Zottiges Habichtskraut

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Zottiges Habichtskraut
Zottiges Habichtskraut (Hieracium villosum)

Zottiges Habichtskraut (Hieracium villosum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Habichtskräuter (Hieracium)
Art: Zottiges Habichtskraut
Wissenschaftlicher Name
Hieracium villosum
Jacq.

Das Zottige Habichtskraut (Hieracium villosum) ist eine Pflanzenart der Gattung Habichtskräuter (Hieracium).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimetern. Auffallend ist die weiße zottige Behaarung, wobei die Haare drei bis 10 Millimeter lang werden können. Die zungenförmigen Grundblätter sind rosettig angeordnet und fast ganzrandig. Die Stängelblätter sind sitzend oder den Stängel halb umfassend.

Der Stängel ist einfach oder auch gablig verzweigt mit ein bis vier Blütenkörbchen. In den Blütenköpfchen stehen viele gelbe fünfzipfelige Zungenblüten zusammen, die an den Zähnchen außen oft bewimpert sind.

Blütezeit ist von Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 27 oder 36.[1]

Zottigee Habichtskraut (Hieracium villosum)

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kalkstete Pflanzenart bevorzugt trockene Magerrasen, Schutt- und Gesteinflure oder nackten Felsen. Diese Art ist im Gebirge des östlichen Mitteleuropa wie auch in Südeuropa in Höhenlagen zwischen 1100 und 2700 Metern über NHN anzutreffen. In den Allgäuer Alpen steigt sie an der Rotgundspitze in Bayern bis zu 2300 m Meereshöhe auf.[2] Sie ist eine Charakterart des Seslerio-Caricetum sempervirentis aus dem Verband Seslerion, kommt seltener aber auch in Gesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae vor.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann die folgenden Unterarten unterscheiden[3]:

  • Hieracium villosum Jacq. subsp. villosum: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Slowenien, auf der Balkanhalbinsel, in Bulgarien, Tschechien, in der Slowakei, der Ukraine und in Rumänien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. acrovillosum Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Österreich und Slowenien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. albolanatum Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich und in Italien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. calvifolium Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und in Rumänien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. doratophyllum Nägeli & Peter: Sie kommt in Italien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. eurybasis Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und in Italien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. glabratellum J. Vetter & Zahn: Sie kommt in Österreich vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. glaucifrons Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Liechtenstein, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnein-herzegowina, Montenegro, Serbien und Rumänien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. heterophyllum Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien und in der Slowakei vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. ovalifolium Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien, Slowenien und Rumänien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. trichocraspedum Zahn: Sie kommt in der Schweiz vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. undulifolium Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Polen, der Slowakei und in Rumänien vor.[3]
  • Hieracium villosum subsp. villosissimum (Nägeli) Nägeli & Peter: Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Rumänien, Albanien und in der Slowakei vor.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dichte Haarkleid schafft einen unbewegten Luftmantel, der die Verdunstung herabsetzt, eine Anpassung an die Trockenheit seines Standorts.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 1006–1007.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 725. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3. a b c d e f g h i j k l m n Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Hieracium villosum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hieracium villosum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien