Zsolt Erdei

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Zsolt Erdei Boxer
Zsolt-Erdei.jpg
Daten
Geburtsname Zsolt Erdei
Kampfname Madár (dt. „Feuervogel“)
Gewichtsklasse Halbschwergewicht
Nationalität Ungarisch
Geburtstag 31. Mai 1974
Geburtsort Budapest
Stil Linksauslage
Größe 1,78 m
Kampfstatistik
Kämpfe 35
Siege 34
K.-o.-Siege 18
Niederlagen 1

Zsolt Erdei [ˈʒolt ˈɛrdɛ.i] (* 31. Mai 1974 in Budapest, Ungarn) ist ein ungarischer Boxer. Von 2004 bis 2009 war er WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht und 2009 WBC-Weltmeister im Cruisergewicht.

Amateurkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateur bestritt Erdei 232 Kämpfe mit 212 Siegen. Sein erster internationaler Erfolg war der Gewinn der Junioreneuropameisterschaft 1992 in Edinburgh in der Halbmittelgewichtsklasse, dort setzte er sich im Finale gegen den deutschen Vertreter Oliver Knabe durch. Bei der Juniorenweltmeisterschaft im selben Jahr in Montréal scheiterte er jedoch schon in der Vorrunde. Ab 1993 boxte Erdei im Mittelgewicht. Im Jahr 1995 nahm er an der Amateurweltmeisterschaft in Berlin teil und schied auch dort schon frühzeitig gegen den Deutschen Dirk Eigenbrodt aus.

1996 traf er bei der Europameisterschaft in Vejle nach einem Sieg im Halbfinale über den Russen Alexander Lebsjak im Finale auf Sven Ottke und musste sich diesem geschlagen geben. Bei den Olympischen Spielen 1996 schied er bereits in der zweiten Runde aus. Erfolgreicher für ihn verlief hingegen die in seiner Heimatstadt Budapest ausgetragenen Amateurweltmeisterschaften 1997, dort gewann er den Titel mit einem Finalsieg über den Kubaner Ariel Hernández. 1998 in Minsk und 2000 in Tampere gewann er jeweils den Europameistertitel, unterlag jedoch bei der Weltmeisterschaft 1999 in Houston schon in der ersten Runde.

Bei den Olympischen Spielen 2000 unterlag er im Halbfinale gegen den Russen Gaidarbek Gaidarbekow und errang somit eine Bronzemedaille. Wenig später beendete Erdei seine Amateurlaufbahn und wechselte in das Profilager.

Erfolge als Amateur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Junioreneuropameister 1992 im Halbmittelgewicht
  • Zweiter Platz bei der Europameisterschaft 1996 im Mittelgewicht
  • Weltmeister 1997 im Mittelgewicht
  • Chemiepokal-Sieger 1998
  • Europameister 1998 und 2000 im Mittelgewicht
  • Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2000 im Mittelgewicht

Profilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdei wurde in Deutschland bei Universum Box-Promotion Profi und bestritt seinen ersten Kampf im Dezember 2000. Seither wurde er in zwei Kämpfen zu Boden geschlagen (im Juni 2001 gegen den Ukrainer Garaschtschenko und im März 2003 gegen den Brasilianer Dos Santos), konnte aber alle seine Kämpfe gewinnen (Stand 2012).

Am 17. Januar 2004 gewann Erdei mit einem Punktsieg über zwölf Runden gegen den Michalczewski-Bezwinger Julio González den Weltmeistertitel des WBO-Verbandes im Halbschwergewicht. In den Jahren 2004 und 2005 verteidigte er seinen Titel mit jeweils knappen und durchaus umstrittenen Punktsiegen gegen den Argentinier Hugo Garay. Am 29. Juli 2006 gelang ihm ein deutlicher Punktsieg gegen seinen Stallgefährten Thomas Ulrich.

In der Folgezeit verteidigte er seine WBO-Titel gegen vergleichsweise unbekannte und in unabhängigen Ranglisten relativ niedrig platzierte Gegner wie die US-Amerikaner Danny Santiago, George Blades und DeAndrey Abron.

Im Jahr 2009 wechselte Erdei kurzzeitig in das Cruisergewicht, um dort direkt um die WBC-Weltmeisterschaft gegen den Italiener Giacobbe Fragomeni zu boxen. Er legte deshalb seinen WBO-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht nach fast sechs Jahren nieder und ermöglichte damit dem ebenfalls bei Universum unter Vertrag stehenden Jürgen Brähmer, der sein nächster Pflichtherausforderer gewesen wäre, kampflos zum Weltmeister aufzusteigen.[1] Erdei legte für diesen Kampf am 21. November 2009 in Kiel tatsächlich allerdings nur relativ wenig Gewicht zu und übertraf beim Wiegen das Halbschwergewichtslimit nur um weniger als ein Kilogramm. In einem ausgeglichenen Kampf gewann er den WBC-Titel gegen Titelverteidiger Fragomeni durch eine Mehrheitsentscheidung knapp nach Punkten (2× 115:113, 1× 114:114). Erdei wurde damit zum ersten ungarischen Profiboxer, der in zwei verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeistertitel gewinnen konnte. Er hielt den Titel allerdings nur zwei Monate und legte ihn im Januar 2010 wieder nieder, um weiter im Halbschwergewicht zu boxen.[2] Seine beiden folgenden Kämpfe am 20. November 2010 gegen Samson Onyango (einstimmiger Punktsieg) und am 4. Juni 2011 gegen Byron Mitchell (Sieg durch TKO) bestritt er in den USA.

Am 30. März 2013 verlor der bis dahin ungeschlagene Erdei gegen Denis Grachev nach einer Split Decision.[3]

Profierfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 5. Oktober 2002: Interkontinentaler Meister der WBO im Halbschwergewicht (4 Titelverteidigungen)
  • 17. Januar 2004: Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht (11 Titelverteidigungen)
  • 21. November 2009: Weltmeister der WBC im Cruisergewicht

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zsolt Erdei boxt um WBC-Gürtel Universum Box-Promotion, 13. November 2009
  2. Zsolt Erdei Officially Vacates the WBC Cruiserweight Belt (englisch)
  3. Lem’s latest: All-Access Mayweather vs. Guerrero episode II

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Julio GonzálezBoxweltmeister im Halbschwergewicht (WBO)
17. Januar 2004 – 13. November 2009
Jürgen Brähmer
Giacobbe FragomeniBoxweltmeister im Cruisergewicht (WBC)
22. November 2009 – 22. Januar 2010
Krzysztof Włodarczyk