Zscheiplitz

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Zscheiplitz
Koordinaten: 51° 12′ 53″ N, 11° 44′ 10″ O
Eingemeindung: 1990
Eingemeindet nach: Freyburg (Unstrut)
Postleitzahl: 06632
Vorwahl: 034464

Zscheiplitz ist seit 1990 ein Ortsteil von Freyburg (Unstrut) im Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt mit der amtlichen Bezeichnung Freyburg/Unstrut OT Zscheiplitz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zscheiplitz über der Unstrut
Schloss Zscheiplitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Pferdestall Gut Zscheiplitz, heute Weingut Pawis

Der Ort liegt am erhöhten linken Ufer der Unstrut in Sichtweite der Neuenburg etwa zwei Kilometer westlich von Freyburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster, gesehen vom 3 km entfernten Schloss Neuenburg
Rittergut Zscheiplitz

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1085. Der dort aufgeführte Name Sciplice deutet auf eine slawische Ortsgründung. In einer Burg Weißenburg genannten Residenz lebte hier von 1041 bis 1085 Pfalzgraf Friedrich III. von Sachsen. Nach dessen Ermordung wurde die Burg durch die Witwe Friedrichs, Adelheid († 1110), die inzwischen Ludwig den Springer geheiratet hatte, 1089 in das Benediktinerinnenkloster St. Bonifacius auf dem Berg St. Martini umgewandelt, von dem heute nur noch die Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert übrig geblieben ist.

Der Ort gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.[1] 1813 ließ Napoléon Bonaparte den Ort durch seine Truppen besetzen, um den Rückzug nach ihrer Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig bei der Querung der Unstrut zu sichern. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Zscheiplitz zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem es bis 1944 gehörte.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der seit 1985 durch die Interessengemeinschaft Klosterkirche Zscheiplitz (IGZ) (ab 1995: Kloster Zscheiplitz – Klosterbrüder e.V.) renovierten Klosterkirche des früheren mittelalterlichen Benediktinerinnenklosters finden regelmäßig Konzerte statt. Sie bietet einen guten Ausblick auf das Unstruttal, die Zeddenbachmühle, die Neuenburg sowie das Schloss Balgstädt. In der Nacht wird die Kirche von außen beleuchtet und ist bereits aus weiter Distanz zu sehen.

Der Wasserturm kann bestiegen werden.

Der Geopfad führt u. a. an einem ehemaligen Kalkbrennofen vorbei.

Das Weingut bietet vier Monate im Jahr neben der Weinverkostung eine Straußwirtschaft an.

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam Friedrich Senfft von Pilsach (1723–1783), kursächsischer Kreishauptmann des Kurkreises, Oberaufseher der Saalflöße und Besitzer der Rittergüter Zscheiplitz und Oberschmon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zscheiplitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34 f.
  2. Der Landkreis Querfurt im Gemeindeverzeichnis 1900