmen, das von mehreren Gemeinden getragen wird.[8]

Die erste Wasserleitung in Zorneding wurde 1893 erbaut und war etwa 75 Jahre in Betrieb. Sie versorgte die Ortschaft mit Wasser aus dem Quellgebiet um Moosach. Zur Erinnerung an die Einrichtung der ersten Wasserleitung wurde in Zorneding ein Denkmal aufgestellt.

Das Schmutzwasser der Gemeinde fliest in die Großkläranlage in Neufinsing, wo es geklärt wird und über den Mittleren Isar-Kanal nahe Moosburg, in die Isar fliest.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zorneding besitzt eine Gemeindebücherei und einen Jugendtreff.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde beherbergt die Grundschule Zorneding mit ihren zwei Standorten in Zorneding und Pöring. Die Schule, die im Jahre 2004 ihr 350-jähriges Jubiläum feierte, war lange Zeit eine Grund- und Teilhauptschule (II), die Jahrgangsstufen 5 mit 8 wurden jedoch bis 2005 schrittweise eingestellt.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Zorneding verfügt über zwei Freiwillige Feuerwehren. Die FF Zorneding, die ein Drehleiterfahrzeug besitzt und die FF Pöring, die eine Übungsanlage für Fahrdrahterdung hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Carola Grey (* 1968), Jazz- und Fusion-Schlagzeugerin und Komponistin

Literatur[Bearbeiten]

Zorneding – Ein Heimatbuch – Herausgeber Dr. Bernhard Marc im Auftrag des Kulturvereins Zorneding-Baldham e.V. 1971, 142 Seiten, Text: Paul Gnuva, Illustrationen: Dorul van der Heide

Sonstiges[Bearbeiten]

Zorneding ist der Titel einer Kurzgeschichte des Südtiroler Autors Kurt Lanthaler.

Bis 2011 war Saif al-Arab al-Gaddafi, der zweitjüngste Sohn des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, in Zorneding gemeldet. Hier war er zeitweise bei einer ansässigen Baumaschinenfirma angestellt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 572.
  3. Kommunalwahlen in Bayern. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 26. September 2013.
  4.  Bufe Siegfried: Hauptbahn München–Salzburg. Bufe-Fachbuchverlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
  5.  Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  6.  Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 27 f..
  7. Zornedinger Auto-Teiler e.V.
  8. VE München Ost: Woher kommt unser Wasser?, abgerufen am 19. Juni 2013
  9. Ebersberger Zeitung, 5./6. März 2011, Gaddafi-Sohn war Zornedinger

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zorneding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien